TUI-Aktie: Unternehmen, Entwicklung und Prognose 2021
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TUI-Aktie: Unternehmen, Entwicklung und Prognose 2021

Als weltgrößtes Touristik-Unternehmen ist die TUI AG (ISIN: DE000TUAG000, Symbol: TUI1) in zahlreichen Geschäftsfeldern aktiv, die von Reisebüros über Fluggesellschaften bis zu Kreuzfahrten reichen. Die TUI-Aktie bildet die ganze Touristik-Wertschöpfungskette unter einem Dach ab. Dazu gehören mehr als 400 Hotels sowie zahlreiche Premium-Marken. Im Zuge der schweren Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Touristik-Branche ist eine mögliche TUI-Pleite sowohl im Fokus der Öffentlichkeit als auch der Anlegerschaft. Auch, wenn die TUI-Aktie sich bereits seit über einem Jahr langsam erholt, ist das Niveau vor dem pandemiebedingten Einbruch noch nicht in Sicht.

TUI-Aktie Kurs

WKN: TUAG00 | ISIN: DE000TUAG000 | Ticker-Symbol: TUI1

TUI-Aktie Chart

Die TUI-Aktie notiert an der Börse London, der Börse Frankfurt und an der Börse Hannover

Die TUI-Aktie ist im Aktienindex FTSE 100 enthalten.

Aktuell beträgt die Anzahl der TUI-Aktien 1.099.393.634

TUI AG: Unternehmen und Geschichte im Überblick

Die TUI AG ist ein global operierender Touristikkonzern mit Hauptsitzen in Berlin und Hannover. Es handelt sich um einen rechtlichen Doppelsitz, wobei die Konzernverwaltung in Hannover ansässig ist. Der Name TUI leitet sich aus dem ursprünglichen Namen Touristik Union International als Abkürzung ab. Die TUI Group betreibt als weltgrößtes Unternehmen im Bereich Touristik auf der ganzen Welt Reisebüros, Hotels, Kreuzfahrtschiffe und Incoming-Agenturen.

Die TUI-Aktie (ISIN: DE000TUAG000, WKN: TUAG00) ist im FTSE 250 gelistet (Leitindex der Londoner Börse). Das Ticker-Symbol lautet TUI1. Ebenso hat die TUI ein NASDAQ OTC-Symbol: TUIFF.

TUI zählt als Touristik-Konzern weltweit etwa 28 Millionen Kunden. Davon zählen alleine die europäischen Landesgesellschaften 21 Millionen Kunden. TUI steht für vollumfängliche touristische Services, die aus einer Hand angeboten werden. So gehören etwa 400 Resorts und Hotels zum Unternehmen, weiterhin 15 Kreuzfahrtschiffe sowie fünf Fluggesellschaften.

Ebenso zählen Online-Plattformen und Veranstaltermarken zum Konzern. Im Bereich der digitalen Plattformen entwickelt sich TUI ebenso zu einem führenden Anbieter. Der TUI-Konzern erfährt einen Wandel zu einem Digitalunternehmen.

Tätigkeitsfelder, Tochterfirmen und Produkte: was gehört alles zu TUI?

Im Wesentlichen lassen sich die fünf Geschäftsfelder Hotels, Kreuzfahrten, Airlines, Reiseveranstalter und Incoming-Agenturen unterscheiden. Die wichtigsten Kernmarken des Geschäftsbereichs TUI Hotels & Resorts umfassen TUI Blue, TUI Magic Life und den Robinson Club.

Partner und Anteilseigner der TUI AG

Die Aktionärsstruktur der TUI AG gliedert sich wie folgt. Knapp 60 Prozent entfallen auf den Streubesitz durch institutionelle Anleger. Die Beteiligungsgesellschaft Unifirm Limited hält mit aktuell 24,998 Prozent den zweitgrößten Anteil. Über dieses Unternehmen ist der russische Oligarch Alexei Mordaschow an TUI beteiligt. Dieser stiegt bereits 2008 mit 15,03 Prozent ein und erhöhte im März 2012 seine Anteile. Damit ist er größter Einzelaktionär. Seit Februar 2016 sitzt der Russe zudem im Aufsichtsrat der TUI AG.

In privater Anlegerhand befinden sich derzeit 11,8 Prozent des Unternehmens. Danach folgt mit 3,56 Prozent der Anteil der RIU S.A., die der Familie Riu Güell zuzuordnen ist.

Reisebranche unter Druck: Gefahr einer TUI-Pleite?

Eine mögliche TUI-Pleite ist seit letztem Jahr Gegenstand der Debatte. Die TUI-AG beendete das vergangene Geschäftsjahr 2020 mit einem Verlust im Milliardenbereich und befand sich bereits am Rande der Insolvenz. Dabei ist zu beachten, dass TUI seine Bücher grundsätzlich kurz nach der Sommersaison schließt. Das heißt, die Bilanz für 2020 zählt noch fünf Monate reguläres Geschäft und nur sieben Krisenmonate. Bis zu Beginn der Krise zeichnete sich noch ein erfolgreiches Geschäftsjahr ab, kurz bevor TUI die Pleite drohte.

Der Konzern ist bereits seit Ende 2020 in Anbetracht einer möglichen TUI-Pleite auf staatliche Hilfen und weitere Finanzspritzen angewiesen. Bisher haben Anteilseigner und Staat das Unternehmen vor der TUI-Pleite bewahrt. Dabei stellte der Staat 4,3 Milliarden Euro (davon 3 Milliarden Kredit durch die KfW) zur Abwendung der TUI-Pleite zur Verfügung. Auch Aktionäre tragen einen Teil der Last zur Verhinderung der TUI-Pleite. Daher erhielten Aktionäre ab dem 8. Januar Anteilsscheine (Bezugsrechte) für 1,07 Euro (Ausgabepreis unter dem damaligen Nennwert der Aktien).

