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TUI Aktie Prognose 2026: Das große Comeback verschoben?
TUI Aktie News: Nettoverschuldung steigt auf 2,3 Mrd. EUR – doch die Buchungen der letzten Wochen ziehen kräftig an. Der Turnaround stockt wegen vier Risiken!
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Adrian Schmid
- | Letzte Aktualisierung am
Das weltweit größte Touristikunternehmen ist heute nicht mehr dasselbe wie vor der Pandemie – und das ist eine gute Nachricht. Sechs Jahre nach dem Corona-Schock hat die TUI AG (WKN: TUAG50, ISIN: DE000TUAG505) nicht nur das Schiff wieder seetüchtig gemacht, sondern fährt inzwischen mit voller Kraft voraus. Im Jahr 2023 gelang die finanzielle Rettung, 2024 setzte der Reisekonzern neue Segel mit Rekordgewinnen – und 2025 nahm TUI so viel Fahrt auf, dass selbst die Analysten nicht mehr hinterherkamen.
Und in 2026 liefert der Reisekonzern im dritten Quartal ein resilientes, aber unter den Erwartungen liegendes Ergebnis – der Iran-Krieg kostet Marge, die Aktie rutscht am Zahlentag ab, und trotzdem bestätigt der Vorstand seine Jahresprognose. Die entscheidende Frage für Anleger: Ist der Rücksetzer eine Einstiegschance oder das Vorzeichen einer längeren Durststrecke?
TUI Aktie News: Direkt zu den neusten Quartalszahlen springen!
Was viele für unmöglich gehalten hatten, ist längst Realität: TUI zahlt wieder eine Dividende, alle drei Ratingagenturen haben die Bonität hochgestuft, und das Management kauft mit eigenem Geld Aktien. Der Aktienkurs liegt dennoch rund 70 Prozent unter dem Vor-Pandemie-Niveau. Ist die TUI Aktie damit eine der am stärksten unterbewerteten Comeback-Geschichten am europäischen Markt – oder gibt es gute Gründe für den Abschlag? Wie viel Potenzial steckt noch in der TUI Aktie Prognose 2026?
TUI AG Aktie: Kennziffern und Symbol
WKN: TUAG50, ISIN: DE000TUAG505, Ticker-Symbol: TUI1
TUI Aktie Chart (Xetra-Handel)
Verstehen Sie Ihr Investment: Das Geschäftsmodell der TUI AG
Wer insbesondere in Deutschland und Großbritannien verreisen möchte, der kommt nur schwer an TUI vorbei. Das Unternehmen betreibt ein vollständig vertikal integriertes Urlaubsportfolio, welches sich aus den folgenden Geschäftssegmenten zusammensetzt:
Markets & Airlines: Über 1.600 Reisebüros, Online-Portale und eine Flotte von rund 134 Flugzeugen bilden das Vertriebsrückgrat. Hier startet die Customer Journey – ob im Reisebüro in Hannover oder per App auf dem Smartphone. Die TUI-Airlines fliegen mehr als 40 Länder in Europa, Nordafrika und Westasien an.
Hotel & Resorts: Über 460 Hotels weltweit, mehrheitlich im 4- bis 5-Sterne-Segment. Die Flaggschiffmarken RIU, Robinson, TUI Blue und Diamond Resorts fungieren als zentrale Profitabilitätssäulen. Weitere 70 Hotels sind bereits unterschrieben – ein klares Signal des Managements für langfristiges Wachstum.
TUI Musement: Laut TUI ist der Markt für Touren & Aktivitäten nach dem Flug- und Hotelgeschäft das drittgrößte Segment im Tourismus. Mit diesem Segment profitiert das Unternehmen nicht nur von den Ausgaben der Touristen für An- und Abreise sowie Unterkunft, sondern auch von den Aktivitäten vor Ort. Die TUI Group möchte ihr Hauptgeschäft auf dieses Segment umstellen und hier als digitaler Plattform Dienstleister wie Booking.com agieren. Dazu aber später mehr.
