Die Top 7 der Reise- und Tourismus Aktien 2021: Wohin geht die Reise?
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Die Top 7 der Reise- und Tourismus Aktien 2021: Wohin geht die Reise?

Mit diesen Urlaubs- und Tourismus-Aktien profitieren Sie vom großen Reiseboom nach Corona

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Corona-Pandemie: Touristik- und Urlaubsaktien große Verlierer

Keine Frage: Reisekonzerne wurden durch die Corona-Pandemie mit am stärksten getroffen. Denn um den Covid-19 Virus einigermaßen in den Griff zu bekommen, mussten die Regierungen weltweit die Reise- und Bewegungsfreiheiten ihrer Bürger einschränken. Aktien der Touristikbranche, also beispielsweise Airline Aktien, Kreuzfahrt Aktien, Freizeitpark Aktien, Hotel Aktien und Reiseveranstalter Aktien gehörten dabei mit zu den größten Krisen-Verlierern. Doch mittlerweile gibt es Licht am Ende des Tunnels, die ersten Erfolge der weltweiten Impfkampagnen versprechen eine baldige Öffnung weiter Bereiche des internationalen Tourismus. Dies könnte Reise- und Tourismus-Aktien in den kommenden Monaten beflügeln.

Die besten Aktien und ETFs der Reisebranche

Wir möchten Ihnen heute mit diesem Bericht einen kleinen Einblick in die Reisebranche geben und Ihnen unsere Top Seven der Tourismus- und Reiseaktien vorstellen. Außerdem haben wir die vier besten Reise-ETFs für Sie, sowie eine Aktien Liste mit jeweils fünf Werten aus den Reise- und Tourismus-Segmenten Reiseveranstaltung & -vermittlung, Luftfahrt, Hotel & Resorts sowie Kreuzfahrt & Freizeitparks.

Covid-19 lässt Aktienkurse von TUI und Lufthansa abstürzen: Rettung mit Staatsgeld

Die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass in der Reise- und Tourismusbranche seit Anfang 2020 kein Stein auf dem anderen blieb. Sämtliche Aktien von Reiseunternehmen oder Unternehmen, die in irgendeiner Form vom Tourismus abhängig sind, kamen stark unter die Räder. So lagen die Verluste der TUI Aktie im Tief bei sage und schreibe -79 %, während Lufthansa-Aktien um bis zu -56 % abstürzten. Mittlerweile haben sich zwar sowohl der Aktienkurs von Lufthansa als auch der Kurs von TUI wieder stabilisiert, aber erst nachdem beide Unternehmen, wie etliche andere auch mit Rettungspaketen und Staatsgeldern in Milliardenhöhe gerettet wurden. Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing hingegen kam ohne Staatshilfe aus und das obwohl der Luftfahrtkonzern nach dem Desaster mit dem Krisenjet 737 Max bereits vor Corona angeschlagen war. Durch eine Aktienplatzierung im Volumen von 25 Mrd. US-Dollar an private Geldgeber konnten staatliche Auflagen und Restriktionen vermieden werden. Auch die Boeing-Aktie konnte sich seit den Tiefstständen bei 89 US-Dollar in der Spitze wieder auf 278 US-Dollar verdreifachen.

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Impfkampagne läuft vielversprechend: Touristik Branche vor Aufschwung?

Andere Freizeit Aktien aus dem „Stay at Home“-Bereich wie z.B. die Aktien von Streaming Anbietern wie Netflix oder Roku, Gaming Aktien wie Activision Blizzard oder Sport & Outdoor Werte wie Yeti, Fox Factory oder Peloton starteten bereits in der Pandemie-Zeit durch und haben mittlerweile beeindruckende Höhenflüge hinter sich. Ähnliches könnte sich nun auch in der Reisebranche abspielen, falls auf die Krise nun der große Boom folgt. Und ein starker Aufschwung, der das Blatt für Reise- und Touristik-Aktien endgültig wendet, ist nicht einmal unwahrscheinlich. Denn zum einen lassen die ersten messbaren Erfolge der weltweiten Impfkampagne mittlerweile auf ein baldiges Ende der Corona-Einschränkungen hoffen. Zum anderen steigt bei vielen Menschen die Sehnsucht nach Urlaub und fremden Ländern – etwas das bis Ende 2019 fast als Selbstverständlichkeit erschien.

