Plug Power Aktie Prognose 2023: Kommt die Wasserstoffrevolution?

Plug Power Aktie Prognose 2023: Kommt die Wasserstoffrevolution?

Die Energiewirtschaft in vielen Industrienationen befindet sich insbesondere seit Beginn des Ukrainekonflikts in einem Umbruch. Erneuerbare Energien und Klimaschutz standen noch nie so hoch auf der politischen Agenda wie heute. Mehrere Billionen Euro an Förderungen werden weltweit in entsprechende Technologien gepumpt und es zeichnet sich bislang keine Abschwächung dieses Trends ab. Wenn man bedenkt, dass eine der größten Herausforderungen der erneuerbaren Energien darin besteht, den durch Solar– und Wind-Energie erzeugten Strom zu speichern und anschließend wieder einzuspeisen, sollte man das zukünftige Marktwachstum diverser Wasserstofftechnologien nicht unterschätzen.

Plug Power sticht im Vergleich zu anderen Wasserstoff Aktien insbesondere durch seine hochtechnologisierten und patentgeschützten Brennstoffzellen hervor, welche bereits Kunden wie Amazon, Walmart und BMW überzeugt haben. Wenn die Wasserstoffrevolution beginnt, dann doch in den Lagerhallen und Produktionsstätten der größten Unternehmen der Welt, oder? Plug ist zumindest hervorragend positioniert um auch weiterhin an der Spitze der Wasserstoffbranche mitzuwirken. Welchen Chancen und Risiken das Unternehmen in 2023 gegenübersteht und ob sich der Einstieg zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt lohnt klären wir in dieser Prognose.

Plug Power Aktie

WKN: A1JA81, ISIN: US72919P2020, Ticker-Symbol: PLUG

Plug Power Aktienkurs

Unternehmensvorstellung und Entwicklung von Plug Power Inc.

Das US-amerikanische Unternehmen Plug Power Inc. ist eines der wichtigsten Unternehmen und Marktführer innerhalb der Wasserstoffbranche. Die Geschäftstätigkeit von Plug Power konzentriert sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Brennstoffzellen, welche herkömmliche Batterien in elektrischen Geräten und Fahrzeugen ersetzen sollen. In den letzten Jahren konnte das Unternehmen sein Geschäft zunehmend über die Wertschöpfungskette ausweiten, sodass es auch im Bereich der Wasserstoffproduktion und Speicherung sowie Infrastruktur (Zapfsäulen) Lösungen anbietet. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im US-amerikanischen Latham, Albany County, im Bundesstaat New York. Seit dem Jahr 1999 ist das Unternehmen börsennotiert und die Plug Power Aktie (ISIN: US72919P2020 – Symbol: PLUG) kann an mehreren Börsen gehandelt werden, z.B. NASDAQXETRAJapan Exchange oder LSEG, etc.

Das Alleinstellungsmerkmal von Plug besteht darin, dass das Unternehmen der weltweit führende Anbieter von schlüsselfertigen Wasserstofflösungen für die globale grüne Wasserstoffwirtschaft sowie der weltweit größte Abnehmer von Flüssigwasserstoff und Erbauer von Wasserstofftankstellen ist.

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Plug Power's größte Kunden im Überblick / Plug Power

"GenDrive": Die revolutionäre Brennstoffzellentechnologie

Eine der bedeutendsten Innovationen die das Unternehmen auf den Markt brachte und zu einer größeren Bekanntheit verhalf, war die Brennstoffzellengeneration „GenDrive„. Diese Brennstoffzellen können innerhalb weniger Minuten aufgeladen werden, als dies bei herkömmlichen Technologien möglich ist. Reguläre Batterien nehmen für diesen Prozess normalerweise mehrere Stunden in Anspruch. Im Bereich der Flurförderzeuge (insbesondere Gabelstapler) kam die firmeneigene Technologie bereits sehr erfolgreich zum Einsatz. So kommen mit GenDrive betriebene Flurfördergeräte heute unter anderem in den Lagerhallen großer Konzerne wie AmazonWalmart und BMW zur Anwendung.

