Plug Power Aktie Prognose 2024: Insolvenzgefahr gebannt?

Plug Power Aktie News: Anstieg der Plug Power Aktie trotz schwacher Ergebnisse.

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Plug Power Truck, Flüssiger Wasserstoff / SK Group

Die Energiewirtschaft in vielen Industrienationen befindet sich insbesondere seit Beginn des Ukrainekonflikts in einem Umbruch. Erneuerbare Energien und Klimaschutz standen noch nie so hoch auf der politischen Agenda wie heute. Mehrere Billionen Euro an Förderungen werden weltweit in entsprechende Technologien gepumpt und es zeichnet sich bislang keine Abschwächung dieses Trends ab. Wenn man bedenkt, dass eine der größten Herausforderungen der erneuerbaren Energien darin besteht, den durch Solar– und Wind-Energie erzeugten Strom zu speichern und anschließend wieder einzuspeisen, sollte man das zukünftige Marktwachstum diverser Wasserstofftechnologien nicht unterschätzen.

Plug Power Aktie News: Direkt zu den aktuellen Plug Power Quartalszahlen (Q1 2024) springen!

Plug Power sticht im Vergleich zu anderen Wasserstoff Aktien insbesondere durch seine hochtechnologisierten und patentgeschützten Brennstoffzellen hervor, welche bereits Kunden wie Amazon, Walmart, BMW überzeugt haben. Wenn die Wasserstoffrevolution beginnt, dann doch in den Lagerhallen und Produktionsstätten der größten Unternehmen der Welt, oder? Die jüngsten Ergebnisse des Treibstoffherstellers lassen jedoch nicht darauf schließen, dass der Durchbruch unmittelbar bevorsteht. Die Aktie notiert bereits seit November 2023 unter der 5-Dollar-Marke und ist damit ein sogenannter „Pennystock“, von dem sich institutionelle Investoren in der Regel fernhalten. Sollten Privatanleger vor diesem Hintergrund ebenfalls die Finger von Plug Power lassen oder eröffnet sich hier eine langfristige Investmentchance mit Vervielfachungspotenzial?

Plug Power Inc Aktie: Kennziffern und Symbol

WKN: A1JA81, ISIN: US72919P2020, Ticker-Symbol: PLUG

Plug Power Aktienkurs

Seit Anfang 2024 ist die Plug Power Aktie um rund 42 Prozent gefallen (Stand 12. Mai). Gleichzeitig ist der Technologieindex Nasdaq um 8 Prozent gestiegen. Dies zeigt deutlich, dass es sich bei Plug Power um schwerwiegende fundamentale Probleme handelt und nicht um eine volatile Aktie in einer Phase der allgemeinen Marktschwäche. Es scheint, dass die Mehrheit der Marktteilnehmer nicht mehr an den Fortbestand von Plug Power Inc. glaubt.

Unternehmens-Vorstellung und Entwicklung von Plug Power Inc.

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Plug Power's größte Kunden im Überblick / Plug Power

Das US-amerikanische Unternehmen Plug Power Inc. ist eines der wichtigsten Unternehmen und Marktführer innerhalb der Wasserstoffbranche in den USA. Die Geschäftstätigkeit von Plug Power konzentriert sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Brennstoffzellen, welche herkömmliche Batterien in elektrischen Geräten und Fahrzeugen ersetzen sollen. In den letzten Jahren konnte das Unternehmen sein Geschäft zunehmend über die Wertschöpfungskette ausweiten, sodass es auch im Bereich der Wasserstoffproduktion und Speicherung sowie Infrastruktur (Zapfsäulen) Lösungen anbietet. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im US-amerikanischen Latham, Albany County, im Bundesstaat New York. Seit dem Jahr 1999 ist das Unternehmen börsennotiert und die Plug Power Aktien (ISIN: US72919P2020 – Symbol: PLUG) können an mehreren Börsen gehandelt werden, z.B. NASDAQ, XETRA, Japan Exchange, LSEG, etc.