Was sind Bezugsrechte?

Bezugsrechte sind dem Aktionär zustehende Rechte, im Falle einer Kapitalerhöhung einen dem jeweiligen Anteil am bisherigen Grundkapital entsprechenden Anteil der jungen Aktien zu beziehen. Das Recht ist in § 186 AktG geregelt.

Bezugsrechte stehen Aktionären nach Kapitalerhöhungen zu. Sie müssen sich innerhalb von 14 Tagen entscheiden, das Recht auszuüben oder zu veräußern. Die Bezugsrechtsemission richtet sich ausschließlich an Altaktionäre.

Es besteht keine Verpflichtung zur Ausübung des Bezugsrechts. Sie können das Recht auch verkaufen. Typischerweise entscheiden sich Aktionäre jedoch dafür, damit ihre Aktien nicht verwässern.

Nun plant die Bundesregierung ab November einen staatlichen Sicherungsfonds für Urlaubsanzahlungen. Gerade für große Touristikunternehmen wie den Marktführer TUI wird dies zur Herausforderung.

Der Sicherungsfonds ist auch vor dem Hintergrund der Pleite des Veranstalters Thomas Cook (September 2019) zu verstehen. Diese Pleite kostete Steuerzahler 106 Millionen Euro. Für die Konkurrenz wird das Nachspiel kostspieliger. Wie aus einer Anhörung im Bundestags-Rechtsausschuss hervorgeht, trifft es TUI besonders.

Die Branche profitierte bis dato von einer vergleichsweise günstigen Versicherungslösung. Diese will das Bundesministerium der Justiz zum 1. November ersetzen. Bislang deckte die Versicherung nach Pleiten nur Schäden in Höhe von 110 Millionen Euro. Diese Haftungssumme war zu gering, wie die Causa Thomas Cook belegte. Daher soll nun ein Reisesicherungsfonds an dessen Stelle treten, den nur nutzen darf, wer zuvor sieben Prozent des Jahresumsatzes als Sicherheit hinterlegt.

Dies ist im Hinblick auf eine mögliche TUI-Pleite problematisch. Bereits Anfang 2020 konnte TUI für die damaligen 110 Millionen Euro keinen Versicherungspartner finden, weshalb der Konzern das Geld bar hinterlegen musste.

Weiterhin ist zu beachten, dass es im geplanten Gesetz eine Ausführungsvorschrift gibt, nach der sich der Sicherungsfonds weigern darf, solche Reiseveranstalter abzusichern, die ein erhebliches Risiko darstellen (falls eine TUI-Pleite droht). Ein solches Risiko kann auf TUI zutreffen, wenn es um die Einstufung der Rating-Agenturen S&P sowie Moody’s geht: mit CCC+ beziehungsweise Caa1 wird TUI keine gute Bonität ausgewiesen.

Was die Entwicklung der Geschäftszahlen betrifft, bleiben die Reisebuchungen über den Sommer im Fokus der Beobachter. Unklar bleibt, ob sich die Gewohnheiten der Touristen verändern werden und damit eine TUI-Pleite wahrscheinlicher wird. Die wenigsten Analysten halten es jedoch für wahrscheinlich, dass die TUI-Aktie das Niveau aus der Zeit vor der Pandemie wieder erreichen wird.

TUI-Aktie: Basisdaten

TUI-Aktie Prognose 2021

Im Frühjahr 2020 kam es zu einem massiven Einbruch der TUI-Aktie infolge der ersten stärkeren Auswirkungen der Corona-Pandemie. Nachdem das Tief abgeklungen ist, konnte die TUI-Aktie zunächst kontinuierlich steigen. Während der Trendwende kam es immer wieder zu kleineren Ausschlägen beziehungsweise Kurskorrekturen der TUI-Aktie. Der Trend der TUI-Aktie zeigte jedoch aufwärts, trotz der möglicherweise drohenden TUI-Pleite. Seit Herbst 2020 zeigte sich zwischenzeitlich fast eine Verdreifachung des Kurses der TUI-Aktie. Sie erreichte einen Spitzenwert von 5,47 Euro, was dem Verkaufshoch am 25. Februar entsprach. In den letzten Monaten zeigt die TUI-Aktie eine Art Seitwärtsbewegung. Auf Nachrichten über die Wahrscheinlichkeit einer TUI-Pleite reagierte die TUI-Aktie nicht mehr.

Kleinere Kurskorrekturen nach unten nutzten einige Anleger zum Einstieg in die TUI-Aktie, doch wurde das Hoch vom Februar nicht wieder erreicht. Die anlegerpsychologisch wichtige Marke von 5 Euro konnte schließlich in der letzten und der aktuellen Woche nicht verteidigt und auch nicht wieder erreicht werden. Nach anfänglichen Gewinnen am heutigen Dienstag (Stand 15.06.2021) sank der Kurs auf aktuell 4,59 Euro. Analysten raten bezüglich der TUI-Aktie gegenwärtig mehrheitlich zu einem Verkauf.

Bildquelle: TUI AG

Themen:

Aktien-Stammdaten

Ticker-Symbol der Aktie: TUI1
WKN: TUAG00
ISIN: DE000TUAG000
Anzahl der Aktien: 1,099 Mrd.
Streubesitz: 63,5%

Finanzdaten je Aktie

Dividende: 0,00 EUR
Gewinn: -5,34
Cashflow: -0,43

Kontakt: TUI AG
Postadresse
Karl-Wiechert-Allee 4
Hannover, Niedersachsen (Lwr Saxony) 30625

Tel: +49.511.566.00
Fax: +49.511.566.1901
Homepage: http://www.tui-group.com

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