Lufthansa Aktie Prognose 2022: Unternehmen, Kurs und Zukunft
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Lufthansa aktie Prognose 2022: Unternehmen, Kurs und Zukunft

Die Lufthansa Group beziehungsweise Deutsche Lufthansa AG (WKN: 823212, ISIN: DE0008232125) ist ein in Köln ansässiges Luftfahrtunternehmen, das zu den weltweit führenden Fluggesellschaften zählt. Der Konzern beherbergt über 580 Lufthansa-Tochterunternehmen und Beteiligungen, darunter die Bereiche Airlines, Luftfrachtunternehmen, Technik, Catering sowie Schulungszentren für Piloten und Flugbegleiter. Der Kurs der Lufthansa-Aktie hat, auch pandemiebedingt, mit Problemen zu kämpfen. Vor dem Hintergrund positiver Quartalsergebnisse mehren sich jedoch Analysen, die der Lufthansa eine gute Prognose für 2022 und ein höheres Kursziel zutrauen.

Lufthansa Aktie: Kennziffern und Symbole

Lufthansa WKN: 823212, ISIN: DE0008232125, Kürzel: LHA, Börsenplatz: FRA

Lufthansa: Lufthansa Aktienkurs

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Die Lufthansa-Aktie und die Pandemie: Stabilisierungsmaßnahmen und Kapitalerhöhungen

Die Luftfahrt-Branche ist durch die Restriktionen und Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Epidemie massiv in Mitleidenschaft gezogen worden. Alleine im dritten Quartal 2020 musste die Lufthansa Group Verluste in Höhe von 1,3 Milliarden Euro feststellen.

Zur Abfederung der Auswirkungen sah sich die Lufthansa veranlasst, Staatshilfen in Anspruch zu nehmen. Dies geschah vorwiegend im Rahmen von Krediten und Stabilierungsmaßnahmen. Die Lufthansa AG hatte im Juni mit dem WSF (Wirtschaftsstabilisierungsfonds) der BRD sowie den Regierungen von Belgien, Österreich und der Schweiz entsprechende Maßnahmen ausgehandelt, damit die Solvenz des Unternehmens erhalten bleibt.

Der WSF erklärte sich bereit, stille Beteiligungen von 5,5 Milliarden Euro zu leisten. Dabei werden 4,5 Milliarden Euro gemäß der HGB- und IFRS-Vorschriften als Eigenkapital bezeichnet (Stille Beteiligung I), während 1 Milliarde Euro als Fremdkapital eingestuft wird (Stille Beteiligung II). Um die Zinslast und das Mitspracherecht der Kreditgeber zu reduzieren, hat die Lufthansa bereits einen großen Teil zurückgezahlt.

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Im Rahmen einer starken Kapitalerhöhung, beschlossen auf der Hauptversammlung 2021, hat die Lufthansa den in Anspruch genommenen Betrag der Stillen Beteiligung I in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vollständig zurückgezahlt. Ebenso wurde die Stille Beteiligung II in Höhe von 1 Milliarde Euro vollständig zurückgezahlt. Der nicht beanspruchte Restbetrag der Stillen Beteiligung I in Höhe von 3 Milliarden Euro wurde im November 2021 gekündigt, nachdem weitere Fortschritte in der operativen Erholung erzielt werden konnten.

Diese Entwicklung stimmt einige Analysten positiv und veranlasst sie zu einem höheren Kursziel. Hinzu kommt, dass der Impffortschritt sowie die milderen Krankheitsverläufe der Omikron-Variante die Aussichten auf weitere Lockerungen im Reiseverkehr nähren.

Deutsche Lufthansa AG: eine Fluggesellschaft im Überblick

Die wesentliche Geschäftstätigkeit der Lufthansa AG ist die Durchführung internationaler und nationaler Passagier- und Frachtlinienflüge. Dazu gehören auch Geschäftsfelder wie Technik, Instandhaltung, IT-Service (Lufthansa Systems GmbH & Co. KG), Logistik sowie Catering. Zu den zahlreichen Tochtergesellschaften beziehungsweise Marken der Lufthansa gehören die Fluglinien Lufthansa, Germanwings, SWISS und Austrian Airlines. Die Lufthansa AG hält Beteiligungen an Unternehmen wie Brussels Airlines, JetBlue und SunExpress. Im internationalen Frachtlinienverkehr ist die Lufthansa AG führend. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG ist seit 2014 Carsten Spohr.

