Der Portfolioaufbau: Wie Sie mit der passenden Strategie nachhaltig Gewinne einfahren

Der Portfolioaufbau: Wie Sie mit der passenden Strategie nachhaltig Gewinne einfahren

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Portfolioaufbau durch einen Broker / shutterstock

Aktien erfreuen sich seit dem Boom sogenannter Neo-Broker großer Beliebtheit. Die Auswahl an Einzelwerten, auch Stock Picking genannt, erfordert jedoch umfangreiches Börsenwissen und passiv investierende Fonds (ETFs) gelten bei Weitem nicht mehr als das Allheilmittel beim Portfolioaufbau bzw. bergen zunehmend höhere Risiken, die den wenigsten bekannt sind.

Sie möchten von den Chancen des Kapitalmarkts profitieren, zugleich aber Ihr Risiko minimieren? Die Mehrheit aller Privatanleger haben das Prinzip der optimalen Portfolio Diversifizierung nicht verstanden und begehen fatale Fehler.

In unserem Portfolioaufbau Ratgeber klären wir Sie nicht nur über die zentralen Bausteine eines optimalen Portfolios auf. Sie erfahren Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Vermögensverwaltung in die eigene Hand nehmen, Schwankungen reduzieren und gleichzeitig Ihr Renditepotenzial steigern.

Sein Vermögen vor Verlusten zu schützen ist die halbe Miete. Nur wer gleichzeitig in der Lage ist, regelmäßig hohe Renditen einzufahren hat auch Spaß an der Börse. Wir beginnen mit essentiellen Fragen, deren Antworten Sie wirklich verstanden haben müssen, bevor Sie sich dem Schritt für Schritt-Plan widmen können.

I. Wichtige Fragen rund um das Portfoliomanagement

Frage 1: Was ist ein Portfolio?

Streng genommen handelt es sich bei einem Portfolio (auch Portefeuille) um die Gesamtheit aller gehaltenen Vermögenswerte. Dies bedeutet, dass nicht nur Aktien beziehungsweise Aktien-Fonds, sondern auch Tages- und Festgeld, Immobilien sowie Rohstoffe in einem Portfolio aufgeführt werden können. Kurzum: Sämtliche Sach- und Geldwerte, die Ihr Vermögen ausmachen.

Im börsenüblichen Sprachgebrauch hingegen schließt ein Portfolio lediglich solche Anlageklassen ein, die über Broker gehandelt werden. Hierunter fallen in erster Linie Aktien sowie Aktien-Fonds beziehungsweise ETFs. Aber auch Rohstoff-Kontrakte (ETCs), Derivate (CFDs, Futures, Optionen) und nicht zuletzt Kryptowährungen listen viele Börsianer in ihrem Portfolio auf.

Konkrete Vorgaben, wie eine solche Auflistung auszusehen hat, gibt es nicht. Theoretisch darf sogar ein Blatt Papier als Portfolio bezeichnet werden, sofern auf diesem sämtliche Vermögenswerte festgehalten sind. Deutlich smarter gelingt das Tracken der eigenen Geldanlage via Software. Diese verarbeitet Daten wie bspw. den Einstandskurs Ihrer Investition, Gewinne durch Verkäufe und auch Dividenden automatisiert und trackt ihre Performance. Gleichzeitig sollte das Programm in der Lage sein, Ihre historische Portfolio Performance sowie die aktuelle Zusammensetzung visuell in Diagrammen darzustellen. Eine beliebte und auch kostenlose Software finden sie unter www.portfolio-performance.info

Frage 2: Was ist das Ziel eines Portfolioaufbaus?

Noch viel zu wenigen Menschen ist folgendes klar: Ihre Bankeinlagen stellen eine Position in Ihrem Portfolio dar und sie unterliegen Risiken. Solange die Inflationsrate über dem Zinsniveau liegt, verliert Ihre sogenannte „Cash-Position“ jedes Jahr an Wert. Wenn über die Hälfte Ihres Vermögens in Cash vorliegt, dann unterliegt Ihr Vermögen einem enormen Klumpenrisiko. Steigt die Inflationsrate schlagartig an, dann realisieren Sie auch mal einen Vermögensverlust im zweistelligen Prozentbereich. Das Jahr 2022 hat diese Problematik vielen Sparern vor Augen geführt. Die Entwicklung des Realzinsniveaus in Deutschland veranschaulicht, wie sich Ihre Cash-Position in den letzten 20 Jahren entwickelt hat.

