Palantir Aktie: Prognose, Produkte und Unternehmen
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Palantir-Aktie: Prognose, Produkte und Unternehmen (WKN: A2QA4J | ISIN: US69608A1088)

Palantir Technologies, Inc. ist ein US-amerikanischer Technologiekonzern mit dem Geschäftsschwerpunkt Big Data. Als Anbieter von Software und Dienstleistungen zählt Palantir zahlreiche zivile und behördliche Kunden weltweit. Zu den wichtigsten Produkten gehören Palantir Gotham (primär für Militär und Geheimdienste) sowie Palantir Foundry (für kommerzielle Nutzung durch Unternehmen). Seit dem Börsengang der Palantir-Aktie 2020 zeigt sich eine bewegte Entwicklung der Palantir-Aktie (WKN: A2QA4J | ISIN: US69608A1088). Eine Prognose ist unter anderem vor dem Hintergrund der Fundamentaldaten, der Chartentwicklung und der Analysten-Einschätzungen zu betrachten.

Palantir Aktie: Kennziffern und Symbole

WKN: A2QA4J, ISIN: US69608A1088, Ticker-Symbol: PLTR

Palantir Aktie Kurs

(Charts, News, Anzeige)

Palantir: ein Daten-Spezialist im Überblick

Palantir Technologies ist eine in Denver ansässige Incorporated mit Fokus auf Software und Dienstleistungen rund um große Datenmengen. Unter dem Stichwort Big Data gilt das Unternehmen als einer der wichtigsten Anbieter von entsprechenden Software-Lösungen und beliefert Behörden und kommerzielle Kunden gleichermaßen.

Die Gründung erfolgte im Jahr 2003 durch Peter Thiel, Alex Karp, Stephen Cohen, Joe Lonsdale und Nathan Gettings. Der CEO des Unternehmens ist seit 2004 Alex Karp. Palantir beschäftigt aktuell etwa 2.500 Mitarbeiter.

Einer der ersten und bekanntesten Kunden ist der USIC, die Nachrichtendienstgemeinschaft der USA. Der Kundenstamm reicht inzwischen deutlich weiter und beinhaltet neben staatlichen Behörden auch lokale Behörden sowie Wirtschaftsunternehmen. Speziell die Finanz- und die Pharma-Branche nutzt Produkte aus dem Hause Palantir.

Die wichtigsten Produktzweige sind die Software-Lösungen Palantir Gotham sowie Palantir Foundry. Gotham findet insbesondere im Bereich der Terrorismusbekämpfung der USIC Anwendung und kommt auch im US-Verteidigungsministerium zum Einsatz. Zu den bekanntesten Nutzern des Produkts Palantir Foundry gehören Finanz-Dienstleister, Kreditinstitute sowie institutionelle Anleger und Hedgefonds.

Palantir wirkt als Mitglied am Projekt GAIA-X mit. Dieses Projekt dient dem Aufbau einer sicheren und leistungsstarken Daten-Infrastruktur in Europa. Beteiligt sind zahlreiche Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung.

Der Börsengang der Palantir Technologies Aktie erfolgte am 20. September 2020.

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Geschichte und Entwicklung der Palantir Technologies, Inc.

Offiziell erfolgte die Gründung im Jahr 2003. Unter den fünf Gründern befinden sich vier ehemals bei PayPal beschäftigte Personen. Von PayPal stammt auch ein Teil der Technologie, auf die Palantir setzt. Mitgründer Peter Thiel ist gleichermaßen Chairman sowie größter Aktionär des Unternehmens.

Zu den frühesten Investoren gehörte In-Q-Tel (der Venture-Capital-Bereich der CIA). Die Investitionssumme betrug 2 Millionen US-Dollar. Weiterhin steuerte Gründer Peter Thiel über sein Unternehmen Founders Fund weitere 30 Millionen US-Dollar Investitionskapital bei.

Die Technologien, die den Palantir-Produkten zugrunde liegt, ist über einen Zeitraum von etwa drei Jahren durch Informatiker sowie Geheimdienst-Analysten entwickelt worden. Die Entwicklung erfolgte im Rahmen von Pilotprojekten, die durch In-Q-Tel ermöglicht wurden.