Das Alleinstellungsmerkmal von Plug besteht darin, dass das Unternehmen der weltweit führende Anbieter von schlüsselfertigen Wasserstofflösungen für die globale grüne Wasserstoffwirtschaft sowie der weltweit größte Abnehmer von Flüssigwasserstoff und Erbauer von Wasserstofftankstellen ist. Plug baut ein grünes Wasserstoff-Ökosystem auf, von der Produktion, Speicherung, Lieferung bis hin zur Energieerzeugung, um seine Kunden bei der Erreichung ihrer Geschäftsziele und der Dekarbonisierung der Wirtschaft zu unterstützen.

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Das grüne Wasserstoff-Ökosystem von Plug Power inc / Plug Power

"GenDrive": Die revolutionäre Brennstoffzellen-Technologie

Eine der bedeutendsten Innovationen, die das Unternehmen auf den Markt brachte und zu einer größeren Bekanntheit verhalf, war die Brennstoffzellengeneration „GenDrive„. Diese Brennstoffzellen können innerhalb weniger Minuten aufgeladen werden, damit deutlich schneller, als dies bei herkömmlichen Technologien möglich ist. Reguläre Batterien nehmen für diesen Prozess normalerweise mehrere Stunden in Anspruch. Im Bereich der Flurförderzeuge (insbesondere Gabelstapler) kam die firmeneigene Technologie bereits sehr erfolgreich zum Einsatz. So kommen mit GenDrive betriebene Flurfördergeräte heute unter anderem in den Lagerhallen großer Konzerne wie Amazon, Walmart, BMW zur Anwendung.

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GenDrivePhotosm, Flurförderzeuge / Plug Power Inc.

Ein wesentlicher Vorteil der Technologie im Betrieb von Flurförderzeugen besteht darin, dass sie den Fahrzeugen konstante Leistung zur Verfügung stellt. Wie das Brennstoffzellen-Unternehmen Plug Power Inc. selbst auf seiner Homepage berichtet, konnte beim Betrieb der Flurförderzeuge mit dieser Technologie der Logistik-Betrieb über 24 Stunden an bis zu 7 Tagen in der Woche ohne Unterbrechungen am Laufen gehalten werden. Dies ist den sehr kurzen Ladezyklen und geringen Betriebstemperaturen der Brennstoffzellen zuzurechnen.

Eine weitere Stärke der GenDrive-Technik besteht darin, dass sie trotz ihrer Leistung in ihren Abmessungen nicht größer als herkömmliche Batterien sind. Plug Power ist in der Lage jeden bestehenden Gabelstapler sowie weitere batteriebetriebene, industrielle Fahrzeuge umzurüsten, woraus sich ein enormes Wachstumspotenzial ergibt. In vielen Berichten diverser Forschungsinstitute (z.B. dem IEA – International Energy Agency) und Fachzeitschriften wird behauptet, dass Wasserstoff in Zukunft in der industriellen Anwendung unverzichtbar sein wird.

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"ProGen": Wasserstoffmotoren, die Zukunft der E-Mobilität?

Die ProGen-Plattform mit modularen Brennstoffzellenmotoren erweitert die Reichweite des Unternehmens auf den Sektor der Elektrofahrzeuge für den Straßenverkehr. Tausende von ProGen-Motoren sind heute im Einsatz und bedienen auch hier insbesondere Kunden aus dem industriellen Sektor. Eine der besten Lösungen für Transportunternehmen, um die anspruchsvollen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, besteht darin, ihre Flotten zu dekarbonisieren.

Dekarbonisierung

  • Unter der «Dekarbonisierung» versteht man den Umstieg von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdgas oder Öl auf kohlenstofffreie und erneuerbare Energiequellen.