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Realzins (Zinsen - Inflation) in Deutschland 2003 bis 2022 - Quelle Bundesbank.de

Doch wie schaffen es die Reichen auch in solchen Zeiten ihr Vermögen zu schützen bzw. es sogar zu vermehren? Ganz einfach: Sie teilen ihr Vermögen auf und streuen damit das individuelle Risiko. Dieses Vorgehen wird allgemein als Diversifikation bezeichnet. Für die Erzielung einer guten Diversifikation gibt es unzählige Ansätze, die unterschiedliche Aspekte berücksichtigen. Wir werden uns einige Beispielportfolios bekannter Börsenexperten einmal zum Schluss ansehen. Doch nun erstmal zu Frage 3.

Frage 3: Was muss mein Portfolio beinhalten?

Im Grunde existieren zahlreiche Möglichkeiten um sein Portfolio optimal zu diversifizieren. Sein Vermögen auf eine möglichst breite Auswahl an Assetklassen aufzuteilen ist nur eine solcher Möglichkeiten und bei weitem nicht immer die Beste.

Das haben Sie richtig verstanden. Auch ein Anlageportfolio welches mehrheitlich aus einer Assetklasse besteht, kann sehr gut diversifiziert sein. Wer sein Vermögen in Cash hält, ist auch in der Lage sein Vermögen zu diversifizieren und sogar zu vergrößern. Dafür ist es aber nötig, sich im Bereich des Devisenhandels auszukennen. Wer sein Cash nur in Euro hält ist logischerweise nicht diversifiziert und unterliegt einem enormen Einzelrisiko. Das gleiche Prinzip gilt für alle anderen Assetklassen auch.

Wir möchten uns im Weiteren aber auf die Assetklasse der Aktien fokussieren, da diese das größte Renditepotential und die meisten Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

II. Schritt für Schritt zum optimalen Aktienportfolio

Ob Sie auch in Immobilien, Fremdwährungen, Kryptos oder anderen Assetklassen investiert sind, ist hier erstmal nebensächlich. Die Funktionsweise wie innerhalb einer Assetklasse das Risiko minimiert und die Performance gesteigert werden kann ist grundsätzlich immer gleich.

Schritt 1: Das Ziel definieren

Was möchten Sie mit Ihrem Portfolio erzielen? Geht es darum Ihr Vermögen im Sinne der privaten Vorsorge zu steigern, soll ein regelmäßiges Börseneinkommen generiert werden um sich ein zweites Standbein aufzubauen oder wollen Sie durch den aktiven Handel sogar komplett von Ihrem Börseneinkommen leben? Ihr individuelles Ziel bestimmt nicht nur über Ihre Auswahl der Anlageklassen, sondern auch welche Strategie für Sie geeignet ist.

Eine zentrale Frage, die Sie sich vor dem Gang an die Börse stellen und beantworten sollten, ist die des Investitionshorizonts. Gemeint ist hiermit die Dauer, über die Sie als Investor Ihr Kapital an der Börse investieren möchten. Auch hier gibt es kein Richtig und kein Falsch. Grundsätzlich gilt jedoch: Je länger Sie an der Börse aktiv sein möchten, desto risikofreudiger darf das Geld investiert werden.

Ein risikofreudiger Anleger würde demnach einen höheren Anteil an Growth-/Wachstumswerten in sein Portfolio aufnehmen als ein konservativer Anleger, der sich vermehrt auf sogenannte Value-/ Substanzwerte fokussiert. Darüber hinaus können Aktien auch in zyklische und antizyklische bzw. defensive Sektoren kategorisiert werden. Zyklische Werte bewegen sich dynamischer und parallel zur Konjunktur, während defensive Werte geringeren Schwankungen unterliegen und sich mehr oder weniger konjunkturunabhängig bewegen.