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Geschichte und Entwicklung der Lufthansa als Unternehmen

Die heutige Lufthansa ist im Jahr 1953 gegründet worden. Die Historie des Unternehmens lässt sich jedoch zurückverfolgen bis ins Jahr 1924, als der Name (damals noch Luft Hansa) erstmals verwendet wurde. Der Name wurde gebraucht für eine geplante neue Fluggesellschaft im Zuge der Einweihung der Flugstrecke von Dresden nach München durch die Vorgänger-Gesellschaft Junkers.

Die Junkers Luftverkehrs AG und die Deutscher Aero Lloyd AG schlossen sich 1926 zur Luft Hansa AG (alte Schreibweise) mit Hauptsitz in Berlin zusammen. Zum Ende des zweiten Weltkriegs wurde der Flugverkehr eingestellt, bevor das Unternehmen 1951 endgültig liquidiert wurde.

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Die gegenwärtige Deutsche Lufthansa AG wurde 1953 als LUFTAG (Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf) ins Leben gerufen und nach dem Rechte-Erwerb am Namen 1954 in Deutsche Lufthansa AG umbenannt. Nach Wiedererlangung der Lufthoheit durch die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1955 nahm dieses Lufthansa-Unternehmen den Linienflugverkehr auf. Bis 1963 verblieb das Unternehmen fast vollständig in Staatsbesitz. Seit dem Jahr 1997 ist die Lufthansa vollumfänglich privatisiert.

Im Verlauf der 1990er Jahre baute die Lufthansa ihre Geschäftsbereiche stark aus und führt zahlreiche Geschäftsfelder als eigenständige Tochtergesellschaften. Heute ist die Deutsche Lufthansa AG ein global führender Anbieter im Luftverkehr sowie in luftverkehrsnahen Dienstleistungen.

Geschäftsfelder und Märkte der Lufthansa

Der Umsatz des Unternehmens entfällt zu etwa 44 Prozent auf die Netzwerk-Airlines, 5 Prozent entfallen auf Eurowings, 23 Prozent des Umsatzes werden mit Logistik-Leistungen erzielt, 19 Prozent entfallen auf den Geschäftsbereich Technik. Das Catering trägt zu etwa 7 Prozent zum Umsatz bei. Etwa 2 Prozent des Umsatzes lassen sich unter Sonstiges subsumieren.

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Lufthansa startet am 31.01.2021 ab Hamburg zum längsten Non-Stop-Flug auf die Falklandinseln

Der Umsatz des Unternehmens entfällt zu etwa 44 Prozent auf die Netzwerk-Airlines, 5 Prozent entfallen auf Eurowings, 23 Prozent des Umsatzes werden mit Logistik-Leistungen erzielt, 19 Prozent entfallen auf den Geschäftsbereich Technik. Das Catering trägt zu etwa 7 Prozent zum Umsatz bei. Etwa 2 Prozent des Umsatzes lassen sich unter Sonstiges subsumieren.

Lufthansa-Tochterunternehmen und Beteiligungen

Die Lufthansa Group umfasst als Konzern insgesamt mehr als 580 Lufthansa-Tochterunternehmen. Dazu zählen ebenso Beteiligungen. Die Deutsche Lufthansa AG ist hierbei Muttergesellschaft sowie größte operative Einzelgesellschaft im gesamten Lufthansa-Unternehmen. Zu den Lufthansa-Tochterunternehmen gehören unter anderem die Lufthansa Cargo AG (Luftfracht), die Lufthansa Technik AG (Flugzeugwartung und -instandhaltung) und die LSG Service Holding AG (Catering). Zudem gehören zum Lufthansa-Unternehmen auch Schulungszentren für angehende Piloten sowie Flugbegleiter. Diese Schulungs-Einrichtungen betreibt die Lufthansa als Lufthansa Aviation Training. Seit den mittleren 2000er Jahren begann die Lufthansa, zahlreiche europäische Fluggesellschaften zu übernehmen. Dazu gehören Swiss International Air Lines, Austrian Airlines, Air Dolomiti, Brussels Airlines sowie Teilbereiche der Air Berlin.

