Online Broker-Vergleich 2022: den richtigen Broker für den Börsenhandel finden

Online Broker-Vergleich 2022: den richtigen Broker für den Börsenhandel finden

Geld verdienen an der Börse mit dem passenden Online Broker

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Online Broker, Trader / © shutterstock

Die Dynamik der Börse fasziniert die Menschen seit es Aktien gibt. Die Hoffnung vom Auf und Ab der Kurse zu profitieren und ein Einkommen daraus zu generieren, das für einen soliden Lebensstandard reicht, ist eines der Hauptmotive. Vor allem bei denjenigen, die erkannt haben, dass Ersparnisse durch steigende Inflation und Niedrig- bzw. Negativzinsen dahinschmelzen wie Eis in der Sonne. Dazu kommt, dass auch die staatlichen Renten auf Grund der demografischen Entwicklung und der hohen Preissteigerungsraten in den meisten Industrieländern zukünftig keineswegs mehr ausreichend für einen komfortablen Lebensabend sein dürften.

Warum man beim Aktienkauf nicht zur Hausbank gehen sollte

Prinzipiell spricht nichts dagegen, ein Wertpapierdepot bei der Hausbank zu unterhalten und sich vom Bankberater bei der Auswahl der Aktien beraten zu lassen. Die Idee, seine Finanzen übersichtlich „unter einem Dach“ bei der Bank vor Ort zu verwalten, ist zwar einleuchtend, bringt aber entscheidende Nachteile mit – vor allem auf der Kostenseite. Denn klassische Banken müssen hohe Gebühren verlangen, um den personellen Aufwand und die Kosten für den Betrieb des Filialnetzes zu berücksichtigen. Hinzu kommt, dass die Banken am liebsten ihre eigenen Produkte anbieten, etwa Fonds, Zertifikate oder Optionsscheine aus dem eigenen Haus.

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Für Bank und Berater sind dabei die besten Provisionen zu erzielen, wobei klar ist, dass dies nicht unbedingt im Sinne des Kunden sein kann. Für Anleger und Trader gibt es eine weitaus bessere Alternative: Den Onlinebroker.

Brokerwahl: Auf das Preis-Leistungs-Verhältnis kommt es an

Kriterien für die Brokerwahl sind das Leistungsangebot und die Gebühren. Doch auch bei den Brokern gibt es enorme Preisunterschiede. So gibt es auf der einen Seite Direktbanken und klassische Onlinebroker und auf der anderen Seite auf aktive Trader spezialisierte Broker. Klassische Onlinebroker wie 1822direkt, comdirect oder die Consorsbank rechnen für einen Kauf oder Verkauf von Wertpapieren in der Regel mindestens ca. 10 EUR bis 20 EUR ab – für Auslandsorders z.B. in den USA zum Teil noch weitaus mehr. Auf Trader spezialisierte Broker hingegen, wie beispielsweise LYNX, Degiro oder Flatex verlangen pro Trade ab 0,50 EUR bis 6 EUR. Die großen Preisunterschiede erklären sich damit, dass viele Kunden der klassischen Onlinebroker und Direktbanken nur sehr wenige Börsengeschäfte tätigen und Aktien oft sehr lange halten. Um auch mit diesen Kunden Geld zu verdienen, müssen die Ordergebühren entsprechend hoch ausfallen. Broker hingegen, deren Zielgruppe aktive Trader mit einer Vielzahl von Transaktionen pro Jahr sind, können ganz andere Konditionen bieten. Um gezielt die „richtigen“ Kunden anzusprechen, werden bei einigen Brokern für die Kontoeröffnung Hürden wie Mindesteinlagesummen oder langjährige Erfahrungen vorausgesetzt.

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Trader, Broker vor PC / © shutterstock

Bei einigen Brokern werden günstige Preise auch dadurch erreicht, dass Abstriche beim Kundenservice gemacht werden. Es sollte daher darauf geachtet werden, dass der Broker während der Handelszeiten in einer angemessenen Zeit erreichbar ist. Ein Anleger, der wegen eines Order-Problems auf heißen Kohlen sitzt möchte sich schließlich nicht stundenlang die Melodie der Warteschleife anhören – vor allem dann nicht, wenn es an der Börse mal richtig turbulent zugeht.