Anleger, die hohen Wert auf ein regelmäßiges Börseneinkommen legen, werden sich vermehrt Dividendentitel ins Portfolio legen oder sogar Optionsstrategien anwenden, mittels welcher jeden Monat Prämien eingesammelt und zusätzliche Einnahmen generiert werden.

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Vergleich einer zyklischen Aktie (Mercedes-Benz) und einer defensiven antizyklischen Aktie (Johnson & Johnson) Chart / FinMent

Schritt 2: Eine Grundlage schaffen

Es dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass hinsichtlich der Einordung von Aktien zahlreiche Überschneidungen in der Welt der Aktien vorliegen. Ein Dividendentitel ist häufig auch ein Substanzwert aber nicht alle von ihnen sind defensiven Sektoren bzw. Branchen zuzuordnen.

Bevor Sie nun also jede Ihrer Aktien auseinanderbauen und diese zahlreichen Kategorien zuordnen um darauf basierend die optimale Zuweisung finanzieller Mittel (Allokation, engl. asset allocation) zu finden, schlagen wir Ihnen einen besseren Lösungsweg vor:

Nachdem Sie definiert haben, was Ihre Vermögenswerte für Sie leisten müssen, erstellen Sie eine Liste an Aktien, die das richtige Chancen-Risiko-Profil haben und bewerten diese somit isoliert voneinander. Zugleich listen Sie Ihre Auswahl nach Relevanz. Ihnen könnte bspw. viel wichtiger sein, Aktien der Google-Mutter Alphabet zu halten als Anteile am deutschen Softwareunternehmen SAP. Lassen Sie sich bei der Auswahl nicht durch Emotionen wie Gier leiten. Die vergangene Performance einer Aktie hat in der Regel nur eine begrenzte Aussagekraft für die zukünftige Rendite. Hier müssen Sie sich auf Ihre eigenen Kenntnisse verlassen um wichtige Trends zu erkennen. „Investiere in nichts, was du nicht verstehst„, lautet eine häufig zitierte Börsenweisheit.

Das Resultat dieses zweiten Schritts ist eine recht umfangreiche Liste mit Aktien in welche Sie Vertrauen haben und mit welchen Sie guten Gewissens in die oft unruhigen Gewässer der Börse hinaussegeln würden.

Schritt 3: Diversifikation verstehen und anwenden

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird Ihre Liste keine gute Diversifikation beinhalten. Doch woran können Sie das erkennen?

Fragen Sie sich Folgendes: Was beeinflusst die Entwicklung jeder Aktie? Wann ist die Aktie in Vergangenheit gefallen und wann ist sie gestiegen?

Es wird darum gehen entscheidende Faktoren zu identifizieren, welche die Aktienrendite beeinflusst haben und mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin beeinflussen werden. Dabei gilt es nicht nur darauf zu achten in welchem Land oder in welchem Sektor das Unternehmen tätig ist. Es gilt auch zu verstehen wer die Kunden bzw. Abnehmer sind, was ihre Konsumentscheidung beeinflusst, ob und wie die Profitmargen von bestimmten Rohstoffen und Vorprodukten abhängig sind und vieles mehr.

Notieren Sie sich zu jeder Aktie die wichtigsten 3-5 Faktoren auf, von denen die Kursentwicklung in Zukunft abhängen wird. Identifizieren sie im Anschluss Aktiengruppen, welche mehrheitlich von den gleichen Faktoren beeinflusst werden und streichen Sie diejenigen von der Liste mit der geringsten Relevanz.

In der Literatur wird im Kontext der Diversifikation häufig der Begriff der „Faktorabhängigkeit“ erwähnt. Der Faktor-Ansatz unterscheidet sich klar vom Sektor-Ansatz bei welchem ein Portfolio bereits diversifiziert ist, wenn die darin enthaltenen Aktien aus unterschiedlichen Sektoren stammen. Wenn man allerdings die Faktoren der Infineon Technologies AG (Sektor: Technologie, Branche: Halbleiter) und der Mercedes Benz Group (Sektor: Zyklische Konsumgüter, Branche: Automobil) vergleicht, dann sollte einem auffallen, dass beide Unternehmen unter anderem sehr stark von der Nachfrage nach KFZs abhängen. Schließlich produziert Infineon Halbleiter für die Automobilindustrie.