Kreuzfahrten: Auch Kunden, die lieber aufs Meer statt ans Meer wollen, versucht TUI für sich zu gewinnen. Hier unterhält das Unternehmen rund 18 Kreuzfahrtschiffe. Neben
Marella Cruises unterhält die Dachmarke Tui Cruises auch die Töchter Mein Schiff und Hapag-Lloyd Cruises.
Verstehen Sie Ihr Investment: Branche, Marktumfeld und Trends
Die Tourismusbranche lässt sich auf die folgenden Bereiche aufteilen:
Pauschalreisen
Hotels
Ferienwohnungen
Kreuzfahrten
Die Tourismusbranche bleibt ein zweischneidiges Schwert für Anleger. Einerseits profitiert der Sektor von einer strukturell wachsenden Reisenachfrage – TUI erwartet ein durchschnittliches Marktwachstum (CAGR) von 5 Prozent pro Jahr bis 2028. Andererseits ist die Branche extrem zyklisch: Bereits ein Umsatzeinbruch von 10 Prozent reicht aus, um die meisten Unternehmen in die Verlustzone zu drücken.
Die Gewinnmargen im Tourismus sind dünn wie Flugzeugaluminium. Hohe Fixkosten für Flugzeuge, Schiffe und Hotelanlagen zwingen die Unternehmen, eine Auslastung von mindestens 90 Prozent zu erzielen. Der intensive Preiswettbewerb – befeuert durch Vergleichsportale und die hohe Fragmentierung des Marktes – macht jede Buchung zum Kampf um den letzten Euro Marge.
Diese Faktoren machen Investitionen in neue Anlagen besonders risikoreich. Unternehmen wachsen entsprechend nur, wenn die Nachfrage seitens der Touristen signifikant und nachhaltig ansteigt.
Nach Prognosen von Statista wird der weltweite Reise- und Tourismusmarkt im Jahr 2026 ein Volumen von rund 905 Milliarden Euro erreichen. Bis 2030 soll das Marktvolumen auf 1,3 Billionen Euro ansteigen – das entspricht einem jährlichen Wachstum (CAGR) von 6,83 Prozent. Das größte Segment ist der Hotelmarkt mit einem erwarteten Volumen von 417 Milliarden Euro in 2026. Gemessen am Gesamtumsatz der TUI im Geschäftsjahr 2025 in Höhe von 24,2 Milliarden Euro ist der Reisekonzern damit der umsatzstärkste integrierte Touristikanbieter weltweit – mit einem globalen Marktanteil von rund 2,4 Prozent. In Europa, dem Kernmarkt des Konzerns, liegt der Anteil deutlich höher.
TUI selbst erwartet ein durchschnittliches Marktwachstum (CAGR) von 5 Prozent pro Jahr bis 2028 – und damit über dem erwarteten BIP-Wachstum. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass diese internen Prognosen eine mögliche Rezession in Europa nicht einpreisen. Die Tourismusbranche bleibt extrem zyklisch: Bereits ein Umsatzeinbruch von 10 Prozent reicht aus, um die meisten Unternehmen in die Verlustzone zu drücken.
Der Trend der Digitalisierung und der Nachhaltigkeit beeinflussen die Entwicklung der Branche laut Analystenmeinungen am stärksten. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre sollen rund 50 Prozent des Gesamtumsatzes online erwirtschaftet werden. Das könnte das Branchenwachstum zusätzlich unterstützen, da hierdurch die Hürden für das Reisen durch die unkomplizierte Buchung über digitale Kanäle und Online-Plattformen allgemein kleiner werden.
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Wie liefen die TUI Quartalszahlen Q3 2026?
