BYD Aktie Prognose 2022: Unternehmen, News und Kursziel

BYD Aktie Prognose 2022: Unternehmen, News und Kursziel

Brechen für den chinesischen Autobauer BYD Company Limited jetzt turbulente Zeiten an? Diese Ansicht könnte so mancher nach den jüngsten Entwicklungen der Aktie wohl vertreten. Immerhin löste sich gerade erst Star-Investor Warren Buffett von einem großen Teil seiner Aktien an Chinas Elektroautobauer Nummer eins und weltweit zweitgrößten Batteriehersteller. An der Börse ging es in der Folge sogar zweistellig mit dem Kurs nach unten. Gleichzeitig stehen dem Unternehmen große Ereignisse bevor. So startet gegen Ende diesen Jahres beispielsweise der Verkauf der ersten Autos in Deutschland. Hierzulande dürften die Marke bislang nur wenige kennen, was sich schon in einigen Monaten drastisch ändern könnte.

In Erscheinung getreten war BYD in der jüngeren Vergangenheit vor allem als ernstzunehmender Konkurrent von Tesla. Tatsächlich aber agiert man bereits seit dem Jahr 2003 auf dem Automobilmarkt und hat sich dort während dieser Zeit eine durchaus beträchtliche Reputation aufgebaut. Längst engagiert sich der Konzern nicht mehr nur im Geschäft mit herkömmlichen Verbrennermotoren, sondern gilt mittlerweile als führend im Bereich der Elektromobilität. Dieses Feld dürfte auf absehbare Zeit wohl weiteres konstantes Wachstum verzeichnen, wovon die BYD Aktie (WKN A0M4W9, ISIN CNE100000296) und somit auch die Investoren letztlich profitieren könnten. Ist der kürzliche Kurseinbruch also lediglich eine gute Kaufchance für den Aktionär oder sollte man zunächst doch Vorsicht walten lassen? FinMent geht dieser Frage auf die Spur.

BYD Aktie

WKN A0M4W9, ISIN CNE100000296, Ticker-Symbol: BYDDF

BYD Aktienkurs

BYD Company: Das Geschäft im Überblick

Wie bereits angeklungen, ist BYD insbesondere innerhalb der Automobilbranche tätig.

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Unterschiedliche BYD Fahrzeuge / © BYD Company

Hier bietet man Fahrzeuge sowohl mit traditionellen Antrieben als auch solche mit erneuerbaren Energien an. Gerade für letzteres Segment ist das Unternehmen international bekannt und geschätzt. Was viele jedoch nicht wissen – bei BYD handelt es sich in erster Linie um einen Mischkonzern. So fertigt man nach wie vor auch Komponenten für Mobiltelefone und Montagedienstleistungen, ist im Bereich der wiederaufladbaren Batterien sowie der Photovoltaikprodukte tätig und mischt sogar im städtischen Nahverkehr mit.

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BYD Zug / © BYD Company

Es zeigt sich also, dass der vermeintlich reine Autobauer auf mehrere Stützen bauen kann, was ihn insgesamt weniger anfällig für zyklische Schwankungen machen sollte. In allen der genannten Bereiche konnte man in den letzten Jahren übrigens kräftig zulegen.

Aus Sicht der Investoren sollte bei BYD der Fokus dennoch auf der Autosparte liegen, da sich diese zuletzt als besonders dynamisch erwiesen hatte. Verantwortlich hierfür dürften vor allem die erfolgreichen Markteinführungen verschiedener Fahrzeugmodelle sein. Mit dem sogenannten “Han” erzielte das Unternehmen beispielsweise einen echten Verkaufsschlager. Keine andere High-End-Limousine der C-Klasse wurde bis dato über 10.000 Mal in nur einem einzigen Monat veräußert. Der Grund für diesen immensen Erfolg könnte womöglich auch in der erstmals integrierten “blade battery” liegen, die unter anderem mit einer ungewöhnlich hohen Reichweite überzeugt.