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GenDrivePhotosm, Flurförderzeuge / Plug Power Inc.

Ein wesentlicher Vorteil der Technologie im Betrieb von Flurförderzeugen besteht darin, dass sie den Fahrzeugen konstante Leistung zur Verfügung stellt. Wie Plug Power Inc. selbst auf seiner Homepage berichtet, konnte beim Betrieb der Flurförderzeuge mit dieser Technologie der Logistik-Betrieb über 24 Stunden an bis zu 7 Tagen in der Woche ohne Unterbrechungen am Laufen gehalten werden. Dies ist den sehr kurzen Ladezyklen und geringen Betriebstemperaturen der Brennstoffzellen zuzurechnen.

Eine weitere Stärke der GenDrive-Technik besteht darin, dass sie trotz ihrer Leistung in ihren Abmessungen nicht größer als herkömmliche Batterien sind. Plug Power ist in der Lage jeden bestehenden Gabelstapler sowie weitere batteriebetriebene, industrielle Fahrzeuge umzurüsten, woraus sich ein enormes Wachstumspotenzial ergibt. In vielen Berichten diverser Forschungsinstitute (z.B. dem IEA – International Energy Agency) und Fachzeitschriften wird behauptet, dass Wasserstoff in Zukunft in der industriellen Anwendung unverzichtbar sein wird.

"ProGen": Wasserstoffmotoren, die Zukunft der E-Mobilität?

Die ProGen-Plattform mit modularen Brennstoffzellenmotoren erweitert die Reichweite des Unternehmens auf den Sektor der Elektrofahrzeuge für den Straßenverkehr. Tausende von ProGen-Motoren sind heute im Einsatz und bedienen auch hier insbesondere Kunden aus dem industriellen Sektor. Eine der besten Lösungen für Transportunternehmen um die anspruchsvollen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, besteht darin ihre Flotten zu dekarbonisieren. 

Dekarbonisierung

  • Unter der «Dekarbonisierung» versteht man den Umstieg von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdgas oder Öl auf kohlenstofffreie und erneuerbare Energiequellen.

Diesen Markt hat Plug erkannt und ist bereits mit Partnern wie der Groupe Renault in ein Joint Venture („HYVIA„) getreten um Brennstoffzellen und Wasserstoff-Hochdruckbehälter in Transportern und Lastwagen zu integrieren.

Auch im Bereich des öffentlichen Personenverkehrs sieht das Unternehmen großes Wachstumspotential und unterzeichnete Ende 2021 eine Vereinbarung über die Serienfertigung von wasserstoffbetriebenen Stadtbussen mit dem koreanischen Unternehmen Edison Motors. Angestrebt wird laut Mitteilungen die Veröffentlichung eines ersten Prototyps in der zweiten Jahreshälfte 2022. Verfügbar sollen die Busse sogar noch während der ersten Jahreshälfte 2023 sein. Sollte es den beiden Unternehmen tatsächlich gelingen diese höchst ambitionierten Ziele zu erreichen, würde Plug Power Anlegern signalisieren, dass ihre Projekte bereits außerhalb der EU und Nordamerika angenommen werden.

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ProGen Plug Power & Groupe Renault_Projekt "HYVIA" / HYVIA EU

Der Wasserstoff Produzent macht hier aber keinen Halt. Auch im Bereich der Luftfahrt, sieht das Unternehmen großes Wachstumspotential. Mit dem Unternehmen Airflow sollen gemeinsam Passagier- und Frachtflugzeuge für Kurzstreckenziele gebaut werden. Zeitgleich wird mit Heven Drones gemeinsam an Prototypen für Wasserstoff betriebene Dronen gearbeitet. Das stärkste Argument, welches für Wasserstoff und gegen Lithium-Ionen Akkumulatoren im Bereich der Luftfahrt spricht, ist dass Brennstoffzellenlösungen lange Flugzeiten ermöglichen und die Nutzlastkapazität gegenüber Batterielösungen maximieren.