Die Q3-Zahlen fielen resilient, aber schwächer als erwartet aus: Das bereinigte EBIT sank um rund 27 % auf 233,8 Mio. EUR und verfehlte die Analystenschätzung von etwa 275 Mio. EUR (LSEG). Das „bereinigte EBIT“ ist das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern, bereinigt um Sondereffekte – die Kennzahl, an der TUI seine Profitabilität misst. Der Umsatz sank um rund 6 % auf 5,82 Mrd. EUR, die Kundenzahl um 3 % auf 9,9 Mio. Belastend wirkten ein 20-Mio.-EUR-Einmaleffekt aus dem Iran-Krieg (TUI-Cruises-Schiffe in den Emiraten), höhere Treibstoffkosten und das kurzfristigere Buchungsverhalten.
Entscheidend für die korrekte Einordnung: Konzernergebnis und das den TUI-Aktionären zurechenbare Ergebnis fallen deutlich auseinander. Das Gesamt-Konzernergebnis lag im Q3 bei +124 Mio. EUR (−45 % gegenüber Vorjahr), während der auf die TUI-Aktionäre entfallende Anteil nur 82 Mio. EUR betrug (Vorjahr: 183 Mio. EUR). Die Differenz erklärt sich durch die hohen Minderheitsanteile Dritter, insbesondere an den Joint Ventures TUI Cruises und der Hotelmarke RIU – ein großer Teil des Gewinns gehört formal den Partnern, nicht den TUI-Aktionären.
| Kennzahl | Q3 GJ2026 | Q3 GJ2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 5.822 | 6.200 | −6 % |
| Bereinigtes EBIT | 233,8 | 320,6 | −27 % |
| Berichtetes EBIT | 219 | 335 | −35 % |
| Ergebnis vor Steuern | 153 | 270 | −43 % |
| Konzernergebnis (gesamt) | +124 | ~225 | −45 % |
| Anteil TUI-Aktionäre | 82 | 183 | −55 % |
| Kundenzahl (Mio.) | 9,9 | 10,2 | −3 % |
Über neun Monate zeigt sich das saisonale Muster der Branche: Das Winterhalbjahr drückt das kumulierte Ergebnis tief ins Minus. Bereinigt um die Einmaleffekte aus Iran-Krieg und dem Hurrikan in Jamaika (zusammen 81 Mio. EUR) hätte das bereinigte EBIT sogar rund 40 Mio. EUR über dem Vorjahr gelegen – ein Beleg für die operative Grundstärke.
Die Gewinnqualität ist zweischneidig: Das operative Kerngeschäft bleibt profitabel und wäre ohne Sonderlasten gewachsen, doch die berichteten Zahlen zeigen die volle Wucht der geopolitischen Belastungen.
Kurz gesagt: TUI verdient operativ weiter Geld – der Iran-Krieg frisst jedoch die Wachstumsdividende auf.
Welches Segment trägt – und welches bremst?
Die Urlaubserlebnisse tragen den Konzern, während das Veranstalter- und Airline-Geschäft ins Minus rutscht. Alle folgenden Segmentwerte sind auf berichteter Basis (Q3 GJ2026) ausgewiesen.
Hotels & Resorts: bereinigtes EBIT von 122,7 Mio. EUR, gestützt von höheren Durchschnittsraten, aber belastet durch geringere Nachfrage im östlichen Mittelmeer, Mexiko und der Karibik. Über neun Monate: 356 Mio. EUR (Vorjahr: 384 Mio. EUR).
Kreuzfahrten: bereinigtes EBIT von 132,4 Mio. EUR trotz des 20-Mio.-EUR-Iran-Einmaleffekts (Mein Schiff 4 und 5 lagen von März bis Mitte Mai in Golfhäfen fest). Ohne diesen Effekt hätte das Segment zugelegt; 9M: 297 Mio. EUR (Vorjahr: 273 Mio. EUR).
TUI Musement: bereinigtes EBIT von 22,7 Mio. EUR im Q3. Dass das 9M-Ergebnis mit 17,3 Mio. EUR unter dem Q3-Wert liegt, ist kein Fehler, sondern branchentypische Saisonalität: Die Winterquartale sind bei Ausflügen und Transfers strukturell defizitär und ziehen die Neunmonatssumme unter das starke Sommerquartal.
