Amazon Aktie Prognose 2022: Unternehmen, Dividende und Kursziel

Amazon Aktie Prognose 2022: Unternehmen, Dividende und Kursziel

Amazon Aktie: Profiteur der Pandemie mit enormen Umsatz-Wachstum

Als global führender Online-Versandhandelskonzern bietet Amazon neue sowie gebrauchte Produkte nahezu sämtlicher Bereiche der Konsumgüter. Der Konzern verkauft nicht nur selbst, sondern bietet auch anderen privaten und gewerblichen Händlern eine Plattform für deren Verkäufe. Weitere starke und wachsende Geschäftsbereiche Amazons finden sich in Video-on-Demand-Angeboten, Streaming-Diensten, Cloud-Plattformen, Spracherkennungssystemen und vielem mehr. Das fortlaufend expandierende Unternehmen baut sein Produktportfolio beständig aus und hat in vielen Geschäftsbereichen bereits Marktführerschaft erreicht.

Über einen langfristigen Zeitraum von zehn Jahren konnte die Amazon Aktie (WKN 906866, ISIN US0231351067) einen eindrucksvollen Aufwärtstrend zeigen, bei einem durchschnittlichen Zuwachs von 34 Prozent pro Jahr. Zwar enttäuschte das Papier im Jahr 2021 vor dem Hintergrund vergleichsweise geringer Umsatzzuwächse mit einem nur moderaten Anstieg. Doch bleibt die Amazon Aktie bei der Prognose speziell mit Blick auf das florierende Cloud-Computing-Geschäft AWS im Blick der Beobachter.

Am 6. Juni 2022 kam es dann zum Aktiensplit des Onlinehändlers im Verhältnis 1:20, was vor allem viele Privatanleger freuen dürfte.

Amazon Aktie

WKN: 906866, ISIN: US0231351067, Ticker-Symbol: AMZ

Amazon Aktienkurs

Amazon Aktiensplit

Anfang Juni führte der E-Commerce-Gigant einen Aktiensplit durch – den Vierten in der Unternehmenshistorie. Die Splits zuvor wurden im Verhältnis 1:2 und 1:3 vollzogen. Dieses mal teilte der Online-Händler seine Aktien viel großzügiger auf: 1 zu 20!

Was ist ein Aktiensplit?

Aktiensplits werden meist von Unternehmen vollzogen, nachdem ihre Anteilsscheine einen starken Kursanstieg verzeichnet haben. Denn der Wert von Unternehmens-Aktien kann nach imposanten Rallyes schnell mal in den vierstelligen Bereich gehen und damit außerhalb der Reichweite von vielen Kleinanlegern liegen.

Da eine Aktiengesellschaft weiterhin für Privatanleger attraktiv bleiben möchte, entscheidet sich dieses die Wertpapiere optisch günstiger zu gestalten, z.B. eine Aktie, die 600 Euro kostet, wird im Verhältnis 1:6 gesplittet. Das heißt: aus einer Aktie werden 6 Aktien zum Preis von jeweils 100 Euro.

Die Anzahl der Aktien erhöht sich und der Preis wird optisch günstiger. Jedoch bleiben der Aktienwert und die Marktkapitalisierung des Unternehmens unverändert.

Die Amazon-Aktionäre bekommen für eine Aktie, die vorher rund 2.495 US-Dollar gekostet hat, 20 neue Aktien für jeweils ca. 124 US-Dollar zugeteilt. Der Kurs des Papieres wird historisch betrachtet eher weiter steigen, da der Preis für Kleinanleger zugänglicher und attraktiver geworden ist.

Unternehmensgeschichte und prägende Ereignisse

Ursprünglich ist das Unternehmen Amazon.com, Inc. im Jahr 1994 von dem US-Informatiker Jeff Bezos gegründet worden. Die Gründungsidee war ein elektronisches Buchgeschäft (Online Bookstore). Bereits im Juli des darauffolgenden Jahres 1995 ist das erste Buch über Amazon verkauft worden. Schon in den ersten vier Wochen nach dem ersten Verkauf versendete der Händler Bücher an Kunden in sämtlichen 50 US-Bundesstaaten sowie in 45 weiteren Ländern. Der Wochenumsatz lag bereits im zweiten Monat bei mehr als 20.000 US-Dollar.