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BYD Han / © BYD Company

Natürlich ging die Corona-Pandemie auch an BYD nicht spurlos vorbei. Doch trotz der damit einhergehenden Einschränkungen gelang es dem Unternehmen, weitere Erfolge zu verzeichnen.

Dies hat BYD seinem größten Wettbewerbsvorteil zu verdanken, der in einer hohen, vertikalen Integration liegt. Die vertikale Integration beschreibt, dass ein Unternehmen auf verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette agiert und somit von Synergieeffekten profitiert. So stellt BYD nicht nur Autos und Busse her. Der Mutterkonzern versorgt die Produktionsstandorte mit den meisten der dafür benötigten Komponenten. Von Halbleitern, über Airbags bis hin zu den Scheibenwischern, wird alles hausintern produziert. Dadurch, dass selbst der Akku von BYD hergestellt wird, ist der Konzern extrem unabhängig von Zulieferern. Gleichzeitig werden die meisten Komponenten und insbesondere die Batterien auch an konkurrierende Hersteller verkauft, sodass diese ihre Abhängigkeit gegenüber BYD erhöhen. BYD geht mittlerweile sogar so weit, dass sie den Abbau von Lithium in die eigene Hand nehmen und in chinesische, afrikanische und chilenische Rohstoffquellen investieren. Somit wäre von der Ersten (Rohstoffabbau) bis hin zur Letzten (Fahrzeugherstellung) alle Stufen der Wertschöpfungskette vom Konzern abgedeckt.

Die erhöhte Resilienz gegenüber Störungen in der Lieferkette und steigenden Rohstoffpreisen geht allerdings mit einer erhöhten Komplexität in den Geschäftsprozessen und einem geringeren Spezialisierungsgrad einher. Es gilt hier also zu beobachten ob die aktuell bestehende Preissetzungsmacht von BYD weiter bestehen kann.

Ein weiterer wichtiger Faktor für den Erfolg des Unternehmens in den letzten beiden Jahren liegt in der erfolgreichen Expansionen im Ausland. Die bestehenden adressierten Märkte haben gezeigt, wie das Unternehmen seine vertikale Integration nutzt. In der Regel handelt es sich um Länder, in denen das Unternehmen bereits in Bereichen wie der Busmontage und der Batterieherstellung tätig ist. Dort haben sie zu Beginn mit B2B-Geschäften für Taxiunternehmen begonnen. Zu diesen Ländern gehören Neuseeland, Singapur, Brasilien, Costa Rica, die Philippinen, Uruguay und Kolumbien. Jetzt gehen sie von vorsichtigen B2B-Geschäften mit Taxi-Unternehmen zu einem groß angelegten Vertrieb an Privatpersonen über.

BYD hat sich diesbezüglich vor allem auf kleinere Länder konzentriert, in denen die Kosten für den Markteintritt nicht allzu hoch sind. Das scheint klug zu sein, wenn man zum Beispiel an die Weltkonzerne denkt, die bei dem Versuch, in den US-Automarkt zu investieren, erhebliche Summen verloren haben.

Fakten: Einflussbereich und Kooperation

Beim Blick auf das Unternehmen BYD ist eines definitiv nicht zu vergessen – die Ausgliederung sowie der sich daran anschließende Börsengang von BYD Semiconductor, der 2020 vollzogen wurde und damit einen echten Meilenstein in der Vermarktungsstrategie des Konzerns darstellt.

Die einstige Tochtergesellschaft gilt als unabhängiger und darüber hinaus führender Hersteller von sogenannten IGBTs für die Automobilindustrie des Landes und genießt einen “First-Mover-Vorteil” mit Blick auf die Technologieakkumulation, den Vorrat an Talenten sowie die Erfahrung mit Produktanwendungen. Zudem bricht BYD Semiconductor das technologische Monopol der ausländischen Produzenten.

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Halbleiter / © shutterstock

Und auch sonst präsentiert sich das Unternehmen derzeit beinahe in einer Art “Kooperationsfreude”, wobei scheinbar eine Partnerschaft nach der anderen eingegangen wird. Exemplarisch hierfür dürfte sicherlich das Joint Venture mit Toyota sein.