„Endlich wieder Urlaub“: Reise- und Tourismus-Aktien vor Comeback

Nach einer Phase mit sehr spärlichen Freizeit-Möglichkeiten entwickeln viele Menschen ein immer stärkeres Verlangen danach in den Urlaub zu fahren oder zu fliegen. Der eine träumt von einem Urlaub am Mittelmeer, der andere von einem Kaffee in einer südländischen Stadt oder einem SunDowner Cocktail unter Palmen in der Karibik. Urlaub, das sind immer auch Emotionen, die mit Erinnerungen und Sehnsüchten zusammenhängen.

Sobald der „Traum vom Urlaub“ wieder ohne größere Einschränkungen Wirklichkeit wird, dürften bei Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften und Hotels so richtig die Kassen klingeln: Eine starke Nachfrage bedeutet in der Branche gleichzeitig auch hohe Gewinnspannen, denn in kaum einer Branche richten sich die Preise und damit die Margen flexibler nach der Nachfrage. Und mal ehrlich: Nachdem die Urlaubskasse während der Pandemie ohnehin unangetastet blieb, spielen doch sicher auch ein paar hundert Euro mehr oder weniger keine Rolle, um das Fernweh zu lindern, oder etwa nicht?

Zum aktuellen Zeitpunkt sind weltweit zwar noch immer viele Hotelzimmer leer, Flugzeuge am Boden und Kreuzfahrtschiffe im Hafen, aber starke Nachholeffekte könnten den Reise- und Tourismus-Aktien schon bald zu einem erfolgreichen Comeback und neuen Aufwärtstrends verhelfen. Wer sich frühzeitig positioniert und dabei auch die Anlegererwartungen antizipiert, könnte von einer positiven Entwicklung der Reiseaktien profitieren.

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In Touristik-Aktien investieren: Das sollten Sie beachten

Wer in Aktien des Reise- und Tourismus-Sektor investieren möchte, der sollte jedoch ein paar Dinge beachten: Zum einen sollte das jeweilige Unternehmen nach der Krise finanziell einigermaßen solide dastehen und nicht (wie z.B. die ein oder andere Fluglinie) von der Pleite bedroht sein. Zum anderen sollte das Unternehmen in Bereichen oder Ländern tätig sein, die baldige Öffnungen erwarten lassen. Ein Urlaub in anderen EU-Ländern dürfte beispielsweise früher problemlos möglich sein als eine Fernreise nach Südamerika oder Afrika. Achten Sie außerdem darauf, dass die von Ihnen ausgewählten Unternehmen breit aufgestellt sind und nicht von der Entwicklung eines Nischenmarktes abhängen.

Große und etablierte Unternehmen, die halbwegs gut durch die Krise gekommen sind, dürften die besten Aussichten haben, den Reisewilligen und Urlaubern genügend passende Offerten anzubieten. Natürlich dürfen Sie auch die Risiken von Reise- und Touristik-Aktien nicht außer Acht lassen. Rückschläge bei der Eindämmung der Corona-Pandemie, beispielsweise durch neue, impfresistente Mutationen könnten der Tourismus-Branche erhebliche Rückschläge bescheren und entsprechend auch die Aktienkurse von Reiseunternehmen abermals belasten. Erweisen sich die Lockerungsprognosen als zu optimistisch, dann könnten die ersten Vorschusslorbeeren, die in den letzten Monaten bereits an viele Reise- und Touristik-Aktien verteilt wurden, wieder abgebaut werden.

Die besten Tourismus- und Reise-ETFs

Wer nicht in Einzelaktien investieren möchte, dem stehen eine Reihe von Tourismus- und Freizeit-ETFs zur Verfügung. Da wäre beispielsweise der iShares STOXX Europe 600 Travel & Leisure ETF. Der Fonds mit einem Volumen von 320 Mio. Euro hat den Fokus auf den europäischen Reise- und Freizeitmarkt, investiert direkt in die Reise- und Freizeitaktien des Stoxx Europe 600 Index. Gleiches gilt auch für den mit 124 Mio. Euro Fondsvolumen deutlich kleineren Lyxor STOXX Europe 600 Travel & Leisure ETF. Der in US-Dollar notierte ETFMG Travel Tech ETF hingegen, bietet die Möglichkeit technologieorientierte Investments der globalen Reise- und Tourismusbranche zu tätigen. Der Reise-ETF mit einem Volumen von aktuell 365 Mio. US-Dollar folgt dem Prime Travel Technology Index und ist an der New Yorker Börse gelistet. Dort ist auch der U.S. Global Jets ETF notiert, ein knapp 4 Mrd. US-Dollar schwerer ETF, der die globale Luftfahrtindustrie über den gleichnamigen Index abbildet. So enthält der U.S: Global Jets ETF zwar in erster Linie Aktien von Fluggesellschaften, aber auch Aktien von Flugzeugherstellern und Flughafenbetreibern.