Seit Oktober 1995 ist Amazon als Plattform unter der bekannten URL amazon.com zugänglich für die Öffentlichkeit.

Es folgten Jahre enormen Umsatzwachstums. 1996 erzielte man einen Jahresumsatz von 15,7 Millionen US-Dollar, der 1997 bereits auf 147,8 Millionen US-Dollar gesteigert werden konnte. Seit 1998 bedient Amazon, zunächst weiterhin als reiner Online-Buchhandel, auch den deutschen Markt. Die Internetseite telebuch.de wurde in diesem Jahr in amazon.de umbenannt.

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Jeff Bezos, Gründer und CEO des Online-Versandhändler / © Amazon

Übernahmen und Kooperationen

Die folgenden Jahren wahren geprägt von zahlreichen Übernahmen sowie dem Angebot zusätzlicher Dienste. Im Jahr 2004 kam es zur Übernahme der chinesischen Website JOYO durch Amazon. Nachdem JOYO 2016 erfolgreich in den USA beantrage, als Seefrachtdienstleister aktiv zu werden, gelang Amazon damit ein Schritt in Richtung der Senkung logistischer Kosten.

Im Jahr 2006 startete Amazon den Dienst AWS (Amazon Web Services), heute primär ein IT-Dienst für Cloud-Lösungen, der auch für private Nutzer zur Verfügung steht.

2008 übernahm Amazon den Konkurrenten AbeBooks. Über diese Plattform ist Amazon auch auf dem Markt für gebrauchte Bürcher tätig. AbeBooks übernahm wiederum das ZVAB (Zentrales Verzeichnis antiquarischer Bücher) im Jahr 2011.

Im Jahr 2009 kam es zur Übernahme des großen Online-Schuhgeschäfts Zappos zu einem Preis von 850 Millionen US-Dollar. Der Kaufpreis wurde zu 807 Millionen US-Dollar in Amazon Aktie bezahlt, während weitere 40 Millionen an die Mitarbeiter flossen.

2011 gelang dem Unternehmen die Übernahme des größten britischen Wettbewerbers, dem Online-Buchhandel The Book Depository Ltd.

2012 wurde der Lagerhaus-Dienstleister Kiva-Systems für 775 Millionen US-Dollar durch Amazon übernommen. Der Buchclub Goodreads floss 2013 für einen Preis von 150 Millionen US-Dollar an Amazon.

Amazon Prime Air: Zustell-Drohnen in Planung

Ende 2013 wurde in einem Interview mit Jeff Bezos bekannt, dass Amazon die Nutzung logistischer Drohnen für die Zustellung plant. Unter dem Namen Prime Air sollten Oktokopter bis zu 2,5 Kilogramm Nutzlast transportieren. Trotz des großen medialen Echos ist der Einsatz bis heute nicht marktreif und in Deutschland nach gegenwärtiger Rechtslage nicht zulässig.

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Prime Air Zustell-Drohnen in Planung / © Amazon

Weitere Übernahmen und Partnerschaften

  • 2014 übernahm Amazon für 970 Millionen Euro das Unternehmen Twitch.
  • Eine weitere wichtige Station in der Amazon-Entwicklung ist die seit 2020 bestehende Partnerschaft mit Sky. Damit ist es beispielsweise möglich, über Sky Q Amazon Prime Video zu streamen.
  • Anfang 2021 erwarb der Online-Handelsriese eine Flotte von elf Boeing 767-300. Bis dato bestand die Flugzeugflotte lediglich aus geleasten Frachtmaschinen.
  • Mit der Übernahme des Hollywood-Studius MGM im Mai 2021 (Übernahmepreis 8,45 Milliarden US-Dollar) erwarb Amazon die Rechte an über 4000 Filmen, darunter absatzstarke Klassiker wie Ben Hur und die Reihen James Bond und Rocky.
  • Am 05. Juli 2021 (Gründungstag) gab Jeff Bezos sein Amt als CEO und Präsident an Andy Jassy ab. Bezos blieb Executive Chairman des Unternehmens.