Märkte + Airline: bereinigtes EBIT von −17,4 Mio. EUR (Vorjahr: +50 Mio. EUR) – der klare Verlierer, gebremst durch schwächere Nachfrage, Preisdruck und höhere Treibstoffkosten.
Kurz gesagt: Die vertikale Integration zahlt sich aus – die eigenen Hotels und Schiffe federn den Einbruch im Veranstaltergeschäft ab.
Warum fällt die TUI Aktie weiter?
Die TUI Aktie fällt trotz bestätigter Prognose, weil der Markt drei Dinge stärker gewichtet als das Jahresziel: das verfehlte Quartalsergebnis, die gestiegene Verschuldung und die fehlende Umsatzprognose. Das bereinigte EBIT lag mit 233,8 Mio. EUR rund 15 % unter dem Analystenkonsens von etwa 275 Mio. EUR – eine Enttäuschung, die kein Ausblick ausgleicht. Hinzu kommt die auf 2,3 Mrd. EUR gestiegene Nettoverschuldung, die aus Sicht vieler Investoren nicht nur ein Working-Capital-Effekt ist, sondern ein Symptom: Wer später bucht, zahlt später an – und TUI muss die Vorfinanzierung selbst schultern. Charttechnisch verschärft sich das Bild zusätzlich, seit der Kurs Anfang August die 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen hat und damit automatische Verkaufssignale ausgelöst wurden. Solange die Umsatzprognose ausgesetzt bleibt, fehlt dem Markt der Anker, an dem er die Erholung festmachen könnte.
Wie steht es um Bilanz und Cashflow?
Wie viele Schulden hat TUI noch?
Die Bilanz bleibt robust, doch die Nettoverschuldung ist gestiegen und die Ratings signalisieren eine Bonität knapp im Non-Investment-Grade-Bereich. Die Nettoverschuldung – Finanzschulden abzüglich liquider Mittel, inklusive Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 – lag zum 30. Juni 2026 bei 2,3 Mrd. EUR (Vorjahr: 1,9 Mrd. EUR). Der Anstieg um 0,4 Mrd. EUR resultiert im Wesentlichen aus niedrigeren Kundenvorauszahlungen infolge des kurzfristigeren Buchungsverhaltens – ein Working-Capital-Effekt, kein struktureller Substanzverlust.
Beim operativen Cashflow, der Eigenkapitalquote und dem Zinsaufwand ist Transparenz geboten: Die Quartalsmitteilung vom 12. August 2026 wies diese Größen nicht separat aus; sie erscheinen erst im vollständigen Zwischenbericht bzw. im Geschäftsbericht am 9. Dezember 2026. Moody’s nannte bei der Anhebung des Ausblicks im Februar 2026 ausdrücklich den verbesserten operativen Cashflow als Rating-Treiber. CFO Mathias Kiep hatte zum Jahresauftakt zudem auf gesunkene Zinskosten (rund −10 Mio. EUR im Quartalsvergleich) durch die Umstrukturierung des Leasing-Portfolios und die vorzeitige Rückzahlung der alten Wandelanleihe hingewiesen.
Rückkehr der TUI Dividende
Nach Jahren ohne Ausschüttung (Dividende) kündigte TUI am 10. Dezember 2025 die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung an. Dies ist ein psychologisch bedeutsamer Wendepunkt, der Vertrauen in die Dauerhaftigkeit der Erholung signalisiert.
Die neue Dividendenpolitik
Starter-Dividende GJ 2025: 0,10 Euro pro Aktie
Dauerhafte Ausschüttungsquote ab GJ 2025/26: 10 bis 20 Prozent des bereinigten Gewinns pro Aktie
Wann zahlt TUI wieder Dividende?