Tourismus- und Reise ETFsISINBörse
iShares STOXX Europe 600 Travel & Leisure ETFDE000A0H08S0Xetra
Lyxor STOXX Europe 600 Travel & Leisure ETFLU1834988781Xetra
ETFMG Travel Tech ETFUS26924G7714NYSE
U.S. Global Jets ETFUS26922A8421NYSE

Welche Reise- und Tourismus-Aktien kaufen?

Die Touristik- und Reisebranche ist ein weites Feld, das auch Geschäftsreisen und Messen beinhaltet. Themenmäßig wären beispielsweise auch Restaurant-Aktien (z.B. Restaurant Brands), Kasino-Aktien (z.B. MGM Resorts, Las Vegas Sands), Mietwagen-Aktien (z.B. Avis Budget, Sixt) oder Fahrdienst-Aktien (z.B. Uber, Lyft) geeignet, um auf einen Aufschwung bei Reise und Touristik Aktien zu setzen. Wir möchten uns jedoch auf klassische Tourismus Aktien fokussieren, von Unternehmen, die in der Lage sind, das steigende Bedürfnis der Menschen nach Urlaub zu erfüllen. Denn diese dürften besonders von Lockerungen der Reisebeschränkungen profitieren.

Reisevermittler & Reiseveranstalter-Aktien: Erste Anlaufstelle für Urlauber

Bei Reise- und Tourismus-Aktien kommen einem natürlich als erstes Reiseveranstalter und Reisevermittler Aktien wie TUI oder Booking Holdings in den Sinn. Unternehmen, die Angebote wie Pauschalreisen oder Individualreisen zusammenstellen oder ebensolche Angebote vermitteln. Für Reiseveranstalter war die Corona-Zeit besonders hart, denn in den meisten Ländern fiel das Geschäft von jetzt auf gleich zu fast 100 % weg. Online-Reisevermittler hingegen profitierten zumindest von niedrigeren Fixkosten. Sowohl Reiseveranstalter als auch -vermittler werden nach der Krise wieder die erste Anlaufstelle für Reisewillige sein.

Airline- und Luftfahrt Aktien: Flugverkehr allmählich im Aufwind

Der internationale Flugverkehr schrumpfte in der Corona-Krise bis auf ein Minimum zusammen und die meisten Flugzeuge mussten am Boden bleiben. Bereits seit Mitte 2020 steigt die Zahl der Verbindungen jedoch wieder an. Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Wochen und Monaten beschleunigen. Zu den Airline- und Luftfahrt Aktien zählen neben den Aktien von klassischen Fluglinien auch Aktien von Flughafenbetreibern wie Fraport oder Aéroports de Paris. Auch Flugzeugbauer wie Airbus oder Boeing sollten von einem zunehmenden Reiseaufkommen profitieren. Denn während sich viele Fluglinien im Krisenmodus mit Flugzeugbestellungen verständlicherweise zurückhielten, dürfte im Fall eines Aufschwungs in der Reisebranche bald mit einer Vielzahl von Flugzeug-Bestellungen zu rechnen sein. Insbesondere deshalb, weil der allgemeine Investitionsstopp auch dringend notwendige Maschinen zum Ersatz ausgemusterter Flugzeuge betraf.

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Hotel & Resort Aktien: Hotelketten und Ferienresorts öffnen wieder

Viele Hotels hatten ihre Pforten im Jahr 2020 und in der ersten Jahreshälfte 2021 geschlossen. Doch mit den weltweit fallenden Inzidenzwerten erlauben mittlerweile immer mehr Länder auch Übernachtungen in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben. Die Anzahl der Hotelübernachtungen dürfte in den kommenden Monaten stark ansteigen. Neben klassischen Hotelketten Aktien wie Hilton oder Marriott gibt es im Bereich auch auf Urlaubsresorts oder andere Ferienunterkünfte spezialisierte Aktiengesellschaften.