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Technologie: PayPal und erweiterte Intelligenz

Konzeptuell basiert die Software auf der bereits bei PayPal zum Einsatz kommenden Technologie, zur Erfassung betrügerischer Aktivitäten. Diese setzt auf so genannte Erweiterte Intelligenz (augmented intelligence). Hintergrund der Überlegung ist, dass rein computergestützte KI nicht imstande ist, sich gegen anpassungsfähige Gegner durchzusetzen. Daher kommen Menschen als Analysten zum Einsatz, um große Datenmengen aus verschiedenartigen Quellen zu analysieren.

GhostNet und Shadow Network: Aufdeckung mit Palantir

Ein wichtiger Eckpfeiler in der Entwicklung war die Aufdeckung des GhostNets im Jahr 2010. Auch das Shadow Network wurde aufgedeckt. Dies gelang dem Palantir-Partner Information Warfare Monitor unter Nutzung der Palantir-Software. Unter dem Namen GhostNet agierte ein chinesisches Spionage-Netzwerk, das unter anderem Cyber-Angriffe auf Botschaften, Nato-Computer und das Büro des Dalai Lama verübte.

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Partnerschaften und Expansion

Ab 2010 ging Palantir einige Partnerschaften ein und expandierte mit seinen Produkten. Eine wichtige Partnerschaft kündigte Palantir mit Thomson Reuters an. Im Juni 2010 vermeldete der damalige US-Vizepräsident Joe Biden große Erfolge bei der Betrugsbekämpfung durch das RATB (Recovery Accountability and Transparency Board). Die Erfolge basierten auf der Nutzung der Palantir-Software, weshalb Biden die Anwendung auch bei anderen Regierungsbehörden ankündigte.

Ab 2013 nutzten bereits zahlreiche US-amerikanische Behörden und Dienstleister die Software von Palantir. Speziell die Datenbanken von Spionage-Behörden konnten dank Palantir abteilungsübergreifend verbunden werden.

In diesem Jahr wuchsen auch die Finanzmittel für Palantir Technologies deutlich an. So wurden in einer einzigen Finanzierungsrunde etwa 450 Millionen US-Dollar durch Privatinvestoren bereitgestellt. Der Unternehmenswert stieg auf 9 Milliarden US-Dollar (Forbes) und gehörte damit bereits zu den wertvollsten privaten Tech-Unternehmen im Silicon Valley. Ein Börsengang war zu diesem Zeitpunkt dennoch nicht geplant, da dies laut den Gründern die Unternehmensführung schwierig gestalten würde.

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Im Dezember 2014 wurde bekannt, dass in einer weiteren Finanzierungsrunde 400 Millionen US-Dollar eingeworben werden. Zur langen Liste der privaten Investoren gehören In-Q-Tel, Tiger Global Management, Kennetz Langone und Stanley Druckenmiller sowie Peter Thiels Founders Fund. Bis zum Dezember 2015 sammelte Palantir weitere 880 Millionen US-Dollar an frischem Kapital ein.

Im Jahr darauf erwarb Palantir das Start-up Silk, ein Unternehmen aus dem Bereich der Datenvisualisierung.

Produkte und Dienstleistungen aus dem Hause Palantir

Palantir Technologies Inc. ist spezialisiert auf Datenanalyse und vertreibt Spezialsoftware u.a. an Geheimdienste und Sicherheitsbehörden. Die Datenanalysefirma bietet Lösungen und Datenanalysetools im Bereich Menschenhandel, Kindesentführung und -missbrauch, Terrorismusbekämpfung, Betrugsermittlung und Vorhersage von Pandemien, arbeitet aber auch im Bereich Big Data mit Fluggesellschaften, Finanz- oder Pharmakonzernen zusammen.

Das Produktspektrum umfasst zahlreiche Lösungen für den zivilen sowie den militärischen und behördlichen Einsatz. Auch ganze Software-Plattformen für Institutionen im Bereich Militär und Geheimdienste gehören zum Angebot.

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Gotham

Palantir Gotham, ehemals Palantir Government, ist ein Dienst zur Integration strukturierter und unstrukturierter Daten. Gotham bietet Ermittlungs- und Suchfunktionen und stellt eine Wissensmanagement-Plattform für die sichere Zusammenarbeit unterschiedlicher Parteien zur Verfügung. Dabei beinhaltet die Plattform zahlreiche Vorkehrungen für den Datenschutz, die ihren Beitrag zur gezielten Durchführung von Ermittlungen leisten. Dies trägt auch zur Regulation der Data Mining Techniken bei, die vermehrt Kritik seitens Datenschützern nach sich zogen.