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Toyota-Hautpquatier / © Toyota

Doch auch die Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren, so zum Beispiel das unterzeichnete Strategic Business Alliance Agreement mit Hino Motors, wird künftig für eine Ausweitung des Einflussbereiches von BYD sowie die Nutzung vorteilhafter Synergien sorgen. Ziel all dieser Zusammenschlüsse ist vor allem die gemeinsame Entwicklung von BEVs und Elektrofahrzeugteilen, um deren weltweite Verbreitung voranzutreiben und dadurch eine möglichst kohlenstoffarme Gesellschaft in kurzer Zeit zu erreichen.

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BYD Innovation / © shutterstock

Überdies baute das Unternehmen in den zurückliegenden Jahren seinen Machtbereich kontinuierlich aus, indem beispielsweise Anteile an diversen Kernunternehmen entlang der gesamten Industriekette erworben wurden. Dazu gehören Namen wie Allystar Technology oder Canadian Solar. Mit erstgenannten arbeitet BYD intensiv auf dem Gebiet der Hochpräzisionsnavigation zusammen, um sein Layout im Bereich der Intellektualisierung und Differenzierung auf der Grundlage der Chiptechnologie zu stärken. Canadian Solar hingegen dient in erster Linie als Sparring-Partner für sämtliche Belange rund um die Themen neue Energieindustrie und Photovoltaik.

Aussicht und Strategie

Die letzten von Corona geprägten Jahre dürften erheblichen Einfluss auf die Managementebene von BYD gehabt haben, die sich für die Zukunft nun aber wohl resilienter denn je zeigen und gewisse Dinge vermutlich anders angehen wird als noch vor der Pandemie. Allgemein blickt der Konzern trotz aller widrigen Umstände, die die Krise mit sich brachte, zuversichtlich gen Zukunft. So geht man davon aus, dass der Automobilindustrie ein Wandel bevorsteht, den es in diesem Umfang innerhalb eines Jahrhunderts nur selten gegeben hat. Der neue Sektor der Energiefahrzeuge stünde nach Ansicht der Führungsriege vor einer gewaltigen Chance, von der mittel- bis langfristig sicherlich auch die BYD Wertpapiere profitieren könnten.

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Build Your Dreams Tang EV / © BYD Company

Mit Blick auf den Endverbraucher hat das Unternehmen schon heute einige Pläne im Repertoire. So möchte man sich unter anderem in einer offeneren Haltung mit Nutzern und Partnern verbinden, wertvolle Automobilmarken aufbauen und diesbezüglich gelagerte Produkte und Dienstleistungen im intelligenten Zeitalter erforschen. Parallel zu all dem wird BYD das auf der technologischen Innovation der “Blade-Batterien” und des Superhybrid DM-i basierende Fahrzeug auf den Markt bringen, um dadurch ein Stück weit die Preisparität zwischen Autos mit energieschonenden und herkömmlichen Kraftstoffen zu beschleunigen.

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Elektro Batterie und Ladestation / © shutterstock

Die finanziellen Daten und Highlights

Alle Vorhaben und künftigen Strategien sind schön, aber wertlos, sofern die bisherigen Zahlen nicht stimmen. Ein finanziell starkes Fundament ist definitiv vonnöten, wenn die Zukunft halbwegs sorgenfrei angegangen werden soll. Was aber kann die BYD company in dieser Hinsicht vorzeigen? FinMent hat nachgesehen.

Wie bereits oben erwähnt ist BYD dafür bekannt, dass es ein in sich geschlossenes, selbstversorgendes System aufgebaut hat (vertikal integriertes System). Obwohl ein solches System die Stabilität der Versorgung und der Produktion gewährleistet, geht es auf Kosten der langfristigen Betriebseffizienz und der Kostenkontrolle. Hinzu kommt der Interessenskonflikt der zwischen den einzelnen Tochtergesellschaften besteht, die untereinander jeweils Zulieferer bzw. Abnehmer darstellen. Infolgedessen ist die Nettogewinnmarge von BYD mit 1,3 bis 2,8 Prozent konstant niedrig und könnte sich sogar weiter halbieren, wenn die staatlichen Zuschüsse, die BYD erhalten hat, reduziert würden.