Die erste Dividendenauszahlung seit der Pandemie an die TUI-Aktionäre erfolgte am 13. Februar 2026. Die Dividendenrendite von rund 1,4 % ist aber kein Kaufargument für Einkommensanleger
Wichtig für Anleger: Die Ausschüttungsquote von 10 bis 20 Prozent des bereinigten Gewinns bedeutet, dass die Dividende in den nächsten Jahren graduell ansteigen wird – aber nicht sofort auf das Vor-Pandemie-Niveau von 0,34 Euro zurückkehren wird.
Wie sieht es bei Insidern und in der Aktionärsstruktur aus?
Innerhalb der letzten 90 Tage wurden keine meldepflichtigen Directors‘-Dealings-Transaktionen gemeldet – die letzten Insiderkäufe liegen im März 2026 und dienen nur als historischer Kontext. Die Vorstände Sebastian Ebel, Mathias Kiep und Sybille Reiß kauften am 2./3. März 2026 Aktien im Gesamtwert von rund 135.319 EUR; CEO Ebel legte am 13. März 2026 weitere 46.340 EUR nach (Gesamtvolumen Ebel im März: 139.490 EUR). Zwischen Mitte Mai und dem 12. August 2026 gab es keine gemeldeten Insidertransaktionen.
Die Aktionärsstruktur bleibt der juristisch heikelste Punkt: Rund 30 % der Anteile werden über Unifirm/Ondero dem Umfeld des russischen Oligarchen Alexej Mordaschow zugerechnet. Präzise formuliert: Die EU-Sanktionen betreffen Alexej Mordaschows Verfügungsgewalt. Marina Mordaschowa gilt als kontrollierende Gesellschafterin der Ondero Limited, die über Unifirm knapp 30 % hält. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte die Übertragung als „schwebend unwirksam“; die Stimmrechte der Unifirm dürfen bis zum Abschluss des Prüfverfahrens nicht ausgeübt werden. Der übrige Anteil befindet sich im Streubesitz, darunter institutionelle Investoren; BlackRock überschritt im März 2026 die 3-%-Schwelle. Der Hedgefonds Marshall Wace hatte seine Netto-Leerverkaufsposition zuletzt reduziert.
TUI stützt die Aktie zusätzlich über ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 100 Mio. EUR (Februar 2026 gestartet, in Tranchen bis Ende 2026). Bis Anfang Juli wurden mehr als 3 Mio. eigene Aktien zurückgekauft – das entspricht rund 0,6 % der etwa 507 Mio. Aktien. Der Effekt ist eine leichte Konzentration: Verteilt sich der Gewinn auf ~0,6 % weniger Aktien, steigt das Ergebnis je Aktie rechnerisch um rund 0,6 % (ceteris paribus).
Welche Risiken drohen? (Bear Case)
Das größte Risiko ist die geopolitische Abhängigkeit: TUI sitzt mit seinem Mittelmeer-Kerngeschäft direkt in der Einflugschneise jeder Nahost-Eskalation. Der Iran-Krieg hat gezeigt, wie schnell aus einem Rekordkurs ein Krisenmodus wird – Rückholaktionen, umgeplante Schiffsrouten und stornierte Buchungen kosteten allein über neun Monate 81 Mio. EUR an Einmaleffekten. Der Konzern gleicht einem Segelschiff, das bei ruhiger See schnell vorankommt, bei plötzlichem Sturm aber jede Böe im Rumpf spürt.
Weitere Belastungsfaktoren:
Verschuldung und Zinslast: 2,3 Mrd. EUR Nettoverschuldung und Ratings knapp unterhalb Investment Grade lassen wenig Puffer bei einem Nachfrageeinbruch.
Kurzfristiges Buchungsverhalten: Die Verschiebung zu Last-Minute-Buchungen senkt die Planbarkeit und drückt Kundenvorauszahlungen – ein direkter Treiber der gestiegenen Nettoverschuldung.