Foundry

Palantir Foundry, ehemals Metropolis beziehungsweise Palantir Finance, ist ein auf die kommerzielle Nutzung ausgelegter Software-Dienst. Im Fokus stehen Datenintegration, quantitative Analysen sowie Informationsmanagement. Sie basiert auf prädikativer Analytik und ermöglicht das Aufzeigen von Trends, Beziehungen sowie Anomalien.

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Apollo und weitere Lösungen

Das Produkt Palantir Apollo stellt ein Continous Delivery System dar. Seine Aufgabe besteht in der Steuerung und Auslieferung der Systeme Palantir Gotham sowie Palantir Foundry. Grund für die Einführung war der Wunsch nach nahtloser Zusammenführung der Vielzahl an öffentlichen und privaten Cloud-Plattformen. Palantir Apollo kann die Updates für Software und Konfigurationen selbst orchestrieren. Zu diesem Zweck bedient es sich Microservices. Es arbeitet als Software-as-a-Service (SaaS), sodass Palantir an Stelle einer Consulting-Firma auftreten kann.

Neben Gotham, Foundry und Apollo bietet Palantir noch eine Reihe weiterer Lösungen für die behördliche, geschäftliche oder private Nutzung. Seit 2014 gibt es das Produkt Palantir Insightics. Dieses kann aus den Kreditkartendaten und -abrechnungen der Händler wichtige Informationen zu Kaufverhalten und Demographie extrahieren.

Nutzung und Anwendungsbereiche der Palantir-Produkte

Mit Stand zum Jahr 2020 gehörten 125 größere Kunden zu den Nutzern der Software-Lösungen aus dem Hause Palantir Technologies. Hierbei entfällt ein großer Teil des Umsatzes (etwa ein Drittel) auf die drei größten Kunden.

US-amerikanische Kunden

Zu den wesentlichen Anwendern gehören US-amerikanische Behörden, Polizei, Militär und Geheimdienste. Speziell das Produkt Palantir Gotham wird in der Terror-Bekämpfung eingesetzt und ist auch im US-Verteidigungsministerium, dem USIC sowie dem Gremium für Transparenz und Rechenschaft verbreitet.

Weitere bekannte Kunden in den USA umfassen zum Beispiel die NSA, das FBI, die Air Force, das Marine Corps, das Special Operations Command und die Militärakademie West Point. Auch in der US-Militärberichterstattung kommt Palantir bei Nachrichtendiensten zum Einsatz. So lassen sich unter Nutzung Palantirs etwa Standorte von Sprengstoffen vorhersagen. Dahingehend soll Palantir-Software zuverlässiger als das DCGS-A (das entsprechende Programm der US Army) arbeiten.

Deutschland und Schweiz

Auch in Deutschland werden die Lösungen von Palantir Technologies genutzt. So hat etwa die hessische Polizei Presseberichten zufolge Palantir Gotham zum Kampf gegen islamischen Terrorismus und organisierte Kriminalität erworben. Bekannt ist dieses Vorhaben unter dem Namen Hessendata. Auch das nordrhein-westfälische Projekt DAR (System zur Datenbankübergreifenden Analyse und Recherche) soll auf Palantir Gotham basieren.

In der Schweiz gehört die Credit Suisse zu den Großkunden Palantirs. In Zürich befindet sich der Hauptsitz der Palantir Technologies Switzerland GmbH.

Im Rahmen der zivilen Verwendung sind insbesondere die Produkte Palantir Foundry sowie Palantir Metropolis zu nennen. Metropolis kommt bei Banken, Finanzdienstleistungs-Unternehmen sowie institutionellen Anlegern und Hedgefonds zum Einsatz. Palantir Foundry ist unter anderem bei den Unternehmen Merck, Ferrari und Airbus im Einsatz.

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Palantir Wertpapiere und Corona

Im Rahmen der Corona-Pandemie hat Palantir Kunden und Regierungen weltweit die kostenlose Nutzung des Produkts Foundry angeboten. Dieses sollte das Gesundheits- und Krisenmanagement der Gesundheitsämter unterstützen. Zu den Ländern, die das Angebot annahmen, gehörten Großbritannien und Griechenland. Der Chaos Computer Club warnt vor einem Einsatz in Deutschland, da es sich bei Palantir um einen Hersteller von Überwachungs-Technologien handelt.