Diesen Markt hat Plug erkannt und ist bereits mit Partnern wie der Groupe Renault in ein Joint Venture („HYVIA„) getreten, um Brennstoffzellen und Wasserstoff-Hochdruckbehälter in Transportern und Lastwagen zu integrieren. Das erste Modell, der Renault MASTER VAN H2-TECH, wurde im Dezember 2022 zugelassen und die erste Elektrolyseanlage in Flins (Frankreich) wurde im April 2023 in Betrieb genommen. Insgesamt sind die Erfolge des Joint Ventures in den letzten 3 Jahren jedoch als bescheiden zu bezeichnen.

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ProGen Plug Power & Groupe Renault_Projekt "HYVIA" / HYVIA EU

Auch in der Luftfahrt sieht das Unternehmen großes Wachstumspotenzial. Mit der Firma Airflow sollen gemeinsam Passagier- und Frachtflugzeuge für Kurzstreckenziele gebaut werden. Gleichzeitig wird mit Heven Drones an Prototypen für wasserstoffbetriebene Drohnen gearbeitet. Das stärkste Argument für Wasserstoff und gegen Lithium-Ionen-Batterien in der Luftfahrt ist, dass Brennstoffzellenlösungen lange Flugzeiten ermöglichen und die Nutzlastkapazität gegenüber Batterielösungen maximieren.

Unternehmen, wie Airbus und Boeing haben diese Vorteile ebenfalls für sich entdeckt und haben auch bereits begonnen, die ersten Prototypen für wasserstoffbetriebene Langstrecken-Flugzeuge zu entwickeln. Und auch mit Airbus konnte Plug Power eine Kooperation vereinbaren. Der Brennstoffzellenhersteller wurde dabei beauftragt, Konzepte für grüne Wasserstoffinfrastrukturen auf Flughäfen zu erstellen.

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Konzept für grüne Wasserstoffinfrastruktur auf Flughäfen / Plug Power

GenFuel und GenSure: Das Wasserstoff-Ökosystem ist komplett

Zwei weitere Divisionen, die 2022 und 2023 ihren Weg in das Produktportfolio von Plug Power gefunden haben, bieten nicht weniger Wachstumspotential für das Unternehmen. Mit GenFuel möchte der Wasserstoff-Innovator sein Tankstellennetz erweitern sowie stationäre Lösungen für Großkunden, welche die ProGen und GenDrive Lösungen benutzen, anbieten. GenSure, auf der anderen Seite, ermöglicht es den Kunden, den Kraftstoff vor Ort zu lagern und so eine konstante Kraftstoffversorgung für die Brennstoffzellensysteme aufrechtzuerhalten. Die Brennstoffkammern ermöglichen die Skalierung der Wasserstoffversorgung, um ein breites Spektrum an Laufzeitanforderungen zu erfüllen.

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Plug Power Wasserstoff-Speicherlösungen am Produktionsstandort / invezz

Plug nennt 3 wichtige Argumente für die Implementierung ihrer Wasserstoff-Infrastrukturen für Unternehmen im industriellen Sektor:

  1. Hohe Flexibilität: Das modulare Design bietet skalierbare Lösungen, die Leistungsanforderungen von 50 Watt bis zu mehreren Megawatt abdecken können.
  2. Niedrigere Betriebskosten: Wasserstofflösungen ermöglichen im Vergleich zu Verbrennungsgeneratoren bis zu 84 Prozent geringere Betriebskosten aufgrund der geringen Wartungsanfälligkeit
  3. Robustheit: GenSure-Brennstoffzellen-Notstromprodukte funktionieren unter den härtesten Wetterbedingungen, von -40°C bis 50°C. Zertifizierungstests haben die Zuverlässigkeit der GenSure-Brennstoffzellen bei Starkregen, Buschfeuer und Erdbeben der Stufe 4 bestätigt.