Aktionärsstruktur: Die ungeklärte Situation um die Mordaschow-nahen Anteile bleibt ein Governance- und Reputationsrisiko.
Zyklik und Wetter: Hitzewellen, Hurrikane und Konsumzurückhaltung in den europäischen Kernmärkten treffen TUI unmittelbar.
Kernbotschaft: Wer TUI kauft, kauft die Wette auf ruhigere geopolitische Gewässer – nicht auf ein defensives Geschäftsmodell.
TUI Aktie Kursziel: Was sagen die Analysten zur TUI Aktie?
TUI Aktie Prognose 2026 Übersicht
13 Analysten haben ihre Einschätzung zum Kursziel der TUI Aktie abgegeben und prognostizieren im Durchschnitt ein Kursplus von +37,26 % auf 10,11 EUR pro Aktie. Während die Optimisten einen Höchstkurs von 13,50 EUR (+83,32 %) erwarten, sehen die konservativen Analysten einen fairen Preis pro Aktie bei rund 7,00 EUR je Aktie (-4,94 %)
Von den 13 Analysten raten 9 zum Kauf oder Aufstocken der TUI Aktie, 4 plädieren fürs Halten, und keiner empfiehlt den Verkauf.
Schätzung und Analysen der Geldhäuser
JPMorgan (Karan Puri), 12.08.2026: „Overweight“, Kursziel 12,50 EUR – höchstes Kursziel im Panel.
Bernstein Research (Richard Clarke), 12.08.2026: „Market-Perform“, Kursziel 9,20 EUR. Clarke argumentiert, Kunden reisten weiter, buchten aber später; TUI habe die gesenkten Ziele bestätigt.
- Jefferies (12.08.2026): „Hold“ Das Kursziel bleibt bei rund 7,00 EUR. Grund ist die Konsensverfehlung bei dem Umsatz.
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Fazit: TUI Aktie Prognose 2026
Die TUI-Aktie ist eine günstig bewertete, aber hochspekulative Wette auf die Rückkehr geopolitischer Normalität – kein Basisinvestment für sicherheitsorientierte Anleger. Die Q3-Zahlen belegen ein operativ intaktes Geschäft: Ohne die 81 Mio. EUR Einmaleffekte läge TUI über Vorjahr, die Buchungen der letzten Wochen ziehen mit +7 % kräftig an, und der Vorstand traut sich, die Prognose zu bestätigen. Dem stehen eine gestiegene Verschuldung, ein tiefroter Neunmonatsverlust und die belastende Aktionärsstruktur gegenüber.
Das Bild gleicht einem Flugzeug im Steigflug bei Turbulenzen: Der Motor läuft, die Richtung stimmt – aber die Passagiere müssen angeschnallt bleiben. Kurzfristig entscheidet das Pre-Close Trading Update am 22. September 2026, ob der Buchungsschub trägt. Bestätigt sich das Momentum, hat die Aktie mit rund +37 % Abstand zum Median-Kursziel Luft nach oben. Bleibt der nächste geopolitische Schock aus, dürfte die niedrige Bewertung zum Argument werden – tritt er ein, zeigt die Vergangenheit, wie schnell es abwärts geht. Dies ist ausdrücklich keine Kaufempfehlung.
TUI Aktie kaufen oder nicht
Dennoch: Es gilt im Großen und Ganzen zu erkennen, dass das TUI Management in den letzten Quartalen hervorragende Arbeit geleistet hat und das Unternehmen in die richtige Richtung zu manövrieren scheint. Langfristig besteht daher für die TUI Aktie weiteres Kurspotenzial, das weit über die Erholung auf das Vor-Pandemische-Niveau und damit über die oben genannten 75 Prozent hinausgeht.
Dies gilt natürlich nur unter der Voraussetzung, dass keine der oben genannten Risiken oder externe Schocks eintreten, die die zyklische und fragile Reiseindustrie erneut in Schwierigkeiten bringen.