Produkte und Dienstleistungen von Amazon im Überblick

Neben dem Hauptgeschäft, dem Online-Versandhandel, hat Amazon über die Jahre hinweg sein Portfolio massiv auf zahlreiche Produkte und Dienstleistungen erweitert.

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Produkte und Dienstleistungen / © Amazon

Amazon Prime

Amazon Prime ermöglicht gegen einen jährlichen Mitgliedsbeitrag ohne Entstehung weiterer Kosten eine Zustellung bereits am nächsten Werktag für eine Vielzahl von Produkten. Unter vergünstigtem Express-Versand kann die Zustellung sogar noch schneller erfolgen. Das Angebot von Amazon Prime ist in Deutschland seit 2007 verfügbar. Prime-Kunden stehen zudem unbegrenzte Anzahlen von Filmen und Musik (über Amazon Video beziehungsweise Prime Music) zum Stream zur Verfügung. 2013 entsprachen Amazon-Prime-Kunden in den USA etwa einem Drittel des operativen Unternehmensgewinns, womit dieser Geschäftsbereich auch großen Anteil am Kurs der Amazon Aktie hatte. Anfang 2021 zählte Prime mehr als 200 Millionen Abonnenten weltweit.

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Downloadshop-App / © Amazon

Amazon Marketplace

Über die Plattform Amazon Marketplace bietet der Handelsriese privaten und gewerblichen Händlern ein Portal, ihre eigenen neuen oder gebrauchten Waren anzubieten. Diese Produkte bietet Amazon neben den offiziellen, über Amazon angebotenen und vertriebenen Waren an. Diese Angebote entsprechen dem Hauptanteil des Betriebsergebnisses. Das Geschäft basiert auf einer Provision, die Amazon anteilsmäßig pro verkauftem Artikel erhält. Diese beträgt bis zu 45 Prozent des Verkaufspreises, zuzüglich 0,99 Euro für Privatverkäufer. In Abhängigkeit des Käuferlands und der Produktgruppe fällt eine zusätzliche Versandtransaktionsgebühr an.

Amazon Music

Der Musik-Downloadshop Amazon Music startete bereits 2007 in den USA. Etwa zwei Millionen Titel von mehr als 180.000 Interpreten mehrerer Labels und Partner werden DRM-frei angeboten. Im September 2019 wurde mit Amazon Music HD ein neuer Standard verlustfreier Musik angekündigt, der für über 50 Millionen Songs angeboten wird.

Amazon Prime Video

Die Anfänge von Prime Video reichen zurück bis 2005. In diesem Jahr bot Amazon.de den DVD-Verleih Lovefilm an. 2011 gab man bekannt, Lovefilm komplett zu übernehmen. Seit 2014 ist das vollständige Lovefilm-Angebot in die Amazon-Plattform integriert. Seither firmierte das Streaming-Angebot unter Amazon Instant Video. Seit Februar 2018 bietet Amazon sämtliche Video-Materialien unter dem Namen Prime Video an, unabhängig davon, ob es sich um kostenlose oder kostenpflichtige Angebote handelt. In den Monaten Januar bis März 2022 soll, laut JustWatch, Amazon Prime die höchsten Marktanteile in Deutschland erreicht und den Platzhirsch Netflix verdrängt haben.

Cloud Computing - Amazon Web Service - AWS

Unter AWS bietet der E-Commerce Gigant verschiedenen Kunden (überwiegend Unternehmen) diverse IT-Ressourcen über das Internet an. Dazu zählen:

  • Speicher
  • Datenbanken
  • Software
  • virtuelle Desktops
  • Machine Learning
  • Künstliche Intelligenz
  • Analysefunktionen etc.