Unternehmen wie Airbus und Boeing haben diese Vorteile ebenfalls für sich entdeckt und haben auch bereits begonnen die ersten Prototypen für wasserstoffbetriebene Langstrecken-Flugzeuge zu entwickeln. Und auch mit Airbus konnte Plug Power eine Kooperation vereinbaren. Der Brennstoffzellenhersteller wurde dabei beauftragt Konzepte für grüne Wasserstoffinfrastrukturen auf Flughäfen zu erstellen.

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Konzept für grüne Wasserstoffinfrastruktur auf Flughäfen / Plug Power

GenFuel und GenSure: Das Wasserstoff-Ökosystem ist komplett

Zwei weitere Divisionen, die zuletzt ihren Weg in das Produktportfolio von Plug Power gefunden haben, bieten nicht weniger Wachstumspotential für das Unternehmen. Mit GenFuel möchte der Wasserstoff-Innovator sein Tankstellennetz erweitern sowie Stationäre Lösungen für Großkunden, welche die ProGen und GenDrive Lösungen benutzen, anbieten. GenSure, auf der anderen Seite, ermöglicht es den Kunden, den Kraftstoff vor Ort zu lagern und so eine konstante Kraftstoffversorgung für die Brennstoffzellensysteme aufrechtzuerhalten. Die Brennstoffkammern ermöglichen die Skalierung der Wasserstoffversorgung, um ein breites Spektrum an Laufzeitanforderungen zu erfüllen.

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Plug Power Wasserstoff-Speicherlösungen am Produktionsstandort / invezz

Plug nennt 3 wichtige Argumente für die Implementierung ihrer Wasserstoff-Infrastrukturen für Unternehmen im industriellen Sektor

  1. Hohe Flexibilität: Das modulare Design bietet skalierbare Lösungen die Leistungsanforderungen von 50 Watt bis zu mehreren Megawatt abdecken können.

  2. Niedrigere Betriebskosten: Wasserstofflösungen ermöglichen im Vergleich zu Verbrennungsgeneratoren bis zu 84 Prozent geringere Betriebskosten aufgrund der geringen Wartungsanfälligkeit

  3. Robustheit: GenSure-Brennstoffzellen-Notstromprodukte funktionieren unter den härtesten Wetterbedingungen, von -40°C bis 50°C. Zertifizierungstests haben die Zuverlässigkeit der GenSure-Brennstoffzellen bei Starkregen, Buschfeuer und Erdbeben der Stufe 4 bestätigt.

Letzteres ist angesichts der weltweiten Klimaveränderungen und zunehmenden Katastrophen von besonders hohem Wert für Kunden. Schließlich ist in den letzten Jahren die Energiesicherheit bei vielen Unternehmen weit nach oben auf ihre Agenda gekommen. Wasserstoff betriebene Notstromversorgungssysteme bieten hier eine besonders attraktive Lösung für die Stabilisierung von unter anderem Rechenzentren und Kommunikationsnetze.

Unternehmensstrategie nach dem Vorbild Tesla

Was haben Tesla und Plug Power gemeinsam? Das Stichwort lautet vertikale Integration. Ein Unternehmen welches vertikal integriert nimmt weitere vor- bzw. nachgelagerte Fertigungs- und Handelsstufen der Wertschöpfungskette in die eigene Geschäftstätigkeit auf. Es wird häufig auch von einer erhöhten Fertigungstiefe gesprochen.

Aus beiden Arten der Integration ergeben sich für Unternehmen folgende Chancen:

  • Der Umsatz wird über einen größeren Teil der Wertschöpfungskette erhöht.

  • Die Qualität der Vorprodukte kann vom Unternehmen selbst gesichert werden.

  • Geringere Abhängigkeit von Zulieferern (Lieferengpässe).