Kreuzfahrt & Freizeitpark Aktien: Betrieb läuft nach Shutdown wieder an

Kreuzfahrt Aktien gerieten gleich ganz zu Beginn der Corona Pandemie ins Blicklicht der Investoren. Denn das Covid-19 Virus verbreitete sich zu Beginn der Pandemie besonders schnell auf einigen Kreuzfahrtschiffen wie z.B. der Diamond Princes oder der Ruby Princess. Allein die beiden Schiffe verzeichneten insgesamt mehr als 1.600 Infektionen und 42 Todesfälle, was vor allem auf die beengten Platzverhältnisse und misslungenen Quarantänemaßnahmen zurückgeführt wurde. Der Betreibergesellschaft der beiden Schiffe, Carnival gehören übrigens auch die in Deutschland sehr beliebten AIDA-Kreuzfahrtschiffe. Die rasche Corona-Ausbreitung führte dazu, dass innerhalb kurzer Zeit sämtliche Kreuzfahrt-Schiffe vor Anker lagen. Die Aktien der drei großen börsennotierten Kreuzfahrt-Reedereien Carnival, Royal Carribbean Cruises und Norwegian Cruise Lines wurden parallel zu dieser Entwicklung Anfang 2020 regelrecht kleingehäckselt, bevor eine Kurserholung einsetzte. Doch auch Freizeitparks waren von den Lockdown-Maßnahmen und Schließungen betroffen und die Aktienkurse der börsengelisteten Freizeitparkbetreiber brachen ebenfalls stark ein. Die Rückkehr zu allgemeiner Reisefreiheit dürfte sowohl Kreuzfahrtschiffen als auch Freizeitparks zu neuem Leben verhelfen, der Betrieb beider Tourismusbereiche läuft bereits wieder an.

Aktienvorstellung: Die Top Seven der Reise- und Tourismus-Aktien

Die folgenden sieben Reise- und Tourismus-Aktien sind unsere Branchen-Favoriten auf Sicht von 12 bis 24 Monaten. Das sind unsere Top Seven der Touristik-Aktien:

7. TUI Aktie: 75 % des Reiseprogramms von 2019 für den Sommer geplant

Den Anfang macht an 7. Stelle unseres Rankings die TUI Aktie. Insgesamt drei Finanzspritzen im Gesamtvolumen von knapp 5 Mrd. Euro erhielt der weltgrößte Reiseanbieter TUI im vergangenen Jahr 2020 um die Verluste des nahezu totalen Geschäftsausfalls zu kompensieren. Zuletzt einigte sich der Hannoveraner Konzern mit dem Bund sowie privaten Investoren und Banken im Dezember auf ein Finanzierungspaket in Höhe von 1,8 Mrd. Euro. Zuvor war TUI im Frühjahr als erstes deutsches Großunternehmen von der staatlichen Förderbank KfW Darlehen über 1,8 Mrd. Euro und 1,2 Mrd. Euro unterstützt worden. Einen Teil der Kredite kann der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes (WSF) in TUI Aktien umwandeln. In diesem Fall könnte der Staat dann mit bis zu neun Prozent an TUI beteiligt sein. Kritiker bemängelten, dass es das Management versäumte in den Jahren zuvor Rücklagen zu bilden und stattdessen üppige Dividenden an die TUI-Aktionäre ausschüttete.

Im ersten Quartal 2021 verzeichnete TUI mit -1,5 Mrd. Euro einen um satte 600 Mio. Euro höheren Verlust als er von Analysten erwartet worden war. Der Umsatz brach gleichzeitig von 6,6 Mrd. Euro im Vorjahr auf 716 Mio. Euro ein. Doch trotz dieser miserablen Zahlen werden die Aussichten für das Unternehmen wieder besser: Reisebuchungen auf die spanischen Balearen, die portugiesische Algarve, nach Italien und auf die Kanaren sind bei TUI bereits wieder möglich und auch Griechenland ist wieder im Programm. Auch die Kreuzfahrt-Tochter TUI Cruises bietet seit Pfingsten wieder erste Fahrten an. Positiv ist, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise von Reisen im Vergleich zu vor zwei Jahren um +22 % höher liegen. Insgesamt plant der Konzern für Sommer 2021 bereits wieder drei Viertel des Reiseprogramms von 2019 anzubieten.