Broker werben immer wieder mit Bonusaktionen oder attraktiven Prämien für eine Kontoeröffnung oder einen Depotübertrag. Diese sollten aber keineswegs den Ausschlag für Ihre Brokerwahl geben, da die langfristigen Nachteile einer Fehlentscheidung meist wesentlich gewichtiger sind.

Was ist ein Broker?

Ein Broker ist ein Finanzdienstleister, der als Mittler zwischen Börse und Anlegern fungiert. Für Privatanleger bietet ein Broker im Vergleich zu klassischen Banken eine günstigere Möglichkeit, Wertpapiere an der Börse zu handeln. Allein im deutschsprachigen Raum werben rund tausend Anbieter um Kunden. Leider sind darunter auch einige schwarze Schafe zu finden.

Nicht alle Broker, die hierzulande Werbung betreiben, haben ihren Sitz auch in Deutschland oder der EU. Es ist wichtig zu wissen, in welchem Land sich der Sitz des Brokers befindet und welchen Regularien er unterliegt. Denn danach richtet sich die Einlagensicherheit und deren Überwachung durch Aufsichtsbehörden. In Deutschland ist beispielsweise die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zuständig, die unter anderem darauf achtet, dass Kundengelder strikt getrennt vom Betriebskapital verwaltet werden.

Einlagensicherung: Gravierende Unterschiede bei Barvermögen, Forderungen und Wertpapieren. In der EU sind Einlagen bei Brokern und Banken bis zu 100.000 EUR je Kunde gesetzlich abgesichert. Das ist keine staatliche Garantie, sondern funktioniert über den Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes. Diese Sicherung betrifft den Barbestand des Kontos. Der Entschädigungsanspruch für Forderungen aus offenen Positionen liegt niedriger, in Deutschland und einigen anderen EU-Ländern werden beispielsweise bis zu 20.000 EUR abgesichert, in Großbritannien bis zu 50.000 GBP. Seriöse Broker verfügen darüber hinaus oft über Zusatzversicherungen, die bei größeren Zahlungsausfällen einspringen sollen.

Depots mit Aktien, Anleihen, Fonds oder Zertifikaten werden übrigens gar nicht vom Einlagensicherungsfonds geschützt, denn diese Wertpapiere werden bei der Bank nur verwahrt. Im Falle einer Insolvenz der Depotbank wird der Inhalt des Depots an die Kunden herausgeben. Unabhängig davon können Wertpapiere – je nach Art – einem Emittentenrisiko unterliegen. Das bedeutet, dass beispielsweise Zertifikate und andere Wertpapiere, die auf Forderungen gegenüber einem Emittenten (Herausgeber) basieren, durchaus gefährdet sind, falls der Emittent in Zahlungsschwierigkeiten gerät. In der Finanzkrise des Jahres 2008/09 beispielsweise mussten zehntausende deutsche Privatanleger im Rahmen der Pleite des Bankhauses Lehman Brothers ihre Zertifikate des Bankhauses abschreiben und verloren viel Geld.

Vorsicht bei Brokern mit Sitz außerhalb der EU

Hellhörig werden sollten Anleger vor allem dann, wenn ein Broker seinen Sitz außerhalb der EU hat. Besonders beliebt bei unseriösen oder gar betrügerischen Brokern sind ferne Inseldomizile wie Vanuatu, Marshall Islands oder andere Steuerparadiese in der Karibik oder im Pazifik. In vielen Fällen gibt es bei diesen „Brokern“ trotz professioneller Internetauftritte nur Überweisungen in eine Richtung – und zwar in Richtung der Betrüger. Besondere Vorsicht gilt dann, wenn die Angebote besonders verlockend erscheinen.

Tipp: Wer einen Broker mit Hauptsitz im EU-Ausland wählt, der unterliegt nicht dem automatischen Abzug der Abgeltungssteuer und kann so mit seinem kompletten Kapital bis zum Jahresende handeln. Die Ermittlung der Steuer erfolgt dann mittels Steuererklärung und basiert auf den vom Broker zur Verfügung gestellten steuerlichen Zusammenfassungen.