  • Kostenvorteile durch erhöhte Produktvielfalt (Economies of Scope, Verbundeffekte)

  • Innovationen lassen sich besser geheim halten.

Plug Power setzt sich zum Ziel in wenigen Jahren zum Komplettanbieter im Bereich des Wasserstoffs aufzusteigen. Von der Elektrolyse, über die Verflüssigung und Auslieferung des Wasserstoffs, bis hin zur Brennstoffzelle, soll Plug Anbieter Nr.1 weltweit sein. Wer in Zukunft Plug Power Brennstoffzellen, Speichersysteme oder Zapfsäulen bestellt, soll auch mit dem nötigen Wasserstoff beliefert werden.

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Road Map to a U.S. Hydrogen Economy / Plug Power

Auch Tesla-Chef Elon Musk weiß die Vorteile der vertikalen Integration zu schätzen. So produziert der Elektrofahrzeughersteller zahlreiche wichtige Bauteile, wie beispielsweise die Batterien und Chips selber. Dem Endkunden wird darüber hinaus ein Schnellladenetzwerk zur Verfügung gestellt sowie Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen angeboten. Daraus ergeben sich zahlreiche Synergieeffektive, die eine wichtige Rolle in der Erfolgsstory von Tesla spielen.

Das Gegenspiel zu Economies of Scope (Verbundeffekte), ist Economies of Scale (Skaleneffekte), dabei versucht das Unternehmen Kostenvorteile durch sinkende Produktionskosten zu erzielen. Hierfür erfolgt meist eine Spezialisierung auf eine Stufe der Wertschöpfungskette sowie die Erhöhung der Produktionsmenge. Seit Mitte der 90er Jahre nimmt der Trend zur Spezialisierung von Unternehmen in den verschiedensten Branchen und Wirtschaftssektoren zu. Aktuell findet in Anbetracht der Lieferkettenprobleme und Rohstoffmangels allerdings ein Umdenken statt. Nicht nur die Amerikaner mit Tesla, sondern auch der Automobilhersteller BYD in China setzt stark auf Verbundeffekte.

Eine Auswertung des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ergibt, dass expansive Unternehmen, die ihre Produktpalette ausweiten meist schneller im Umsatz wachsen. Auf der anderen Seite erzielen Unternehmen, die den Weg der Spezialisierung wählen, meist höhere Erträge und sind profitabler. Letzteres ist vor allem dann sinnvoll, wenn Unternehmen einem starken Kostendruck ausgesetzt sind.

Ob sich Plug Power gegen seine Konkurrenten wie Ballard Power (Brennstoffzellen) oder Nel ASA (Elektrolyseure), die auf Skaleneffekte setzen, durchsetzen wird, vermag niemand mit absoluter Sicherheit zu behaupten.

Die Strategie der vertikalen Integration birgt folgende Risiken:

  • Deutlich höherer Umsatzeinbruch bei Problemen in der Lieferkette.
  • Kostenvorteile durch Spezialisierung entfallen.
  • Steigende Komplexität in Unternehmensstrukturen (Führungsprobleme).
  • Steigende Kosten für Organisation & Verwaltung.

Plug Power: Seine Kooperationen und ambitionierte Ziele

Wer vertikal integrieren möchte hat 2 Möglichkeiten dies zu tun. Einerseits kann ein neuer Geschäftsbereich hochgezogen werden, was extrem hohe Zeit- und Kapitalinvestitionen fordert. Meist haben Unternehmen keine bis kaum Erfahrung auf einer vor- oder nachgelagerten Fertigungsstufe, sodass es mehrere Jahre bis zu einem Jahrzehnt dauern kann bis das neue Geschäft effizient in die Unternehmensstruktur eingegliedert wurde.

Plug Power setzt aus diesem Grund auf den zweiten Weg, nämlich „Integration durch Kooperation„.

Der Brennstoffzellen-Hersteller unterhält Kooperationen mit zahlreichen finanzstarken Partnern. Neben den bereits genannten Partnern in den zahlreichen Projekten gilt es auch den britischen Energiekonzern Total Energies zu nennen, mit welchem der beschleunigte Ausbau der Wasserstofftankstelleninfrastruktur geplant wird.