Übernahme zahlreicher europäischer Fluggesellschaften, Swiss International Air Lines, Austrian Airlines, Air Dolomiti, Brussels Airlines

Lufthansa-Aktie und ihre Besonderheiten

Die Lufthansa-Aktie wurde erstmals im Jahr 1966 an der Börse gehandelt. Dabei hielt der Staat die Mehrheit an der Lufthansa-Aktie. Im Verlauf der 1990er wurde der Aktien-Anteil der öffentlichen Hand auf 34 Prozent Lufthansa-Aktien reduziert. Die Lufthansa-Aktie ist in Frankfurt (Main) an der Börse notiert und kann ebenfalls über die Xetra Börse online gehandelt werden. Die größte Aktien-Anteil an der Lufthansa-Aktie entfällt weiterhin auf die Bundesrepublik Deutschland. Die Lufthansa-Aktien sind als vinkulierte Namens-Aktien im Umlauf. Dadurch ist eine Kontrolle des Kreises der Aktien-Inhaber möglich. Grundlage ist das seit 1997 Anwendung findende Luftverkehrsnachweissicherungsgesetz. Demnach darf der Anteil der Aktien-Inhaber, die keine EU-Bürger sind oder (als juristische Personen) keinen Sitz in der EU haben nicht 50 Prozent des Gesellschaftskapitals überschreiten.

Lufthansa-Aktie und ihre längerfristige Entwicklung

In der Vergangenheit war der Kurs der Lufthansa-Aktie von einem jahrelangen Aufwärtstrend geprägt, der in einem enormen Kursanstieg zwischen Ende 2016 und Ende 2017 gipfelte. Die Kursziele der gängigen Analysen wurden in diesem Zeitraum immer wieder übertroffen. In diesem Zeitabschnitt konnte der Kurs der Lufthansa-Aktie von unter 7 Euro auf über 22 Euro zulegen. Es folgte ein längerer Abwärtstrend, der Anfang Oktober 2020 seine Talsohle bei einem Kurs von nur noch knapp über 5 Euro fand, womit das Kursziel der meisten Analysten unterschritten wurde.

Insgesamt haben Aktien der Lufthansa seit dem Jahr 2012 um knapp 30 Prozent an Wert verloren. Dies entspricht einem durchschnittlichen Kursverlust von etwa 3,3 Prozent pro Jahr. Daraus ergibt sich eine Verlust-Ratio von etwa 4,65, was einem relativ hohen Anlage-Risiko entspricht.

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Seit Ende Dezember 2021 konnte der Kurs der Lufthansa-Aktie jedoch wieder merklich zulegen, was nach einigen Analysen Grund für Optimismus und ein höheres Kursziel der Wertpapiere bietet. Im Zuge dieser Anstiege sahen sich viele Analysten veranlasst, in ihren Analysen das Kursziel der Lufthansa-Aktie deutlich nach oben zu korrigieren.

Lufthansa-Aktie und die Dividende

Grundsätzlich kommt es auf der jährlichen Aktionärs Hauptversammlung der Lufthansa zum Beschluss der Lufthansa-Dividende. Diese wird als Gewinnbeteiligung an die Aktionäre ausgeschüttet. Der Vorstand schlägt die Dividendenhöhe vor, bevor die Anleger in der Hauptversammlung typischerweise mit einfacher Mehrheit dem Dividendenbeschluss zustimmen. Sämtliche Anleger, die zu diesem Zeitpunkt investiert sind in die Lufthansa-Aktien erhalten in Abhängigkeit ihrer Stückzahl eine entsprechende Lufthansa-Dividende. Die Höhe der Lufthansa-Dividende ist erheblich von der jeweiligen Geschäftsentwicklung abhängig.