Neu auf dem Brokermarkt: Neobroker

Relativ neu ist das Segment der Neobroker. Diese Fintech-Unternehmen haben die altehrwürdige Finanzbranche ordentlich aufgemischt. Die innovativen Broker haben in den vergangenen Jahren bei der jungen Generation das Interesse an den Börsen geweckt. Neobroker wie Trade Republic, Smartbroker oder Scalable Capital bieten die Möglichkeit, unkompliziert per Smartphone an der Börse zu handeln und haben auf den ersten Blick extremgünstige Gebührenmodelle eingeführt. Teilweise wird Aktienhandel sogar zum Nulltarif angeboten. Zu beachten ist, dass die Neobroker oft nicht die gleiche Komplexität – etwa bei der Auswahl der Ordertypen und Börsenplätze – anbieten wie die etablierten Anbieter.

Besonders günstige Neobroker handeln nur über außerbörsliche Plattformen wie Quotrix, gettex, Tradegate oder LS Exchange und erzielen ihre Haupteinnahmen durch die Weiterleitung ihrer Orders dorthin. Zwar liegen die abgerechneten Kurse meist sehr nah am Börsenkurs, aber selbst kleine Abweichungen addieren sich für die Handelsplattformen zu beträchtlichen Einnahmen. Und davon werden dann als Rückvergütung Provisionen an die Broker weitergeleitet („Payment for Orderflow“).

Die Tatsache, dass die Broker ihren Kunden solche indirekten, versteckten Kosten aufbürden, wird natürlich in der Werbung nicht erwähnt, denn diese stellt das „unschlagbar günstige“ Gebührenmodell in den Vordergrund… Verbraucherschützer und Börsenaufsicht kritisieren diese intransparenten Kostenstrukturen. Die Europäische Union prüft deshalb ein Verbot der „Payment for Order Flow“-Zahlungen für Privatanleger.

Relativ neu ist das Segment der Neobroker. Diese Fintech-Unternehmen haben die altehrwürdige Finanzbranche ordentlich aufgemischt. Die innovativen Broker haben in den vergangenen Jahren bei der jungen Generation das Interesse an den Börsen geweckt. Neobroker wie Trade Republic, Smartbroker oder Scalable Capital bieten die Möglichkeit, unkompliziert per Smartphone an der Börse zu handeln und haben auf den ersten Blick extremgünstige Gebührenmodelle eingeführt. Teilweise wird Aktienhandel sogar zum Nulltarif angeboten. Zu beachten ist, dass die Neobroker oft nicht die gleiche Komplexität – etwa bei der Auswahl der Ordertypen und Börsenplätze – anbieten wie die etablierten Anbieter.

Besonders günstige Neobroker handeln nur über außerbörsliche Plattformen wie Quotrix, gettex, Tradegate oder LS Exchange und erzielen ihre Haupteinnahmen durch die Weiterleitung ihrer Orders dorthin. Zwar liegen die abgerechneten Kurse meist sehr nah am Börsenkurs, aber selbst kleine Abweichungen addieren sich für die Handelsplattformen zu beträchtlichen Einnahmen. Und davon werden dann als Rückvergütung Provisionen an die Broker weitergeleitet („Payment for Orderflow“).

Die Tatsache, dass die Broker ihren Kunden solche indirekten, versteckten Kosten aufbürden, wird natürlich in der Werbung nicht erwähnt, denn diese stellt das „unschlagbar günstige“ Gebührenmodell in den Vordergrund… Verbraucherschützer und Börsenaufsicht kritisieren diese intransparenten Kostenstrukturen. Die Europäische Union prüft deshalb ein Verbot der „Payment for Order Flow“-Zahlungen für Privatanleger.

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Weitere Innovationen im Bereich Fintech: Social Trading & Robo-Advisors

Ebenfalls bei jungen Anlegern sehr beliebt ist das sogenannte Social Trading – auch Copy Trading genannt. Damit ist es möglich, die Handelsempfehlungen erfolgreicher Trader mit einer App oder wenigen Klicks am PC im eigenen Depot nachzubilden. Interessenkonflikte sind hier jedoch nicht ganz auszuschließen. Vor allem dann, wenn etwas marktengere Aktien gekauft werden, profitiert der vorgebende Trader möglicherweise von der selbst erzeugten starken Nachfrage und den damit einhergehenden Kurssteigerungen. Anleger sollten sich also genau ansehen, welchem „Guru“ sie folgen und vor allem in welche Werte und Märkte investiert wird.