Hinsichtlich der geplanten Integration der gesamten Wertschöpfungskette feierte Plug Power im Februar 2022 einen großen Erfolg. Dabei gelang es dem Unternehmen die Atlas Copco und die Fives Group für ein Joint Venture zu gewinnen. Die Partnerschaft zielt darauf ab Leistungs- und Kostenverbesserungen durch optimierte, schlüsselfertige Integration und Standardisierung von Wasserstoffverflüssigungsanlagen voranzutreiben und die Möglichkeiten für flüssigen Wasserstoff weltweit zu erweitern.

Bereits 2025 sollen täglich insgesamt 500 Tonnen grüner Wasserstoff produziert, verflüssigt und am Abnehmer ausgeliefert werden, der diesen für seine Plug-Power Brennstoffzellen benötigt. Bis 2028 sollen es sogar schon 1.000 Tonnen pro Tag sein. Aktuell produziert das Unternehmen in einer Gigafactory welche sich im Bundestaat New York befindet. Bereits 3 weitere Produktionszentren in den USA stehen kurz vor ihrer Fertigstellung. Und auch in Europa möchte Plug Power seine Produktionszentren erbauen. Hier kommt unter anderem eine Gigafactory mit einer Kapazität von etwa 100 MW am Industriehafen Antwerpen (Belgien) in Frage sowie auch Standorte in Dänemark und Schweden. Insgesamt sollen bis 2025 ganze 13 Produktionsstätten in Europa und Nordamerika betriebsfähig sein.

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Planung der Gigafactory Antwerpen. Mit Zugang zu Pipelines, Straßen, Güterzügen und Schiffahrt / Plug Power

Der CEO „Andy Marsh“ hat zudem erkannt, dass es im aktuellen Konkurrenzkampf darum geht wer am billigsten produzieren kann. Die Wasserstofftechnologie wird nämlich erst dann flächendeckend akzeptiert, wenn sich aus ihr ein komparativer Kostenvorteil verglichen zu bestehenden bzw. alternativen Technologien ergibt. Diesbezüglich möchte Plug die Kosten für flüssigen Wasserstoff um weitere 25 Prozent senken.

Wenn wir uns die Bloomberg-Prognose für die zukünftige Entwicklung des Preises für grünen Wasserstoff (grüne Balken) ansehen, müssen wir allerdings feststellen, dass bislang damit gerechnet wird, dass dieser erst 2050 den Preis für Erdgas (grauer Balken) unterschreiten wird. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass durch politische Maßnahmen diese Entwicklung beschleunigt werden kann.

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Grüner Wasserstoff könnte Gas bis 2050 aus den Strommärkten verdrängen / Bloomberg

Die 5 wichtigsten Aktionäre der Plug Power Aktie:

  • SK Inc. (9,51%)
  • The Vanguard Group, Inc. (8,40%)
  • Allianz Global Investors U.S. LLC (3,66%)
  • SSgA Funds Management, Inc. (2,31%)
  • BlackRock Fund Advisors (2,05%)

Fundamentale Analyse der Plug Power Aktie

Plug Power meldete im dritten Quartal 2022 erneut außergewöhnlich schlechte Quartalsergebnisse, wobei Umsatz und Gewinn die Konsenserwartungen der Analysten um über 20 Prozent verfehlten. Die Kernumsätze im Bereich „Material Handling“ waren im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, und bei der Bruttomarge konnten keine wirklichen Fortschritte erzielt werden. Somit ist klar: Plug Power wird seine finanziellen Ziele für das Geschäftsjahr 2022 weit verfehlen. Die untere Grenze von Plug’s Umsatzziel bspw. ist noch rund 75 Prozent höher als der bislang erwirtschaftete Umsatz.