Die TUI-Aktie konnte sich seit Anfang 2020 von den Tiefstständen bei 1,50 Euro wieder stark erholen und der Aktienkurs beträgt mittlerweile wieder etwas mehr als 5 Euro. Als mögliches Kursziel für die TUI Aktie könnten bei optimaler wirtschaftlicher Entwicklung die Höchststände des Aktienkurses von Ende 2019 bei ca. 7,75 Euro dienen, als Corona noch kein Thema war.

6. Airbus: Europäischer Flugzeugbauer startet profitabel ins Jahr 2021

Platz Nummer 6 geht an die Airbus Aktie. Bis zur Corona-Krise hatte der europäische Flugzeugbauer, der bis 2013 unter EADS für European Aeronautic Defence and Space firmierte, im jahrzehntelangen Wettstreit mit Boeing endlich mal wieder Oberwasser. Während der US-Konkurrent mit der mängelbehafteten Boeing 737 Max ein beispielloses Debakel und viele Stornierungen erlebte, stiegen bei Airbus die Aufträge, Anfragen und Bestellungen erheblich an. Doch die Freude über den neu gewonnenen Wettbewerbsvorteil währte nur kurz. Die Corona-Krise holte auch den europäischen Flugzeugbauer ein und die Produktion wurde drastisch zurückgefahren. Mittlerweile läuft die Produktion bei Airbus wieder an und soll in den kommenden 2 bis 3 Jahren allmählich wieder auf das Vorkrisenniveau hochgefahren werden. Zuletzt wurde auch der Bau einer neuen Endmontage-Linie für Mittelstreckenjets der A320-Familie wieder aufgenommen. In diesem Segment hat Airbus aktuell immerhin rund 5.650 Bestellungen in den Auftragsbüchern stehen.

Die Airbus-Zahlen konnten sich zuletzt durchaus sehen lassen. Bei einem um -2 % niedrigeren Umsatz in Höhe von 10,5 Mrd. Euro, erzielte der Airbus-Konzern im ersten Quartal 2021 immerhin einen Gewinn in Höhe von 362 Mio. Euro. (Vorjahr: -481 Mio. Euro). Auf Gesamtjahresebene will Vorstandschef Guillaume Faury mindestens so viele Flugzeuge ausliefern wie im Krisenjahr 2020. Das wären insgesamt 566 Flugzeuge.

Von den Tiefstständen bei etwa. 47 Euro konnte sich die Airbus Aktie mittlerweile wieder auf 98 Euro verdoppeln, die bisherigen Jahreshochs 2021 liegen bei 104,50 Euro. Auf dem aktuellen Kursniveau scheint bei der Airbus Aktie auch das Allzeithoch bei 139 Euro auf Sicht von 12 bis 24 Monaten nicht unerreichbar. Die US-Investmentbank Goldman Sachs stufte die Airbus Aktie zuletzt als „Conviction Buy“ mit einem Kursziel von 135 Euro ein.

5. Lufthansa Aktie: Luftfracht-Sparte mit Rekordergebnis im ersten Quartal

Die Lufthansa-Aktie liegt auf Platz 5 unseres Rankings. Nachdem die größte deutsche Fluglinie im vergangenen Jahr mit einem 9 Milliarden schweren Rettungspaket aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds vor dem Zusammenbruch bewahrt werden musste, sieht die Situation mittlerweile wieder relativ komfortabel aus.

Zwar wurden auch im ersten Quartals 2021 insgesamt noch hohe Verluste von 1,05 Mrd. Euro geschrieben, aber der Luftfracht-Bereich Lufthansa Cargo erzielte bereits wieder ein Rekordergebnis in Höhe von 314 Mio. Euro. Auch der Sparte Lufthansa Technik gelang dank einer steigenden Anzahl von Wartungsaufträgen ein positives Ergebnis. Die liquiden Mittel lagen zum Quartalsende bei rund 10,6 Mrd. Euro. Mit einer steigenden Anzahl von Flugverbindungen dürften sich auch die Ergebnisse des Passagierbereichs bald verbessern. Trotzdem reduziert das Unternehmen weiterhin Personal und kündigte zuletzt an weltweit nochmals rund 10.000 Arbeitsplätze abzubauen.