Sollten Sie sich bezüglich der Abhängigkeit unsicher sein, können Sie auch den Vergleich beider Charts heranziehen. Wie hier unschwer zu erkennen ist, besteht bereits seit mehreren Jahren eine hohe Korrelation zwischen den beiden Aktien.

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Vergleich der Infineon Aktie mit der Mercedes Benz Aktie Chart / FinMent

Schritt 4: Sukzessiver Portfolioaufbau

Der letzte Schritt ist leider auch der Herausforderndste. Doch keine Sorge, auch hier führen wir Sie ans Ziel. Das Wichtigste vorab: Überhasten Sie nichts und versuchen Sie möglichst sachlich fundierte Entscheidungen zu treffen.

Sollten Sie bereits Aktien in Ihrem Portfolio besitzen, dann gilt es gleich zu Beginn zu überprüfen welche Sie von diesen heute, zum aktuellen Kurs, noch kaufen würden. Wie stehen Ihre Aktien im Vergleich zu ihrer neu erstellten Liste?

Kommen Sie zum Schluss, dass die eine oder andere Aktie Ihren gewünschten Kriterien nicht mehr entspricht, dann verkaufen Sie diese. Versuchen Sie in diesem Fall nicht darauf zu warten, dass die Aktie noch ein erhofftes Kursniveau erreicht bevor Sie diese verkaufen. Das Prinzip „Hoffnung“ hat an der Börse nichts zu suchen. Sie müssen sich sicher sein, dass sich die Aktie ihren Vorstellungen nach entwickelt. Natürlich werden Sie nicht immer Recht haben, doch ohne diese Gesinnung gehen Sie Gefahr bei Ihren Entscheidungen verstärkt von Emotionen geleitet zu werden.

Wenn es andererseits darum geht die Aktien aus Ihrer Liste in Ihr Depot aufzunehmen gibt es wieder zahlreiche Möglichkeiten dies zu tun. Ob Sie alle Aktien auf einmal kaufen, schrittweise Ihre Positionen aufbauen oder versuchen, mittels Optionen günstigere Einstiegspreise herauszuschlagen, hängt davon ab, welche Strategie Sie verfolgen, wie groß Ihr Anlagehorizont ist, ob und wie tief Ihre Kenntnisse im Bereich der technischen Analyse sind und vieles mehr.

Auf alle diese Aspekte einzugehen würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen und angesichts der Informationsflut nicht zielführend sein. Stattdessen soll es im nächsten Kapitel darum gehen, welche gängigen Fehler und falschen Glaubenssätze am häufigsten für hohe Verluste bei Privatanlegern verantwortlich sind. Damit soll Ihr Wissensfundament zusätzlich gestärkt und eine Grundlage für Ihren langfristigen Erfolg an der Börse geschaffen werden.

III. Die Häufigsten Fehler bei der Portfolioerstellung

Fehler 1: "Langweilige" Aktien nicht auf dem Radar

Viele Privatanleger werden häufig von den vielen glänzenden Aktien der Zukunft geblendet. In den Medien ist häufig die Rede von Unternehmen mit unglaublicher Zukunftstechnologie, die von weltverändernden Supertrends profitieren. Diese Aktien zeigen häufig Kursanstiege von mehreren hundert Prozent und wecken die Gier vieler Anleger. Selbstverständlich möchten wir nicht behaupten, dass man mit solchen Kandidaten kein Geld verdienen kann. Das Problem liegt stattdessen darin, dass die meisten Anleger solche Aktien viel zu stark in ihrem Portfolio gewichten ohne ein Ausstiegs-Szenario zu planen und gar nicht merken, dass sie sich dadurch einem enormen Risiko aussetzen. Diese Werte brechen nämlich auch nicht selten um 50 bis 80 Prozent ein. Während die Aktie steigt, möchte dies jedoch niemand wahrhaben – bis es zu spät ist.