Letzteres ist angesichts der weltweiten Klimaveränderungen und zunehmenden Katastrophen von besonders hohem Wert für Kunden. Schließlich ist in den letzten Jahren die Energiesicherheit bei vielen Unternehmen weit nach oben auf ihre Agenda gekommen. Wasserstoffbetriebene Notstrom-Versorgungssysteme bieten hier eine besonders attraktive Lösung für die Stabilisierung von unter anderem Rechenzentren und Kommunikationsnetze.

Unternehmensstrategie nach dem Vorbild Tesla

Was haben Tesla und Plug Power gemeinsam? Das Stichwort lautet vertikale Integration. Ein Unternehmen, welches vertikal integriert, nimmt weitere vor- bzw. nachgelagerte Fertigungs- und Handelsstufen der Wertschöpfungskette in die eigene Geschäftstätigkeit auf. Es wird häufig auch von einer erhöhten Fertigungstiefe gesprochen.

Aus beiden Arten der Integration ergeben sich für Unternehmen folgende Chancen:

  • Der Umsatz wird über einen größeren Teil der Wertschöpfungskette verteilt (Diversifizierung).

  • Die Qualität der Vorprodukte kann vom Unternehmen selbst gesichert werden.

  • Geringere Abhängigkeit von Zulieferern (Lieferengpässe).

  • Kostenvorteile durch erhöhte Produktvielfalt (Economies of Scope, Verbundeffekte)

  • Innovationen lassen sich besser geheim halten.

Plug Power setzt sich zum Ziel, in wenigen Jahren zum Komplettanbieter im Bereich des Wasserstoffs aufzusteigen. Von der Elektrolyse, über die Verflüssigung und Auslieferung des Wasserstoffs, bis hin zur Brennstoffzelle, soll Plug Anbieter Nr.1 weltweit sein. Wer in Zukunft Plug Power Brennstoffzellen, Speichersysteme oder Zapfsäulen bestellt, soll auch mit dem nötigen Wasserstoff beliefert werden.

Auch Tesla-Chef Elon Musk weiß die Vorteile der vertikalen Integration zu schätzen. So produziert der Elektrofahrzeughersteller zahlreiche wichtige Bauteile, wie beispielsweise die Batterien und Chips, selber. Dem Endkunden wird darüber hinaus ein Schnellladenetzwerk zur Verfügung gestellt sowie Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen angeboten. Daraus ergeben sich zahlreiche Synergieeffekte, die eine wichtige Rolle in der Erfolgsstory von Tesla spielen.

Das Gegenspiel zu Economies of Scope (Verbundeffekte), ist Economies of Scale (Skaleneffekte), dabei versucht das Unternehmen Kostenvorteile durch sinkende Produktionskosten zu erzielen. Hierfür erfolgt meist eine Spezialisierung auf eine Stufe der Wertschöpfungskette sowie die Erhöhung der Produktionsmenge. Seit Mitte der 90er Jahre nimmt der Trend zur Spezialisierung von Unternehmen in den verschiedensten Branchen und Wirtschaftssektoren zu. Aktuell findet in Anbetracht der Lieferkettenprobleme und Rohstoffmangels allerdings ein Umdenken statt. Nicht nur die Amerikaner mit Tesla, sondern auch der Automobilhersteller BYD in China setzt stark auf Verbundeffekte.

Eine Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ergibt, dass expansive Unternehmen, die ihre Produktpalette ausweiten, meist schneller im Umsatz wachsen. Auf der anderen Seite erzielen Unternehmen, die den Weg der Spezialisierung wählen, meist höhere Erträge und sind profitabler. Letzteres ist vor allem dann sinnvoll, wenn Unternehmen einem starken Kostendruck ausgesetzt sind.

Ob sich Plug Power gegen seine Konkurrenten wie Ballard Power (Brennstoffzellen) oder Nel ASA (Elektrolyseure), die auf Skaleneffekte setzen, durchsetzen wird, vermag niemand mit absoluter Sicherheit zu behaupten.