Derzeit scheinen die Märkte jedoch keine derart düsteren Aussichten für den europäischen Markt und die Angst vor einer weltweiten Rezession einzupreisen. Ganz im Gegenteil! Sowohl der deutsche Leitindex als auch viele andere westliche und asiatische Indizes erklimmen entweder ein Allzeithoch nach dem anderen oder befinden sich auf Erholungskurs.
Über eines sollte man sich jedoch vor dem Eröffnen einer Order im Klaren sein: Anleger, die sich von einem mittelfristigen Trade hohe Gewinne versprechen, müssen mit einer hohen Volatilität und zwischenzeitlichen Schwankungen im zweistelligen Prozentbereich rechnen.
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Merken: Wenn Sie regelmäßige Einkünfte an der Börse erzielen möchten, dürfen Sie nicht ausschließlich von steigenden Kursen abhängig sein.
TUI Aktie: Basisdaten
TUI Aktie FAQ
Ja, das operative Geschäft ist intakt, TUI bestätigte trotz Krisenquartal die Jahresprognose von 1,1 bis 1,4 Mrd. EUR bereinigtem EBIT, und die Buchungen lagen zuletzt 7 % über Vorjahr. Das Median-Kursziel der Analysten liegt bei 10,00 EUR.
Die TUI Aktie fällt, weil das bereinigte EBIT mit 233,8 Mio. EUR rund 15 % unter dem Analystenkonsens lag, die Nettoverschuldung auf 2,3 Mrd. EUR stieg und die Umsatzprognose seit April 2026 ausgesetzt bleibt.
Die Nettoverschuldung lag zum 30. Juni 2026 bei 2,3 Mrd. EUR nach 1,9 Mrd. EUR im Vorjahr – der Anstieg geht auf niedrigere Kundenvorauszahlungen zurück. Die Corona-Staatshilfen sind vollständig zurückgezahlt; die Ratings liegen mit Ba3 (Moody’s, Ausblick positiv) und BB (Fitch) knapp unterhalb Investment Grade.
13 Analysten haben ihre Einschätzung zum Kursziel der TUI Aktie abgegeben und prognostizieren im Durchschnitt ein Kursplus von +37,26 % auf 10,11 EUR pro Aktie.
Diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen – für einen Kauf sprechen das niedrige KGV von rund 5,8 und rund 37 % Abstand zum Median-Kursziel, dagegen die hohe Zyklik, die gestiegene Verschuldung und die ungeklärte Aktionärsstruktur.
Bildquelle(n): TUI, Statista, FinMent
Inhalte: FinMent
- Ursprünglich veröffentlicht am
Themen:
Aktien-Stammdaten
Ticker-Symbol der Aktie: TUI1
WKN: TUAG50
ISIN: DE000TUAG505
Anzahl der Aktien: 507 Mio.
Streubesitz: 87,91 %
Kontakt: TUI AG
Postadresse
Karl-Wiechert-Allee 4
Hannover, Niedersachsen (Lwr Saxony) 30625
Tel: +49.511.566.00
Fax: +49.511.566.1901
E-Mail-Adresse: info@tui.com
Website: http://www.tui-group.com
Quellenangaben:
https://de.statista.com/outlook/mmo/
reisen-tourismus/europa
https://www.handelsblatt.com/
unternehmen
/dienstleister/tui-was-hotels-mit-dem-aktien
kurs-des-reiseveranstalters-zu-tun-haben
/100093702.html
https://de.statista.com/statistik/daten/
studie
/1458974/umfrage/monatliche-preisentw
icklung-kerosin/
https://de.marketscreener.com/kurs/
aktie/
TUI-AG-470539/analystenerwartungen/
https://www.tuigroup.com/de-de/investoren/faq/dividende
https://www.tuigroup.com/de/
investoren/veroeffen
tlichungen/finanzergebnisse?filter=fy25-q2-h1
https://www.tuigroup.com/de/investoren/
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