Vorsicht ist auch beim Segment der sogenannten Robo-Advisors geboten, die automatisierte Gewinne mit dem Handel per Computer-Algorithmus versprechen. Böse Zungen behaupten, dass Robo-Advisors in erster Linie die Gewinne des Anbieters automatisieren. Hier sollten Anleger allenfalls Angebote bekannter großer Finanzinstitute ausprobieren und keinesfalls in irgendeine „Black Box“ eines unbekannten Anbieters investieren.

Sonderfall Introducing Broker

Wenig überraschend ist es, dass es im Bereich Online Brokerage vor allem in den USA technologisch führende Anbieter gibt. Die technische Infrastruktur wird europäischen Online Brokern zur Verfügung gestellt, die als sogenannte Introducing Brokers fungieren. Zu diesen Brokern, die übrigens über eine eigene Banklizenz verfügen, zählen beispielsweise LYNX, CapTrader, Agora Direct oder Banx Broker. Die Kunden dieser Broker haben also beispielweise einen deutschsprachigen Kundenservice, handeln aber über die Plattform und Infrastruktur des amerikanischen Anbieters. Damit der Introducing Broker etwas verdient, sind die Gebühren des Introducing Brokers etwas höher.

Wie finde ich den Broker, der am besten zu mir passt?

Eine pauschale Aussage, welches der beste Broker ist, kann nicht getroffen werden, sondern jeder Anleger muss diese Entscheidung für sich nach individuellen Kriterien selbst treffen. Grundlegend bei der Brokerauswahl ist natürlich die Handelsausrichtung des Anlegers oder Traders. Dazu müssen einige Fragen beantwortet werden, wie zum Beispiel folgende: Sind langfristige Investments oder Daytrading geplant? Sollen Sparpläne für Aktien, ETFs oder Fonds eingerichtet werden? An welchen Börsen oder Handelsplätzen soll gehandelt werden? Welche Assetklassen sollen überhaupt gehandelt werden?

Depot Angebote: Welche Assetklassen werden vom Broker angeboten?

An den Börsen gibt es eine Vielzahl von Finanzinstrumenten und Wertpapieren, die sich in puncto Chancen und Risiken deutlich unterscheiden. Die Wahl der Anlageklasse hängt mit der individuellen Risikoeinstellung und den Zielen der Geldanlage zusammen. Broker sind gegenüber Privatanlegern in Deutschland nach dem Wertpapierhandelsgesetz dazu verpflichtet, über Risiken aufzuklären und sicherzustellen, dass ausreichend Kenntnisse zu den einzelnen Wertpapiergattungen vorhanden sind.

Mögliche Assetklassen sind:

  • Unternehmens- und Staatsanleihen
  • Aktien
  • ETFs /ETCs
  • Fonds
  • Optionen
  • Optionsscheine
  • Zertifikate
  • CFDs
  • Futures
  • Kryptowährungen

Es gibt Broker, die die ganze Palette an Assetklassen anbieten und andere, die sich auf ein Spezialgebiet fokussieren. Gerade Anfängern sei daher empfohlen, sich zunächst auf wenige Assetklassen z.B. Aktien und ETFs zu konzentrieren und in diesem Bereich Erfahrungen aufzubauen. Nach einigen Jahren können dann bei Bedarf auch andere Wertpapierkategorien dazu genommen werden.

Die Auswahl des Börsenplatztes: Auch Auslandsbörsen bieten Chancen

Viele Anleger beschränken sich auf den Heimatmarkt – also beispielsweise die deutsche Börse – weil, sie meinen, diesen besonders gut einschätzen zu können. Außerdem sehen sie die Schwankungen der Wechselkurse als Gefahr und vermeiden aufgrund vermeintlich höherer Transaktionskosten Wertpapierkäufe an ausländischen Börsen. Man spricht hier von einem sogenannten „Home Bias“. Statt einer höheren Sicherheit schaffen sich Anleger dadurch aber oft sogar ein höheres Risiko.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer investiert einen Teil seines Einkommens in Aktien heimischer Unternehmen. Eine Wirtschaftskrise in seinem Land könnte somit gleichzeitig seinen Arbeitsplatz und sein Kapitalvermögen bedrohen.