Angesichts dieser Entwicklungen im aktuellen Jahr ist es schwierig, sich vorzustellen, dass Plug Power die Prognosen des Managements für 2023 auch nur annähernd erreichen wird.

Das Umsatzziel für 2023 liegt aktuell bei 1,4 Mrd. US-Dollar und bedeutet ein jährliches Wachstum von über 65 Prozent. Gleichzeitig sollen zum ersten mal positive operative Margen ausgewiesen werden. Für die Jahre 2026 und 2030 lehnt sich Plug Power sogar so weit aus dem Fenster, dass es behauptet auf dem richtigen Weg zu sein, um ihre Umsatzziele in Höhe von 5 bzw. 20 Mrd. US-Dollar und operative Margenziele von 17 Prozent bzw. 22 Prozent zu erreichen.

Leider ist das Management nach wie vor dafür berüchtigt, zu viel zu versprechen und zu wenig zu liefern, so dass Sie als Anleger diese Aussagen mit der üblichen Vorsicht genießen sollten.

Wie aus der Grafik hervorgeht, gehen Analysten davon aus, dass Plug Power bis in das Jahr 2024 keine positive operative Marge erzielen wird. Umsatzseitig ist aber klar zu erkennen, für wie Wachstumsstark das Geschäft eingestuft wird. Ein stetig steigender Auftragsbestand, auch im dritten Quartal 2022, unterstützt diese Annahme zusätzlich.

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Plug Power Ergebnisentwicklung 2017 - 2021 _ Prognose 2022 - 2024 / Marketscreener

Plug Power Aktie Prognose und Kursziel:

Wichtige Preisniveaus die Aktionäre im Auge behalten sollten wären zum einen die Unterstützung zwischen 13 und 15 US-Dollar. Sollte der Aktienkurs darunter abrutschen wäre das ein sehr bärisches Signal für den weiteren Kursverlauf in 2023. Zum Anderen gilt es den Widerstand bei etwa 30 US-Dollar zu beachten. Im besten Fall wird sich der Kurs Mittelfristig an diesen wieder heranwagen und sich in der oberen Hälfte dieser Range stabilisieren.

Für langfristig orientierte Investoren, die diese Aktie auch bis zu 10 Jahre lang halten möchten, bietet sich an dieser Stelle ein recht attraktiver Einstieg um Positionen sukzessive aufzubauen. Dabei gilt es natürlich sich einen festen Fahrplan und Risikomanagement anzulegen.

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Plug Power Aktie - NASDAQ - Widerstand (orange) & Unterstützung (blau) / FinMent

Der Analyst Amit Dayal von H.C. Wainwright sieht das obere Kursziel bei 78 US-Dollar je Aktie. Damit setzt er das obere Kursziel unter allen Analysten. Von insgesamt 26 Analystenhäuser empfehlen 14 zum Kauf und 8 zum Halten der Plug Power Aktie. Das mittlere Kursziel befindet sich dabei kurz unterhalb des Widerstands bei etwa 30 US-Dollar.

Dieses Kursziel schätzen wir mittelfristig als realistisch ein. Allerdings muss die Aktie erst unter beweis stellen, dass sie sich auch während stärkerer Marktkorrekturen stabil halten kann und damit signalisiert, dass die sogenannten „schwachen Hände“ bereits verkauft haben.

Richtig in Wasserstoffaktien wie Plug Power investieren: So geht’s …

Plug Power Aktie: Basisdaten

Fazit und Risikoprofil der Plug Power Aktie

Die steigende Nachfrage nach Brennstoffzellen, stationärer Energie und Notstromanlagen auf der ganzen Welt schafft reichlich Möglichkeiten für Plug Power. Die grüne Energie ist im Vormarsch und dieser Trend ist nicht aufzuhalten. Ohne Technologien rund um Wasserstoff ist es kaum vorstellbar, dass sowohl Unternehmen als auch Staaten ihre Klimaziele erreichen. Plug Power beschleunigt die Einführung dieser Technologien mit extrem starken Partnern und fast noch stärkeren Kunden. Das Produktportfolio wird zunehmend stärker diversifiziert und das Geschäft somit deutlich resilienter.