Die Strategie der vertikalen Integration birgt folgende Risiken:

  • Deutlich höherer Umsatzeinbruch bei Problemen in der Lieferkette.
  • Kostenvorteile durch Spezialisierung entfallen.
  • Steigende Komplexität in Unternehmensstrukturen (Führungsprobleme).
  • Steigende Kosten für Organisation & Verwaltung.

Fundamentale Analyse der Plug Power Aktie

Langfristig betrachtet zeigt sich, dass Plug seinen Umsatz mit Ausnahme von 2020 jedes Jahr deutlich steigern konnte. Während 2018 nur 174 Millionen US-Dollar erwirtschaftet wurden, steuert das Unternehmen 2024 auf die 1-Milliarden-Dollar-Marke zu. Leider sieht es bei der Profitabilität genau umgekehrt aus. Plug Power bekommt seine Kosten immer weniger in den Griff und scheint zunehmend außer Kontrolle zu geraten. So lag der operative Verlust 2018 noch bei -76 Mio. USD und 5 Jahre später bei über 1 Milliarden USD. Dies ist für das Unternehmen und auch für die Aktionäre von Plug Power in einem Umfeld steigender bzw. hoher Zinsen besonders schwerwiegend.

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Kann Plug die Insolvenz noch abwehren?

Trotz seines Pionierstatus zeichnet die finanzielle Entwicklung von Plug Power Inc. ein turbulentes Bild, das durch eine aggressive Expansion und einen hohen Cash-Burn gekennzeichnet ist, was einen Schatten auf die Nachhaltigkeit und Rentabilität des Unternehmens wirft.

Im ersten Quartal 2024 legte Plug Power Ergebnisse vor, die auf erhebliche Herausforderungen hindeuten. Der Umsatz fiel von 210,3 Millionen Dollar im Vorjahr auf 120,3 Millionen Dollar und blieb damit weit hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die zwischen 150 und 210 Millionen Dollar lagen. Wenn man bedenkt, dass das Umsatzwachstum bisher das einzige Argument für Plug Power aus finanzieller Sicht war, wird deutlich, wie gravierend eine Fortsetzung dieser Entwicklung in den nächsten Quartalen wäre. Denn eine solche unterdurchschnittliche Entwicklung steht in krassem Gegensatz zu den ehrgeizigen Expansionsplänen des Unternehmens, die unter anderem den Bau von sechs weiteren Wasserstoffanlagen in den USA vorsehen. Diese Strategie spiegelt zwar das Engagement des Unternehmens wider, weiterhin eine führende Rolle bei der Bereitstellung innovativer und nachhaltiger Energielösungen zu spielen, wirft jedoch Fragen hinsichtlich der Umsetzbarkeit und des Zeitpunkts eines derart aggressiven Wachstums im aufstrebenden Sektor des grünen Wasserstoffs auf.

diagramm welches das ergebnis als basis die umsatzentwicklung von plug power zeigt
Umsatzentwicklung von Plug Power nach Quartalen / FinMent

Obwohl die globale grüne Wasserstoffindustrie wächst, steckt sie noch in den Kinderschuhen und wird oft als ein Trend angesehen, der eher von einem Hype als von einer etablierten Nachfrage getrieben wird. Diese Ansicht wird durch die Tatsache unterstrichen, dass nur etwa 1 Prozent der Vereinbarungen über grünen Wasserstoff verbindliche Verträge sind, die beide Parteien an ihre Versprechen binden. Bei der Mehrheit handelt es sich um unverbindliche Vereinbarungen wie Memoranda of Understanding (MOUs) und Letters of Intent (LOIs), die eher Vorverträge sind und keine Garantie für zukünftige Transaktionen darstellen. Dieser Trend deutet darauf hin, dass Plug Power Gefahr läuft, sich selbst zu überfordern, indem es sein Geschäft aggressiv ausweitet, ohne die zugrunde liegenden Marktverpflichtungen zu festigen.