Vorteilhaft ist, dass die Kunden nur für die Computing-Ressourcen zahlen, die sie tatsächlich nutzen. Die Cloud kann z.B. für Videospieleentwicklung, Betrugserkennung oder für die Entwicklung personalisierter Behandlung für Patienten genutzt werden (und vieles mehr). AWS bietet IT-Lösungen schnell, flexibel, kosteneffizient, manuell oder automatisch an, und das alles weltweit.

AmazonFresh

AmazonFresh ist ein spezieller Lieferdienst, der mit dem lokalen Einzelhandel der Frischemärkte konkurriert, so etwa mit Edeka oder Rewe. AmazonFresh setzt eine Prime-Mitgliedschaft voraus und beinhaltet etwa 85.000 Artikel. Lieferkosten fallen an, wenn der Warenkorb einen bestimmten Wert unterschreitet, der sich von einer Stadt zur anderen unterscheiden kann. Fresh liefert innerhalb eines Zeitfensters von zwei Stunden von 5:00 Uhr bis 22:00 Uhr. Das Liefergebiet beschränkt sich in Deutschland auf Teile der Städte Berlin, Hamburg, Potsdam und München.

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AmazonFresh_lieferdienst-Frischemarkt / © Amazon

Amazon Pay

Amazon Pay entstand im Zuge der Umbenennung von Amazon Payments im Februar 2017. Die erste Online-Bezahlfunktion bot Amazon bereits 2007 als Beta-Variante an. Amazon Payments ermöglicht die Zahlung über das Amazon-Kundenkonto auch bei fremden Onlineshops, die nicht zu Amazon gehören. Die Zahlungsdaten müssen dabei nicht offengelegt werden und die Abrechnung erfolgt via Lastschrift, Kredit- oder Debitkarte. Der Dienst ist seit 2011 bei deutschen Händlern verfügbar und für private Kunden kostenlos. Seit 2018 kooperiert Amazon mit dem Zahlungsdienstleister Bezahlen.de.

Amazon Go

Amazon Go ist ein physischer Supermarkt ohne Kassenbereich. Bereits 2016 wurde die erste Go-Filiale in Seattle eröffnet, die zunächst nur Amazon-Mitarbeitern zugänglich war. Seit 2018 ist Amazon-Go auch für Kunden verfügbar. Im Jahr 2020 waren insgesamt 27 Amazon Go-Filialen in Betrieb.

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Go-Store / © Amazon

Amazon Advertising

Amazon Advertising stellt einen der Geschäftsbereiche mit dem Größten Wachstum für Amazon dar und ist für die Amazon Aktie von großer Bedeutung. Amazon Advertising bietet werbenden Kunden eine große Anzahl an Formaten und Lösungen zur Generierung von Aufmerksamkeit. Dazu gehören Display-Formate, Pay-Per-Click-Systeme und Video-Advertising. Damit lassen sich Nutzer sowohl auf als auch außerhalb der Amazon-Plattform erreichen. Nach Google und Facebook ist Amazon drittgrößter Digital-Vermarkter in den USA.

Standorte und weltweite Präsenz

Der Sitz der Unternehmenszentrale befindet sich in Seattle (Bundesstaat Washington), der europäische Hauptsitz ist in Luxemburg ansässig. Amazon verfügt über lokalisierte Internetseiten und Onlinepräsenzen auf der gesamten Welt, so etwa für die USA (unter der Top-Level-Domain .com), in Deutschland (.de), dem vereinigten Königreich (.co.uk), Australien (.com.au), Brasilien (.com.br), Singapur (.com.sg) und einigen Staaten mehr. Bestimmte Marktplätze, so etwa in China (amazon.cn) sind gegenwärtig nur für in den jeweiligen Ländern ansässige Händler zugänglich. Warenlieferungen in Deutschland werden seit 2014 überwiegend über neue polnische und tschechische Logistikzentren umgeleitet.