Blicken wir beispielsweise auf die Aktie des Wasserstoff-Technologie Unternehmens Nel ASA (Ticker: NEL) und vergleichen diese mit der Aktie des Getränke- und Nahrungsmittelhersteller Pepsi Co. (Ticker: PEP). Hier müssen Sie sich fragen mit welchem der beiden Werte Sie in der Vergangenheit vermutlich die bessere Investitionsentscheidung getroffen hätten. Sollten Sie in der Lage sein immer die optimalen Ein- und Ausstiegspunkte innerhalb weniger Wochen zu identifizieren, hätten Sie mit Nel Asa eine beträchtliche Rendite eingefahren. Sollten Sie allerdings am Hochpunkt gekauft haben, was häufig bei Privatanlegern der Fall ist, dann hätten Sie jetzt Verluste im hohen zweistelligen Prozentbereich. Anleger die in Pepsi Co. investierten, sahen in der Vergangenheit bereits nach wenigen Monaten immer eine positive Rendite.

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Vergleich der Nel Asa Aktie und Pepsi Co Aktie (Jun-21 - Nov22) Chart / FinMent

Vergessen Sie nicht auf Werte zu achten, die nicht im Rampenlicht der Medien stehen und lassen Sie sich nicht durch die Emotionen anderer beeinflussen. „Langweilige“ Aktien gehören in jedes Langfristportfolio.

Fehler 2: "Mit meinen ETFs bin ich bereits diversifiziert"

Eine gute Diversifizierung ist durch eine möglichst geringe Schwankung bei gleichzeitig positiver Rendite im Portfolio gekennzeichnet. Wenn wir uns einmal den beliebtesten ETF ansehen, den MSCI World, dann können wir zwar erkennen, dass dieser seit 1975 eine jährliche Rendite von durchschnittlich 9 Prozent (vor Gebühren und Steuern) erzielt hat. Auf der anderen Seite mussten Anleger hier bis zu 34 Prozent Kursverlust ertragen. Eine 10.000 Euro Position wäre also auf 6.600 Euro geschrumpft. Das Risikomanagement lässt hier also zu wünschen übrig.

Das Problem beim MSCI World liegt in erster Linie nicht darin, dass es ein schlechtes Investment ist, sondern, dass es als ein in sich diversifizierter Titel angesehen wird. Dass allein rund 70 Prozent aller Aktien dem US-amerikanischen Raum zuzuordnen sind und davon etwa 22 Prozent dem IT-Sektor, lässt Zweifel aufkommen. Wenn wir uns die fünf größten Positionen ansehen die sich aus Apple, Microsoft, Amazon, Tesla und Alphabet zusammensetzen, dann sollte klar sein, dass alle fünf Werte mehr oder weniger von den gleichen Faktoren beeinflusst werden.

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Top Werte des iShares Core MSCI World -- Quelle alte-leipziger-fonds.de

Fehler 3: Die Über-Diversifikation

Ein weit verbreiteter Fehler unter Privatanlegern ist die Annahme, dass mit steigender Zahl an Aktien das Portfolio stets besser aufgestellt ist. Sie beginnen aus allen möglichen Sektoren, Branchen und Regionen Aktien zu kaufen und sich mehrere dutzend Aktien ins Portfolio zu legen die sie nur zu verstehen glauben. Ihren Investmentscheidungen geht dann meist nur wenige Minuten Research pro Aktie voraus. Das Ergebnis ist ein über-diversifiziertes Portfolio in welchem sich neben den starken Aktien auch schwache Werte befinden, welche die Gesamtperformance bremsen. Als Privatinvestor sollten Sie versuchen, sich je nach Startkapital auf ca. 5 bis 15 Aktien zu konzentrieren. Je mehr Kapital Ihnen zur Verfügung steht, desto mehr Werte können Sie aufnehmen. Beachten Sie allerdings, dass auch der Aufwand mit steigender Anzahl Aktien im Portfolio steigt.

Wie bereits erwähnt sollten Sie jede ihrer Aktien verstehen und sich auf dem Laufenden halten bezüglich wichtiger fundamentaler Veränderungen. Wenn Sie sich auf weniger Werte konzentrieren, reduzieren Sie zudem ihre Fehlerquote. Sollten Ihnen Fehler unterlaufen, so fällt dieser Ihnen sofort auf und geht nicht durch eine Flut an Informationen unzähliger Werte unter.