Die finanzielle Lage von Plug Power ist nach wie vor prekär, auch wenn die Befürchtungen eines Konkurses in diesem Jahr durch zusätzliche Finanzmittel vorübergehend ausgeräumt werden konnten. Das Unternehmen beendete das Geschäftsjahr 2023 mit einem Nettoverlust von 1,4 Milliarden US-Dollar, fast doppelt so viel wie im Jahr 2022, und einer deutlich reduzierten Barreserve von nur noch 135 Millionen US-Dollar gegenüber 691 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Obwohl eine kürzlich mit B Riley (ein amerikanisches Finanzdienstleistungsunternehmen) abgeschlossene „Vereinbarung über den Verkauf von Marktemissionen“ die Möglichkeit bietet, bis zu 1 Milliarde US-Dollar aufzubringen und damit den Betrieb für etwa 1,5 Jahre aufrechtzuerhalten, werden die zugrunde liegenden Probleme des Umsatzrückgangs und der sinkenden Rentabilität dadurch nicht gelöst.

Die Geschäftsstrategie des Unternehmens, die stark auf Marktexpansion und Übernahmen setzt, hat sich bisher finanziell nicht ausgezahlt. Im letzten Quartal meldete das Unternehmen einen Nettoverlust von 0,46 USD pro Aktie, der höher ausfiel als die erwarteten 0,33 USD, was auf anhaltende Schwierigkeiten beim Kostenmanagement und bei der Umsatzgenerierung zurückzuführen ist. Eine Aufschlüsselung der Einnahmen zeigt, dass der Verkauf von Ausrüstung und Infrastruktur, der 57,7 Prozent der Gesamteinnahmen ausmacht, besonders anfällig ist und einen deutlichen Rückgang verzeichnete.

Saisonale Schwankungen bei den Ausrüstungsverkäufen und Verzögerungen bei der Inbetriebnahme von Elektrolyseuren wurden ebenfalls als Gründe für die schlechte Performance angeführt, aber diese Erklärungen tragen wenig dazu bei, die Investoren hinsichtlich der zukünftigen Stabilität zu beruhigen. Die Finanzstrategie des Unternehmens scheint zunehmend von der Ausgabe neuer Aktien abhängig zu sein, was den Wert für die bestehenden Aktionäre verwässern könnte.

Die 5 wichtigsten Aktionäre der Plug Power Aktie:

  • Vanguard Fiduciary Trust Co. (8,04%)
  • SK Inc. – Koreanische Holdinggesellschaft (8,03%)
  • Blackrock Advisors LLC (5,09%)
  • Eaton Vance Management (3,29%)
  • Norges Bank (13F) (3,18%)

Ausblick und Prognosen

Das vergangene Jahr war für Plug Power nicht ohne Herausforderungen. Das Unternehmen führte ein Kostensenkungsprogramm in Höhe von 74 Millionen Dollar durch, das leider den Verlust von 298 Mitarbeitenden zur Folge hatte. CEO Andy Marsh betonte die Bedeutung eines umsichtigen Cash-Managements und betrieblicher Effizienz als Eckpfeiler der Strategie 2024. Marsh versicherte den Stakeholdern, dass sich das Unternehmen trotz der finanziellen und betrieblichen Hürden weiterhin für die Förderung der Wasserstoffwirtschaft einsetzen werde.

In einem interessanten Ausblick verwies Marsh auf den zu erwartenden Nachfrageschub für die grünen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Speichersysteme von Plug, insbesondere für Rechenzentren, in der zweiten Jahreshälfte 2025. Gerade im Hinblick auf den aktuellen Megatrend rund um künstliche Intelligenz (KI) wird das Zukunftspotenzial für die Wasserstoffbranche deutlich. Die Abkehr von Dieselmotoren und der dringende Bedarf an unterbrechungsfreier Stromversorgung machen Brennstoffzellen zu einer praktikablen und nachhaltigen Notstromlösung. Diese Erwartung steht im Einklang mit dem allgemeinen Branchentrend zur Nachhaltigkeit, da große Technologieunternehmen wie Amazon, Microsoft und Google aktiv versuchen, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

redaktion plug zeigt den stand der Ausweitung und einstieg in das US-Fabriknetz
Ausweitung des US-Fabriknetzes / Plug Power