Die vom US-Ökonomen Harry M. Markowitz stammende Portfoliotheorie empfiehlt hingegen, Geldanlagen auf verschiedene Assetklassen und internationale Märkte zu streuen, die möglichst geringe Korrelationen zueinander aufweisen. Ziel ist es, das Risiko eines Wertpapierportfolios bei gleichbleibender Renditeerwartung zu reduzieren. Daher ist es wichtig, auch bei der Brokerwahl darauf zu achten, dass es die Möglichkeit gibt an internationalen Börsenplätzen zu günstigen Konditionen zu agieren. Wer etwa an den besonders liquiden und breit gefächerten US-Märkten aktiv sein möchte, sollte dies beim Blick auf die Gebühren für die dortigen Börsen NYSE und Nasdaq berücksichtigen.

Ordertypen und Leerverkäufe

Die eingeschränkte Auswahl der Ordertypen und Börsenplätze z.B. bei Neobrokern ist problematisch und kann zu versteckten Kosten führen. Teilweise sind nur sogenannte Quote-Request-Orders möglich. Dabei müssen die Kunden eine Quotierungsanfrage (Preisanfrage) an den automatischen Market Maker zu stellen. Der genannte Kurs, der einen kleinen Preisaufschlag auf den aktuellen Börsenkurs einberechnet, kann dann angenommen oder abgelehnt werden. Die Möglichkeit, mit Leerverkäufen auf fallende Kurse zu setzen oder das Depot zu hedgen (abzusichern), ist ebenfalls nicht bei allen Brokern vorhanden.

Kosten vergleichen: Welcher Broker verlangt welche Gebühren?

Ein Blick ins Preis- und Leistungsverzeichnis hilft, die Orderprovisionen der Broker zu vergleichen. Dazu zählen:

  • Variable Gebühren, die vom Wert und / oder der Anzahl der gehandelten Wertpapiere abhängt.
  • Fixe Gebühren je Trade unabhängig vom Ordervolumen (Flatfee im Festpreis-Depot – z.B. 4 Euro pro Order)
  • Orderkosten: ETF Sparpläne und Fonds Sparpläne
  • Kombinierte Preismodelle, die Elemente aus den beiden zuvor genannten Varianten enthalten. So kann die Gebühr grundsätzlich variabel sein, aber auf einen Mindest- und eventuell auch auf einen Maximalbetrag gedeckelt sein.
  • Trading Flatrate je Zeiteinheit, für die beliebig viel gehandelt werden kann. Diese sind insbesondere bei den Neobrokern zu finden. Verbraucherschützer monieren allerdings, dass dieses Preismodell Anreize bietet, übermäßig viel zu handeln.
  • Mögliche Depotgebühren (kostenlose Depotführung, pro Quartal, Jahres Depotführungsgebühr)
    Verwahrentgelte für den Cash-Bestand
  • Gebühren für ausländische Dividendenauszahlungen
  • bei Marginkonten: Zinsen
  • Beim Handel an ausländischen Börsen: Kosten für Währungstausch (z.B. bei US Börsen)
  • Auszahlungsgebühren: In der Regel ist eine Auszahlung pro Monat kostenfrei.

Transparenz ist bei der Preisgestaltung wichtig, daher lohnt es sich vorab Kundenrezensionen und -bewertungen durchzulesen.

Depot Vergleich: Welche Trading-Software verwenden die Broker?

Bevor ein Trader einen Account bei einem Broker eröffnet, sollte er sich informieren, wie der Handel technisch funktioniert. Die Anbieter verwenden unterschiedliche Plattformen, die sich in der Benutzerfreundlichkeit deutlich unterscheiden. In der Regel sind es die etablierten Anbieter, deren Trading-Plattformen am meist ausgereift und am leistungsfähigsten sind. Es gibt sowohl browserbasierte Handelsmasken, als auch spezielle softwarebasierte Handelsplattformen, die der Anleger downloaden und installieren muss. Viele Broker bieten Demo-Konten an, so dass die Interessenten den Broker mit sogenanntem Papertrading und virtuellem Spielgeld mit aktuellen Marktdaten simulieren und ausprobieren können.