IV. Börsen-Stars und ihre Strategien

Warren Buffet

„Investiere in nichts, was du nicht verstehst“ – durch seine Weisheiten hat Warren Buffet weit über den Aktienmarkt hinaus Kultstatus erreicht. Vor allem aber unterstreicht die Performance der eigenen Holding namens Berkshire Hathaway die Kompetenz der Investoren-Legende. Buffet konzentriert sich auf Value Titel und ist für eine besonders lange Haltedauer seiner Beteiligungen bekannt. Schwankungen interessieren den 92-Jährigen kaum. In Krisenzeiten wird nachgekauft und die größten Positionen, Apple und Coca Cola, haben sich als absolute Kursraketen erwiesen.

Cathie Wood

2020 war DAS Erfolgsjahr für Cathie Wood. Die Star-Investorin gehört mit 66 Jahren ebenfalls nicht mehr zu den jüngsten Marktteilnehmern, verfolgt jedoch eine ähnlich strikte Strategie wie Warren Buffet. Anders als das „Orakel von Ohama“ investiert Wood jedoch ausschließlich in Wachstumsaktien. Viele dieser Konzerne erwirtschaften noch keine Gewinne und die Spitzenposition des berühmtesten Fonds, der ARK Innovation ETF, macht die üppig bewertete Tesla Aktie aus. Wichtig: Woods Anlagevehikel tragen zwar die Bezeichnung ETF, unterliegen jedoch nicht den weltweiten regulatorischen Standards. So sind die Fonds der Tech-Ikone auch nicht in Deutschland handelbar und Anleger benötigen einen Zugang zu amerikanischen Börsenplätzen.

Michael Burry

Nicht nur Börsianern dürfte Michael Burry ein Begriff sein: Der Fonds-Manager hat es vor Jahren auch auf die Leinwand geschafft und begeisterte in „The Big Short“ ein Millionenpublikum. Aufgrund seiner legendären Wette gegen den Immobilienmarkt erfährt Burry nach wie vor große Beachtung und dessen Prognosen fließen in so manch einen Portfolio Aufbau ein.

Ray Dalio

Mit 12 Jahren das erste Mal mit Aktien gehandelt, ein Wirtschaftsstudium an der Harvard Business School mit Bestnoten abgeschlossen und die Hedgefonds-Gesellschaft im eigenen Appartement gegründet – der Werdegang von Ray Dalio ist erstaunlich. Ebenso erstaunlich investiert Bridgewater Associates: Mithilfe von Derivaten maximiert Dalio Gewinne und dämmt Verluste ein. Nachhaltig! Berühmt ist der gebürtige New Yorker für sein Allwetter Portfolio.

Fazit

Ein sinnvoller Portfolioaufbau ist kein Hexenwerk! Mithilfe unterschiedlicher Strategien ist für jeden Anleger der passende Ansatz gefunden. Es ist essentiell, dass Sie ein Verständnis für die Börse bzw. ein Gefühl für die Schwankungen und Charakteristika der Märkte entwickeln. Fangen Sie also klein an. Investieren Sie kleine Beträge in ETFs und wertstabile Aktien, bevor Sie sich an die risikoreichen und volatilen Werte wagen. Am wichtigsten ist es also, dass Sie überhaupt starten und sich die praktische Erfahrung holen, während Sie sich parallel weiterbilden.

Eine einfache Musterlösung gibt es nicht. Sie haben eine individuelle Art und Weise Entscheidungen zu treffen und auch die Zukunft der Börse wird keine exakte Kopie aus der Vergangenheit sein.

Und vergessen Sie nicht! Für den nachhaltigen Vermögensaufbau spielt neben einer festgelegten Strategie auch das Überprüfen der Wertentwicklung eine Rolle. Eine Software kann Ihnen bei dieser Aufgabe viel Arbeit abnehmen und bietet mit wenigen Klicks einen umfangreichen Überblick über die Streuung Ihres Kapitals. Von Schwankungen sollten Sie sich nicht beunruhigen lassen, mit der Zeit werden Sie Ihren Handelsstil finden sowie auch die passenden Werte, welche Ihr persönliches Portfolio bilden. Dann wird es Ihnen auch möglich sein, Schwankungen zu eliminieren und den Kurs in Richtung finanziellen Erfolg einzuschlagen.

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Hauptbildquelle: shutterstock

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