Übrigens: NextEra Energy (NEE), ein führender Name in der Energiebranche, wies in seiner jüngsten Ergebnisdiskussion darauf hin, dass Wasserstoffinitiativen noch in den Kinderschuhen stecken. Der Riese im Bereich der erneuerbaren Energien sieht in grünem Wasserstoff ein enormes Wachstumspotenzial. Er warnte aber auch davor, dass Projekte, die sich auf grünen Wasserstoff konzentrieren, in der Regel längere Entwicklungszeiten haben. Dies deutet darauf hin, dass die signifikanten Auswirkungen von grünem Wasserstoff auf die Industrie und die Reduzierung der Kohlenstoffemissionen erst gegen Ende dieses Jahrzehnts sichtbar werden könnten.

Analystenschätzungen: Kursziele und Prognose der Plug Power Aktie

Plug Power Aktie Prognose 2024, 2025

29 Analysten haben ihre Einschätzungen zum Kursziel der Plug Power Aktie abgegeben und prognostizieren im Durchschnitt ein Kursplus von satten +65.87% auf 4,79 USD pro Aktie. Während die Optimisten einen Höchstkurs von 18,00 USD (+522,84%) erwarten, sehen die Konservativen weiteren Kursverlust auf rund 2,00 USD je Aktie (-30.80%).

Von den 29 Analysten raten 8 zum Kauf der Plug Power Aktie, 18 plädieren fürs Halten und 3 empfehlen zum Verkauf

Zu den Analysten gehört auch die UBS, die kürzlich ihre Kaufempfehlung auf „Halten“ zurückgenommen hat. Das Kursziel liegt bei 4,75 USD. Die Citigroup stufte die Aktie zuletzt von „Neutral“ auf „Sell“ herab und Morgan Stanley bekräftigte nach den Quartalszahlen von Plug Power Inc. ihre bestehende Verkaufsempfehlung. Lediglich die HSBC bleibt bullish, hat aber das Kursziel von 9 USD auf 8,50 USD angepasst.

Plug Power Aktie: Basisdaten

Fazit und Risikoprofil der Plug Power Aktie

Die steigende Nachfrage nach Brennstoffzellen, stationärer Energie und Notstromanlagen auf der ganzen Welt schafft reichlich Möglichkeiten für Plug Power Inc. Die grüne Energie ist im Vormarsch und dieser Trend ist nicht aufzuhalten. Ohne Technologien rund um Wasserstoff ist es kaum vorstellbar, dass sowohl Unternehmen als auch Staaten ihre Klimaziele erreichen. Plug Power beschleunigt die Einführung dieser Technologien mit extrem starken Partnern. Das Produktportfolio wird zunehmend stärker diversifiziert und das Geschäft somit deutlich resilienter.

Der Vergleich mit Tesla sollte klargemacht haben, welche wichtigen Alleinstellungsmerkmale Plug Power mit seiner Strategie und starken Wachstumszahlen im Umsatz und Auftragsbestand mit sich bringt.

Auf der anderen Seite sieht sich Plug aber noch mit zahlreichen Problemen konfrontiert, die mittelfristig erstmal nicht komplett beseitigt werden können. Edelmetalle wie Platin, Iridium werden bspw. als Katalysatoren in Brennstoffzellen und einigen Arten von Wasserelektrolyseuren verwendet, was zu hohen Anschaffungskosten für Brennstoffzellen führt. Verschiedene Organisationen haben aufgrund der hohen Kosten von Investitionen in die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie Abstand genommen. Die Kosten für eine Energieeinheit aus Wasserstoff-Brennstoffzellen sind derzeit höher als die anderer Energiequellen. Dies kann sich mit dem technologischen Fortschritt ändern, aber im Moment sind die Kosten für die Herstellung von Wasserstoff ein Hindernis für eine breite Nutzung.