Positiv: Vom Rettungspaket wurden 5,4 Mrd. Euro nicht benötigt, ein KfW-Kredit über 1 Mrd. Euro konnte bereits zurückgezahlt werden. Auf der Hauptversammlung wurde kürzlich von den Aktionären die Erlaubnis eingeholt, neue Aktien über 5,5 Mrd. Euro zu emittieren. Damit sollen bei Bedarf die relativ teuren Staatskredite abgelöst werden. Vorstandschef Carsten Spohr rechnet mit einer scharf ansteigenden Nachfrage nach Flügen ab dem Sommer. Mittelfristig könnte die Lufthansa-Aktie, die aktuell im Bereich von 10 Euro notiert, wieder auf Kurse von 13 bis 15 Euro klettern.

4. Six Flags Entertainment: Freizeitpark-Kette profitiert von Öffnungen

Unsere Nummer 4, die Six Flags Entertainment-Aktie, ist in Deutschland sehr viel unbekannter als TUI, Boeing oder Lufthansa. Das Unternehmen betreibt über ganz Nordamerika verteilt etwa 19 regionale Freizeit- und Wasserparks mit einer Gesamtfläche von mehr als 1.800 Hektar (4.500 Acres). Die Parks bieten eine Auswahl an Fahrgeschäften, Wasserattraktionen, Themenbereichen, Konzerten und Shows, Restaurants, Spielplätzen und Einzelhandelsgeschäften. Unter den 830 Fahrgeschäften befinden sich beispielsweise über 135 Achterbahnen. Da das Unternehmen nur in Nordamerika tätig ist und dort die Pandemiebekämpfung schneller voranschreitet als in Europa, läuft das Geschäft – mit ein paar Einschränkungen – bereits wieder auf Hochtouren. Die Freizeitpark-Kette profitiert davon, dass die Menschen nach den zermürbenden Lockdowns wieder Spaß haben möchten und sich nach einer langen Zeit voller Entbehrungen zumindest einen Freizeitpark gönnen möchten.

Die Six Flags Entertainment Aktie profitiert von dieser Entwicklung und notiert bereits höher als vor dem Beginn der Pandemie. Das ist bemerkenswert. Auf dem aktuellen Aktienkurs-Niveau von 44 US-Dollar ist das Unternehmen mit ca. 3,7 Mrd. US-Dollar bewertet. Nachdem Six Flags im vergangenen Jahr einen hohen Verlust von -4,99 US-Dollar je Aktie verzeichnete, erwarten Analysten für dieses Jahr eine Zehntelung des Fehlbetrags auf -0,48 US-Dollar bei einem um +223 % höheren Umsatz in Höhe von 1,15 Mrd. US-Dollar. Im kommenden Jahr 2022 soll dann bei Erlösen in Höhe von 1,5 Mrd. US-Dollar (+30 %) bereits ein Gewinn in Höhe von 1,96 US-Dollar je Aktie erzielt werden. Auch wenn die Aktie bereits gut gelaufen ist, halten wir auf Sicht von 12 Monaten Kurse von 60 bis 65 US-Dollar für möglich.

3. Carnival Corporation: Kreuzfahrtbetrieb vor dem Neustart

Auf Platz 3 folgt die Carnival-Aktie. Das britisch-amerikanische Kreuzfahrtunternehmen gilt mit einer Flotte von über 100 Schiffen, die sich auf 10 Kreuzfahrtmarken verteilen als eines der größten Reiseunternehmen weltweit. Wie eingangs im Artikel erwähnt, zählt auch die in Deutschland sehr bekannte AIDA-Flotte zum Konzern. Die Carnival-Aktie ist über ein Doppel-Listing sowohl im amerikanischen S&P 500-Index als auch im FTSE 250-Index gelistet. Zuletzt gab es gute News: Das Unternehmen plant ab Juli wieder von den USA aus Alaska-Kreuzfahrten für geimpfte Passagiere aufzunehmen. Damit wird der nördlichste Bundesstaat der USA erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder auf dem Seeweg angesteuert. Carnival hofft in den kommenden Monaten weitere Routen wiedereröffnen zu können, nachdem der Start einiger Schiffe aufgrund von Auflagen der US-Gesundheitsbehörde CDC zuletzt verschoben werden musste. Der Neustart des Betriebs in großem Stil dürfte jedoch in nicht mehr allzu ferner Zukunft liegen.

Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen nach einem Minus von 7,47 US-Dollar je Aktie im vergangenen Jahr auch 2021 Verluste in Höhe von -5,33 US-Dollar je Aktie verbuchen muss. Im kommenden Jahr 2022 soll der Umsatz dann von 3,7 Mrd. US-Dollar auf 18,3 Mrd. US-Dollar hochschnellen. Dabei soll auch die Rückkehr in die Gewinnzone gelingen, Marktexperten erwarten für das nächste Jahr immerhin einen Profit in Höhe von 0,23 US-Dollar je Aktie.

2. Hilton Grand Vacations: Innovatives Geschäftsmodell mit Club-Mitgliedschaften

Nummer 2: Die Hilton Grand Vacations-Aktie. Wer den Namen „Hilton“ hört, der denkt (neben Hotelerbin Paris Hilton) wahrscheinlich in erster Linie an die bekannte, vor allem in Großstädten sehr präsente Hotelkette. Von dieser war Hilton Grand Vacations ursprünglich eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, bis das Unternehmen Ende 2016 ausgegliedert und an die Börse gebracht wurde.

Hilton Grand Vacations ist ein sogenanntes Timesharing-Unternehmen, das ein System von Ferienclub-Ressorts entwickelt, verwaltet, vermarktet und betreibt. Ressort-Villen sind im gemeinsamen Besitz der Club-Mitglieder, die diese Immobilien für einen begrenzten Zeitraum exklusiv nutzen dürfen. Das Unternehmen betreibt sein Geschäft dabei in zwei Segmenten: Immobilienvertrieb und Finanzierung sowie Resort-Betrieb und Club-Management. Die punktebasierten Clubs Hilton Grand Vacations und Hilton Club bieten den mittlerweile knapp 325.000 Mitgliedern exklusive Urlaubsangebote, Tausch- und Reservierungsdienste an. Das Unternehmen besitzt rund 62 Anlagen mit knapp 10.000 Einheiten in den Vereinigten Staaten, Japan, Großbritannien, Italien und Barbados. Im März 2021 kündigte Hilton Grand Vacactions an, den Konkurrenten Diamond Resorts übernehmen zu wollen. Dadurch würden zum Portfolio weitere 92 Clubanlagen und mehr als 400.000 Clubmitglieder dazukommen.

Für die Hilton Grand Vacations-Aktie spricht, dass das Unternehmen dank des innovativen Geschäftsmodells mit Clubmitgliedschaften auch im Jahr 2020 mit einem Gewinn pro Aktie in Höhe von 0,09 US-Dollar leicht profitabel war. Analysten erwarten, dass der Umsatz von Hilton Grand Vacations im Jahr 2021 um +51 % auf rund 1,35 Mrd. US-Dollar zulegen wird. Dabei soll ein Gewinn je Aktie in Höhe von 1,28 US-Dollar erzielt werden (2020: 0,09 US-Dollar). Im kommenden Jahr 2022 sollen dann bei 1,88 Mrd. US-Dollar Umsatz bereits 3,20 US-Dollar Gewinn je Aktie erzielt werden. Geht diese Rechnung auf, so ist das Unternehmen, das auch in der Krise profitabel blieb, mit einem 2022er KGV von 14 nicht allzu teuer bewertet. Die Aktie könnte auf Sicht von 12 Monaten durchaus auf 60 bis 65 US-Dollar klettern

1 Booking Holdings: Der neue Platzhirsch bei Internetreisen

Platz 1 der Tourismus Aktien geht an die Booking Holdings-Aktie. Das Unternehmen ist einer der größten Online-Reiseportalbetreiber der Welt und könnte bei Reisebuchungen via Internet bald eine ähnlich dominante Rolle spielen wie Facebook im Bereich Social Media oder Netflix im Bereich Video-Streaming. Da die Konkurrenz stets nur einen Klick entfernt ist, etabliert sich nach dem Prinzip „The winner takes it all“ (Der Gewinner bekommt alles) in vielen Bereichen des Internets ein einzelner Konzern als beherrschender Marktführer. Im Reisebereich könnte diese Rolle Booking Holdings einnehmen, denn das Unternehmen hat sich mittlerweile international als führende Buchungsplattform für Flüge, Hotels und Mietwagen etabliert und zählt in diesem Bereich zu den umsätzstärksten Konzernen. Unter den Buchungsplattformen und -apps im Reise- und Gastronomiebereich befinden sich beispielsweise Booking.com, Kayak, Priceline, Rentalcars, Agoda, Momondo, Cheapflights und OpenTable.