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Seattle Headquartier, Campus 2 / © Amazon

Erstes Mode-Ladengeschäft geöffnet

In der Nähe von Los Angeles öffnete Amazon im Mai sein erstes Mode-Bekleidungsgeschäft unter dem Name „Amazon Style„. Der Einkauf ist vollständig automatisiert, sprich ohne Kassenpersonal. Das Ladengeschäft konkurriert mit dem US-Warenhausbetreiber Macy´s.

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Style-Store in Seattle / © Amazon

Börsengang der Amazon Aktie 1997

Im Mai 1997 startete der Handel der Amazon Aktie an der Börse bei einem Kurs von etwa 18 US-Dollar. Zum 20-jährigen Jubiläum der Amazon Aktie im Jahr 2017 titelten einige Zeitungen, dass mit einem Investment von nur 1000 Euro im Jahr 1997 bereits ein Gewinn von über 600.000 US-Dollar möglich gewesen wäre. Damals war der Boom des e-Commerce noch nicht abzusehen und das Unternehmen erwirtschaftete noch keine Gewinne (30 Millionen US-Dollar Verlust bei einem Umsatz von nur 150 Millionen US-Dollar im Jahr 1997). 2017 betrug die Kurse des Online-Händlers bereits knapp 1.000 US-Dollar. Inzwischen wurde die Marke von 3.000 US-Dollar längst mehrfach überschritten.

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Börse Online mit Kaufsignal auf dem Charts / © shutterstock

Fundamentaldaten: Umsatz im ersten Quartal 2022

Für das erste Quartal 2022 lagen die Erwartungen der Analysten am Umsatz des Unternehmens bei etwa 7,3 Prozent. Dieses Ziel wurde mit einem tatsächlichen Umsatz von 116,44 Milliarden US-Dollar zwar fast erreicht, doch stand das Nettoergebnis dennoch im Minusbereich (minus 3,844 Mrd. US-Dollar). Im Vergleich zum vierten Quartal 2021 erzielte Amazon einen Umsatzrückgang von 15,26 Prozent, was sich auf die Aktie negativ auswirkte.

Ein Grund für die geringeren Zuwachsraten im Umsatz und im Kurs der Amazon Aktie war die enorme Entwicklung im Pandemie-Jahr 2020. Amazon und die Aktie gehörten zu den Gewinnern der Pandemie, da im Zuge des Lockdowns das Online-Geschäft florierte. Der Umsatz stieg im Jahr 2020 um stattliche 37,6 Prozent gegenüber 2019 an. Eine vergleichbar hohe Steigerung im Nachfolgejahr wäre daher wenig wahrscheinlich gewesen.

Amazon Aktie und das KGV

Allgemein gilt ein geringes Kurs-Gewinn-Verhältnis als Indikator langfristig lohnenswerter Aktien. Amazon weist ein schwankendes KGV auf, das sich in den letzten zehn Jahren meist in einem hohen Bereich zwischen 50 und 200 bewegte. Damit war das KGV nur bedingt zur Einschätzung der Amazon-Papier geeignet. Für 2021 wurde von einem KGV von etwas über 80 ausgegangen, in der Realität sind es etwas über 50, während das KGV in den kommenden Geschäftsjahren voraussichtlich steigt. Es wird ein KGV von über 130 erwartet.

Amazon Wertpapiere auf lange Sicht

Die Amazon Wertpapiere haben über einen Zeitraum von zehn Jahren überwiegend einen Aufwärtstrend gezeigt. Nur kleinere Kurskorrekturen bremsten immer wieder den Anstieg der Aktie. Durchschnittlich lag das Kurswachstum in den letzten zehn Jahren bei etwa 34 Prozent. Die Verlust-Ratio von 1,8 spricht von einem moderaten Anlage-Risiko.

Amazon Aktie Prognose 2022

Am Anfang der Corona-Pandemie stieg der Aktienkurs um rasante 125% an. Der Umsatzrückgang in den Folgejahren trieb den Kurs in Richtung Süden. Ende Mai 2022 hatte der Kurs ca. 45 Prozent an Wert verloren und die Aktie kostete knapp 100 US-Dollar (bereinigt nach dem Split).