Es war zu erwarten, dass Plug einen weiteren Bericht vorlegt, der hinter den Erwartungen zurückbleibt und damit das Muster fortsetzt, hohe Erwartungen zu wecken und sie nicht annähernd zu erfüllen.

Die allgemeinen Aussichten für Plug Power und den Sektor des grünen Wasserstoffs bleiben optimistisch. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von sauberen Energielösungen und Nachhaltigkeit sowie der steigenden Nachfrage nach zuverlässigen Energiequellen in Rechenzentren und anderen kritischen Infrastrukturen sind Unternehmen wie Plug Power gut positioniert, um von diesen Trends zu profitieren. Der vor uns liegende Weg erfordert jedoch eine sorgfältige Navigation durch die finanziellen, betrieblichen und marktbezogenen Herausforderungen, um nachhaltiges Wachstum und Rentabilität zu erreichen.

Zusammenfassend zeigt der Ergebnisbericht 2023 von Plug Power, dass sich das Unternehmen an einem kritischen Punkt befindet und sich den beiden Herausforderungen der finanziellen Erholung und der Marktexpansion stellen muss. Mit strategischen Initiativen zur Bewältigung dieser Herausforderungen muss genau beobachtet werden, wie Plug Power seine Technologie und Marktführerschaft in der sich entwickelnden grünen Wasserstofflandschaft nutzt.

Ein langfristiges Investment ist bei der aktuellen Bewertung der Aktie theoretisch denkbar. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass eine mögliche Insolvenz nur vorerst abgewendet werden konnte und das Risiko eines Totalverlustes des eingesetzten Kapitals durchaus besteht. Wie immer an der Börse steht einer großen Gewinnchance ein ebenso großes Risiko gegenüber. Für Anleger, die vom Potenzial des Wasserstoff-Pioniers und der Fähigkeit des Managements, die finanzielle Stabilität zu erhalten, überzeugt sind, bietet der aktuelle Kurs sicherlich eine Kaufgelegenheit.

Angesichts der turbulenten Zeiten, die von geopolitischen Konflikten, hohen Zinssätzen und einer schwer zu kontrollierenden Inflation geprägt sind, lässt sich jedoch leicht feststellen, dass die meisten alternativen Anlagemöglichkeiten derzeit ein besseres Risikoprofil aufweisen als die Plug Power Aktie. Aus diesem Grund sollten Investitionen als rein spekulativ betrachtet und entsprechend behandelt werden.

Wenn Sie noch unsicher sind, ob Sie diese Aktie langfristig halten möchten, dann lohnt sich ein Abo unseres FinMent-Newsletters, in welchem wir zum Thema Wasserstoff und Plug Power immer wieder neue, aktualisierte Beiträge und News veröffentlichen. Bleiben Sie informiert, wenn sich am Horizont abzeichnet, dass solche Aktien einer Neubewertung in die eine oder andere Richtung unterzogen werden.

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Quellenangaben:

www.ir.plugpower.com/press-releases

www.marketscreener.com

www.bloomberg.com

www.de.statista.com

Bildquelle: shutterstock, pixabay, Plug Power Inc.

Themen:

Aktien-Stammdaten

Ticker-Symbol der Aktie: PLUG
WKN: A1JA81
ISIN: US72919P2020
Anzahl der Aktien: 761 Mio.
Streubesitz: 89,61%

Kontakt: Plug Power, Inc.
Postadresse
968 Albany Shaker Road
Latham, NY 12110

Phone : +1.518.782.7700
Fax : +1.518.782.9060
E-Mail Adresse: gencare@plugpower.com
Web : http://www.plugpower.com

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