Das Geschäftsmodell des Unternehmens basiert hauptsächlich auf Provisionen und Gebühren, die den Anbietern von Reisen, Unterkünften und anderen Dienstleistungen in Rechnung gestellt werden. Zu den Gebühren und Provisionen kommen Einnahmen durch Online-Werbung auf den stark frequentierten Internetseiten des Unternehmens. Der große Vorteil von Booking gegenüber klassischen Reisebüros: Das Unternehmen muss keine hohen Fixkosten wie zum Beispiel Mieten bezahlen und bezeichnet ca. 50 % seiner Betriebskosten als variabel.

Zum Leidwesen vieler Hotels und Tourismusbetriebe ist die Marktmacht von Booking Holdings in einigen Bereichen schon monopolähnlich. So kommt Booking bei Online-Buchungsportalen für Hotels und andere Unterkünfte europaweit bereits auf einen Anteil von 68,4 %. Booking Holdings verzeichnete im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzeinbruch um etwa die Hälfte von 2,29 Mrd. US-Dollar auf 1,14 Mrd. US-Dollar. Das Ergebnis je Aktie lag mit -1,34 US-Dollar bereits deutlich besser als im Vorjahr, als -17,01 US-Dollar Verlust vermeldet wurden. Analysten gehen davon aus, dass im laufenden Jahr 2021 bei einer +37%igen Umsatzsteigerung auf 9,3 Mrd. US-Dollar bereits wieder 33,35 US-Dollar Gewinn je Aktie erwirtschaftet werden. Auch im Vorjahr 2020 war trotz aller Corona-Belastungen unterm Strich ein kleiner Gewinn in Höhe von 4,71 US-Dollar je Aktie stehen geblieben. Für das kommende Jahr 2022 halten die Experten im Schnitt bereits 14,5 Mrd. US-Dollar Umsatz (+55 %) und 92,18 US-Dollar Gewinn je Aktie (+ 176 %) für möglich. Damit ist die Booking-Aktie auf dem aktuellen Kursniveau von 2.300 US-Dollar zwar nicht günstig, aber für einen wachstumsstarken Marktführer auch nicht unbedingt teuer bewertet. Die Booking-Aktie hat auf Sicht von 12 bis 18 Monaten das Potenzial auf Kurse von mehr als 3.000 US-Dollar zu klettern.

Touristik-Aktien Liste: Fünf Top-Picks aus allen Tourismusbereichen

In der folgenden Reiseaktien-Tabelle finden Sie jeweils 5 Werte aus den wichtigsten Tourismus Bereichen: Reiseveranstalter & -vermittler Aktien, Airline- & Luftfahrt Aktien, Hotel & Resort Aktien sowie Kreuzfahrt- & Freizeitpark Aktien.*

Reiseveranstalter &
vermittler-Aktien
ISINBörse
Trip.comUS89677Q1076Nasdaq
Booking HoldingsUS09857L1089Nasdaq
TravelzooUS89421Q2057Nasdaq
ExpediaUS30212P3038Nasdaq
TuiDE000TUAG000Frankfurt

Airline & Luftfahrt AktienISINBörse
LufthansaDE0008232125Frankfurt
AirbusNL0000235190Euronext
RyanairIE00BYTBXV33London
American AirlinesUS02376R1023Nasdaq
FraportDE0005773303Frankfurt

Hotel- & Resort AktienISINBörse
Hilton WorldwideUS43300A2033NYSE
AirbnbUS0090661010Nasdaq
Marriott InternationalUS5719032022Nasdaq
Travel + LeisureUS8941641024NYSE
AccorFR0000120404Euronext

Kreuzfahrt & Freizeitpark AktienISINBörse
Carnival CorporationPA1436583006NYSE
Royal Caribbean CruisesLR0008862868NYSE
Norwegian Cruise LineBMG667211046NYSE
Cedar FairUS1501851067NYSE
Six Flags EntertainmentUS83001A1025NYSE

*Restaurant-Aktien, Kasino-Aktien und Mietwagen-Aktien zählen zwar im weitesten Sinne auch zu den Urlaubsaktien, werden aber hier nicht aufgeführt.)

Titelbild: shutterstock

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