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Grundsätzlich sah die Dividendenpolitik der Lufthansa seit 2019 vor, 20 bis 40 Prozent des Unternehmensgewinns (bereinigt) auszuschütten. In der Praxis zahlte die Lufthansa 2020 und 2021 keine Dividende. Dies hängt mit den Einbußen des Unternehmens im Zuge der Covid-19-Pandemie zusammen, die zahlreiche Fluggesellschaften hart traf. Zur Gewährleistung seiner Solvenz nahm der Konzern Stabilisierungsmaßnahmen in Anspruch. Dies schließt eine Dividendenzahlung an Aktien-Inhaber aus. Diese Stabilisierungsmaßnahmen sind voraussichtlich bis zum Geschäftsjahr 2023 beendet. Erst nach Rückzahlung der Kredite und stillen Einlagen ist mit einer weiteren Dividendenzahlung zu rechnen. Dies bedeutet, dass Anleger frühestens ab 2024 wieder mit einer Lufthansa-Dividende rechnen können, sollte für die Lufthansa-Aktie die Prognose positiv ausfallen.

Deutsche Lufthansa AG: Basisdaten

Lufthansa-Aktie und die Prognose

Gegenwärtig ist die Lufthansa-Aktie bei der Prognose noch vor dem Hintergrund der Covid-bedingten Geschäftseinbußen zu betrachten. Doch im Hinblick auf das noch junge Geschäftsjahr 2022 häufen sich in Analysen der Lufthansa-Aktie die Prognose einer positiven Entwicklung. Das Geschäftsjahr war aufgrund der fortbestehenden Corona-Flaute noch durchwachsen. Laut aktueller News rechnet der Flughafenverband ADV jedoch für das folgende Geschäftsjahr mit etwa 100 Millionen Passagieren mehr. Nachdem es sich im Jahr 2021 um unter 80 Millionen Passagiere handelte, geht der Verband für 2022 von 180 Millionen aus. Auch ein Zuwachs im Luftfrachtgeschäft könnte die Lufthansa-Aktie bei der Prognose in einem günstigeren Licht dastehen lassen.

In den verbleibenden Wintermonaten sei nach dem Verband noch mit schwacher Nachfrage zu rechnen. Doch verbessere sich die Nachfrage nach Privat- und Geschäftsreisen, sobald die Reisebeschränkungen voraussichtlich fallen.

Bei der Lufthansa-Aktie ist bei der Prognose aber das Vorkrisen-Niveau von 248 Millionen Fluggästen (Stand 2019) zu beachten, das voraussichtlich noch länger nicht wieder erreicht werde. Ebenso ist bei der Lufthansa-Aktie bei der Prognose zu beachten, dass in vielen Flughäfen aufgrund der pandemie-bedingten Einbrüche noch immer eine existenzgefährdende Situation herrscht. Der ADV rechnet erst für das Jahr 2025 damit, dass die Werte aus der Vorkrisen-Zeit wieder erreicht werden.

Ein deutlich vorteilhafteres Bild ergibt sich mit Blick auf das Geschäftsfeld Luftfracht. Diese profitieren unter anderem von den Problemen in den Abläufen des Seetransports im vergangenen Jahr. Die umgeschlagene Frachtmenge an deutschen Flughäfen konnte im Zuge dessen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 18 Prozent zulegen. Der ADV prognostiziert, dass bis zum Jahr 2022 noch weitere fünf Prozent Wachstum hinzukommen. Auch die Aktien des Unternehmens dürften noch einige Jahre brauchen, bis die Vorkrisen-Werte erneut erreicht werden.

Buy, Hold oder Sell?

Die Analysen fallen durchmischt aus. Von 11 aktuellen Einschätzungen fallen 5 positiv aus, während 3 neutral sind und weitere 3 den Verkauf der Wertpapiere empfehlen. Joh. Berenberg (Berenberg Bank) sieht zum 05.01. das Kursziel bei nur 6,30 Euro, während Kepler Cheuvreux im Dezember ein Kursziel von 8 Euro angegeben hat. Bei günstigem Einstieg ist jedoch eine mittelfristig lukrative Wertentwicklung der Wertpapiere möglich.

Bildquelle(n): Deutsche Lufthansa AG, Shutterstock

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