Der Vergleich mit Tesla sollte klar gemacht haben welche wichtigen Alleinstellungsmerkmale Plug Power mit seiner Strategie und starken Wachstumszahlen im Umsatz und Auftragsbestand mit sich bringt.

Auf der anderen Seite sieht sich Plug aber noch mit zahlreichen Problemen konfrontiert, die mittelfristig erstmal nicht komplett beseitigt werden können. Edelmetalle wie Platin und Iridium werden bspw. als Katalysatoren in Brennstoffzellen und einigen Arten von Wasserelektrolyseuren verwendet, was zu hohen Anschaffungskosten für Brennstoffzellen führt. Verschiedene Organisationen haben aufgrund der hohen Kosten von Investitionen in die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie Abstand genommen. Die Kosten für eine Energieeinheit aus Wasserstoff-Brennstoffzellen sind derzeit höher als die anderer Energiequellen. Dies kann sich mit dem technologischen Fortschritt ändern, aber im Moment sind die Kosten für die Herstellung von Wasserstoff ein Hindernis für eine breite Nutzung.

Die Abgeschwächte Stimmung, welche am Gesamtmarkt Neubewertung von spekulativeren Werten treibt ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, welcher die Aktie weiterhin beeinflussen wird. Bei steigendem Zinsniveau wird insbesondere Institutionelles Kapital aus den Aktienmärkten gezogen und in risikoärmere Anlageklassen wie Anleihen investiert. Plug Power Aktien waren Teil des weltweiten Aktienverkaufs, der sich stärker auf unrentable Aktien ausgewirkt hat. Da Plug Power derzeit zu dieser Gruppe gehört hat das Unternehmen einen verstärkten Kursrückgang erlebt, da die Risikobereitschaft der Anleger gesunken ist. Es besteht das Risiko, dass sich dies fortsetzt.

Was muss also geschehen damit sich ein langfristiger Aufwärtstrend bei der Plug Power Aktie etablieren kann? Die Geschäftsleitung muss die aktuell schwierigen Bedingungen innerhalb der Lieferketten beseitigen. Auch die Rentabilität sollte in greifbare Nähe rücken. Hier steht insbesondere die operative Marge und Free-Cashflow-Marge, die bislang noch tief in den roten Zahlen lagen, im Fokus der Anleger. Zusätzlichen Schub könnte die Aktie erfahren durch fertiggestellte Projekte von denen so viele noch in der Entwicklungspipeline stecken, dass man schnell den Überblick verliert.

Das Jahr 2023 wird nicht nur für den Gesamtmarkt sondern insbesondere für eine Aktie wie der von Plug Power von extrem hoher Volatilität gekennzeichnet werden. Dieses Wertpapier ist also nichts für schwache Nerven. Wenn du dir noch unsicher bist ob du diese Aktie langfristig halten möchtest, dann behalte den FinMent-Finanz-Blog im Blick, denn wir werden zum Thema Wasserstoff und Plug Power immer wieder neue, aktualisierte Beiträge veröffentlichen und dich darüber Informieren wenn sich am Horizont abzeichnet, dass solche Aktien einer Neubewertung in die eine oder andere Richtung unterzogen werden.

Bildquelle: shutterstock, pixabay, Plug Power Inc.

Themen:

Aktien-Stammdaten

Ticker-Symbol der Aktie: PLUG
WKN: A1JA81
ISIN: US72919P2020
Anzahl der Aktien: 576 Mio.
Streubesitz: 87%

Kontakt: Plug Power, Inc.
Postadresse
968 Albany Shaker Road
Latham, NY 12110

Phone : +1.518.782.7700
Fax : +1.518.782.9060
E-Mail Adresse: gencare@plugpower.com
Web : http://www.plugpower.com

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Nebenberuflicher Vermögensaufbau mit 4- und 5-stelligem Börseneinkommen

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