2020: Börsengang der Palantir-Aktie

Erst im September 2020 erfolgte der Börsengang der Palantir Technologies, Inc. Per DPO (Direktplatzierung) an der US-amerikanischen NYSE (New York Stock Exchange). Bereits im Juni 2020 wurde der Börsengang bekanntgegeben. Bis dato hatte das Management Palantirs entsprechende Berichte stets zurückgehalten. Hierbei waren keine Konsortialführer beteiligt, da die Aktien ohne sonst reguläre Preisbildungsverfahren unmittelbar an der Börse registriert wurden.

Fundamentaldaten und Performance

Die Palantir-Aktie ist bei der Prognose auch vor dem Hintergrund der Geschäftszahlenentwicklung zu betrachten. In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 verzeichnete das Unternehmen Verluste von etwa 600 Millionen US-Dollar beziehungsweise 590 Millionen US-Dollar.

In der ersten Jahreshälfte 2021 konnte Palantir hinsichtlich Umsatz deutlich zulegen. Die Ergebnisse für das zweite Quartal sind im August 2021 bekanntgegeben worden. Das Unternehmen zeigte dabei ein Umsatzplus im zweistelligen Bereich. Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz auf 376 Millionen US-Dollar, was einem Umsatzwachstum um 49 Prozent entspricht. Für Zuversicht bei der Palantir Technologies Aktie sorgt unter anderem die Expansion Palantirs in die private Industrie.

Es handelte sich um einen (bereinigten) Gewinn pro Palantir-Aktie von 4 Cent.

Eine wichtige Entwicklung für eine Prognose der Palantir Technologies Aktie ist die Steigerung der Anzahl der Privatkunden um 32 Prozent. Der Umsatz mit diesem Kundenkreis ist um 90 Prozent angestiegen. Für das dritte Quartal erwartet der Konzern einen Anstieg des Umsatzes auf 385 Millionen US-Dollar.

Palantir Aktie: Basisdaten

Entwicklung der Palantir-Aktie: Prognose zum Kurs

Nach dem Börsengang der Palantir Technologies Aktie im September 2020 kam es zunächst zu einem rasanten Aufwärtstrend der Palantir-Wertpapiere. Diese gipfelte im bisherigen Rekord-Kurs der Palantir-Aktie von etwa 45 US-Dollar Ende Januar. Von diesem Spitzen-Niveau ist der Kurs trotz Erholung noch weit entfernt. Seit dem Rekordhoch kam es zunächst zu einer Trendwende nach unten. Im Mai wurden bisherige Unterstützungsprognosen von 22 US-Dollar deutlich unterboten und der Kurs der Palantir-Aktie erreichte Mitte des Monats seinen Tiefpunkt. Seitdem zeigt sich wiederum eine Trendwende der Palantir-Aktie nach oben, die jedoch langsam verläuft und immer wieder von kleineren Kurskorrekturen geprägt ist. Der Weg bis an die psychologisch wichtige Marke von 30 Dollar ist bei der Palantir Technologies Aktie von einigen Widerstandsbereichen gespickt.

Der Widerstandsbereich zwischen 26 und 27 US-Dollar bereitet Probleme bei der Palantir-Aktie und konnte bisher nicht wieder überwunden werden. Oberhalb der 27,5 US-Dollar sehen Chart-Beobachter weiteres Aufwärtspotential für die Palantir-Aktie. Als unterer Unterstützungsbereich gelten rund 20 US-Dollar bis 22,5 US-Dollar. Im Dezember 2020 gelang es bullischen Anlegern, dieses Kurs-Level zu nutzen, um eine weitere Aufwärtsbewegung der Palantir Technologies Aktie anzustoßen.

Von 8 vorliegenden Analysen empfiehlt gegenwärtig nur ein Experte den Kauf der Palantir-Aktie, während vier das Halten empfehlen. Drei Analysten legen einen Verkauf nahe. Die Analysten-Einschätzungen zeigen demnach ein eher verhaltenes Bild, das sich überwiegend zwischen Halten und Underweight befindet.

Bildquelle(n): shutterstock, pexels

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