Nach dem Aktiensplit sind die jungen Papiere zu 1/20 des Preises handelbar und viele Anleger zeigten zunächst ein erhöhtes Kaufinteresse. Zurzeit befindet sich die Amazon Aktie allerdings wieder in einer Korrekturphase, welche auf die sehr angespannte Gesamtmarktsituation zurückgeführt werden kann.

Die meisten Experten empfehlen die Aktie zu kaufen. Das prognostizierte Kursziel liegt bei der Marke von 3.770 US-Dollar, bzw. nach dem Split 188,50 US-Dollar. Nächstes Jahr, wenn die Nebenwirkungen der Pandemie nachlassen, könnte sich laut Analyst Justin Post die Einzelhandel-Marge um 2,5 Punkte zu 2018 verbessern, und somit für weiteres Kurspotential der Amazon Aktie sorgen.

Bei Bloomberg empfiehlt der Großteil (56) der Analysten ebenfalls die Amazon Aktie zu kaufen. Das Kursziel nach Bloomberg liegt bei 178,45 US-Dollar. Nur wenige (2) Analysten empfehlen die Aktien zu verkaufen.

Für die weitere Prognose ist vor allem die Entwicklung des weiter expandierenden Cloud-Computing-Geschäft wichtig. Das AWS entspricht ca. 62 Prozent des Unternehmenswerts. Es entwickelt sich schnell und profitabel. Als wichtigster Eckpfeiler der Profitabilität sehen Beobachter, in ihren Analysen mit Blick auf AWS, weiteres Potenzial für die Amazon Aktie.

Die Frage nach der Dividende

Eine Besonderheit der Amazon Aktie ist die Tatsache, dass der Konzern keine Dividende an seine Anteilseigner ausschüttet. Der Verzicht auf die Zahlung einer Dividende hängt mit dem Fokus des Unternehmens auf maximales Wachstum zusammen. Jeff Bezos vertrat stets das Motto, jeder Tag solle bei Amazon wie „Tag Eins“ bei einem aufstrebenden Start-up sein.

Stillstand sei zu vermeiden. Dies ließ Bezos 2017 in einem Schreiben an die Anteilseigner der Amazon Aktie verbreiten als Begründung, dass keine Dividende ausgeschüttet wird. Bereits ein kleines Budget einer Amazon-Dividende würde dieser Idee laut Bezos zuwiderlaufen.

Amazon Aktie: Basisdaten

Fazit

Seit November 2021 bis Mai 2022 waren die rückläufigen Umsätze für den Kursverlust verantwortlich. Der im Juni 2022 durchgeführte Aktiensplit, machte die Wertpapiere attraktiver und investierbarer. Die Kaufinteressenten ließen nicht lange auf sich warten und der Aktienkurs stieg wieder.

Amazon strebt eine vollumfängliche Abdeckung der Kundenbedürfnisse auf allen Ebenen an: von Streaming-Dienstleistung, über den Marketplace bis hin zum Grundbedürfnis der Nahrungsversorgung ist der Online-Riese sehr breit aufgestellt und kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken.

In vielen Bereichen ist man bereits Marktführer, so dass weiteres Wachstum dort zwangsläufig abnehmen wird. Es wird nach neuen Investment- und Expansionsmöglichkeiten Ausschau gehalten oder wie im Falle der AWS-Cloud einfach neue Märkte erschlossen. Mit 32 Prozent Marktanteil ist AWS führend im weltweiten Cloud-Computing-Geschäft, gefolgt von Microsoft Azure mit einem Anteil von 21 Prozent.

Die Erweiterung der Cloud-Dienste und B2B-Lösungen wird Amazon die Möglichkeit geben, weiter zu wachsen. Demzufolge stehen Experten einer Amazon Aktie Prognose 2025 positiv gegenüber.

Bildquelle(n): amazon, shutterstock

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