Neben der Benutzerfreundlichkeit kommt es aber auch darauf an, dass die jeweilige Trading-Software eine schnelle Ausführung der Orders garantiert. Gerade bei den Neobrokern kann es in turbulenten Börsenphasen jedoch zu verzögerten Ausführungen kommen. Zudem ist es vorteilhaft, wenn das Depot sowohl per PC oder Laptop als auch vom Smartphone aus bedienbar ist.

Tipp: Ein Trade sollte am besten per PC oder Laptop getätigt werden. Die bessere Übersichtlichkeit hilft, Fehler zu vermeiden. Zum Verfolgen der Kursentwicklungen und zum Anpassen von Orders ist der Zugriff über mobile Apps ausreichend.

Praktisch sind bei Broker-Plattformen und Apps integrierte Analyse und Chart-Tools oder Newsfeeds. Gerade für Einsteiger ist es wichtig, dass der Broker über einen gut erreichbaren Kundenservice per E-Mail oder Telefon verfügt, der helfen kann, wenn es Fragen zur Handelssoftware oder zu Finanzinstrumenten gibt. Hilfreich ist es, wenn es Anleitungen in Form von eBooks oder Videos gibt. Die wichtigsten Fragenstellungen, die dort beantwortet sein sollten, sind:

  • Wie funktionieren Ein- und Auszahlungen?
  • Wie funktioniert ein Depotübertrag?
  • Was ist beim Handel von Fremdwährungen zu beachten?
  • Wie erstelle ich Dokumente für die Steuererklärung?

Depot Konto: Unterschied Cashkonto / Marginkonto

Für Anleger ist es darüber hinaus wichtig die Unterschiede zwischen Cashkonto und Marginkonto zu kennen. Beim Cashkonto können Anleger nur mit dem tatsächlich eingezahlten Geld an der Börse handeln. Beim Marginkonto hingegen gibt es zusätzlich die Möglichkeit eines Wertpapierdarlehens, dass den Handlungsspielraum erhöht und somit Leverage- oder Hebeleffekte bietet. Der Spielraum, den der Broker dem Anleger dabei einräumt, richtet sich nach dem gehandelten Finanzinstrument. Je volatiler d.h. je schwankungsanfälliger das jeweilige Produkt ist, desto höher ist in der Regel die Margin, d.h. der Betrag, der dem Broker als Sicherheit dient. Anleger sollten beachten, dass die Hebelwirkung eines Marginkontos in beide Richtungen wirkt. Es sind also entsprechend höhere Gewinne, aber auch höhere Verluste bei Hebelprodukten möglich.

Fazit: Nicht nur die Kosten zählen

Bei der Wahl des richtigen (Online) Brokers sollte man sich Zeit lassen, denn die Aufgabe ist nicht ganz so einfach wie sie scheint. Denn grundsätzlich ist nicht derjenige Broker der beste, der die günstigsten Konditionen bietet. Es kommt vielmehr darauf an, welche Leistungen geboten werden und ob diese mit den Erfordernissen des Anlegerprofil zusammenpassen.

Welche Finanzinstrumente und Börsenplätze bei einem Broker zur Verfügung stehen lässt sich am besten auf dessen Homepage recherchieren. Dort sollten am besten auch umfangreiche Anleitungen und Erklär-Videos zu finden sein.

Nicht nur für Anfänger ist auch die Erreichbarkeit des Kundenservice ein weiterer wichtiger Aspekt. Denn wenn bei auftretenden Problemen kein Service-Mitarbeiter zu erreichen ist, so ist dies mit Sicherheit ein Ärgernis.

Auch die Benutzerfreundlichkeit sollten Sie sich ansehen, am besten indem Sie sich ein Demokonto einrichten und dort einige Trades simulieren.

Um sich einen Überblick über die Vor- und Nachteile verschiedener Online-Broker verschaffen können die zahlreichen Vergleichs-Seiten im Internet genutzt werden. Bei der Vielzahl von Brokern ist für jeden Anlegertyp der passende dabei.

Titelbild: shutterstock, statista

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