Während die Profitabilitäts- und Rentabilitätskennzahlen eher schwach daherkommen, sieht es hinsichtlich des Umsatzwachstums besonders vielversprechend aus. So konnte der Umsatz in den letzten beiden Jahren um über 30 Prozent erhöht werden. Für das aktuelle Geschäftsjahr wird sogar eine Umsatzsteigerung von über 70 Prozent erwartet. Das Gewinnwachstum soll im gleichen Zeitraum ebenfalls im hohen zweistelligen Bereich liegen, sodass die Gewinnmarge auf ca. 2,5 Prozent ansteigen soll

Die fünf größten Aktionäre der BYD-Aktie:

  • Berkshire Hathaway Inc. – 19,9%
  • Himalaya Capital Management LLC – 5,73%
  • The Vanguard Group, Inc. – 2,35%
  • BlackRock Fund Advisors – 2,02%
  • Norges Bank Investment Management – 1,21%

Richtig in Tech Aktien wie BYD investieren: So geht’s …

BYD Aktie: Basisdaten

BYD Aktie Prognose 2022 und Fazit: Wie geht es weiter mit dem Aktienkurs?

Diese Frage dürfte die Investoren vor allem nach dem Verkauf der Wertpapiere von Warren Buffett umtreiben, der unmittelbar mit einem Absacken des Kursniveaus einherging. Hinzu kommen die zuletzt kritischen Analysen der UBS, die den Titel zusätzlich unter Druck setzen. Ist all das aber ein Grund, um wirklich hellhörig zu werden?

Wohl kaum. Hierbei sollte man zudem erwähnen, dass es sich lediglich um eine Teilveräußerung seitens Berkshire Hathaway mit einem Volumen von 60 Millionen US-Dollar handelt. Im Vergleich zu den Spekulationen aus dem Sommer, als kurzzeitig ein Komplettausstieg der Investorenlegende im Gespräch war, ein beinahe verschwindend geringer Anteil.

Eventuell könnte sich nach genauem Abwägen der Vor- und Nachteile nun sogar eine Einstiegschance auftun. Immerhin laufen die operativen Geschäfte bei BYD alles andere als nur mittelmäßig. Fast 640.000 E-Autos vertrieben die Chinesen im ersten Halbjahr 2022. Mit dieser Zahl kann nicht einmal der Branchenkrösus Tesla mithalten. Bedenkt man, dass die internationale Expansion des Unternehmens erst jetzt wirklich in Fahrt kommt, könnte die Börse mit der aktuellen Bepreisung an der Realität vorbeigehen. Findige Investoren werden dies natürlich zu ihrem Vorteil ausnutzen.

Unter 26 Analystenhäuser empfehlen aktuell 22 den Kauf der BYD Aktie (WKN A0M4W9, ISIN CNE100000296) und 4 das Halten. Das mittlere Kursziel liegt dabei bei 91 EUR. Somit erwarten die Analysten aus Sicht des aktuellen Aktienkurses von 56 EUR (05.09.2022) einen Anstieg um satte 63 Prozent.

Wenn wir uns den Aktienchart einmal ansehen können wir einen übergeordneten, großen Aufwärtstrend erkennen mit einer sehr hohen Dynamik. Auf die letzten beiden Kursrallys jeweils in der zweiten Hälfte der Jahre 2020 und 2021 folgte eine Korrektur auf das 61er Fibonacci Retracement. Und auch jetzt befindet sich der Aktienkurs auf dieser technischen Unterstützung nachdem er von März bis Juli 2022 um über 80 Prozent gestiegen war. Blickt man darauf zurück um wie viel Prozent die vorherigen Allzeithochpunkte überschritten wurden erscheint das mittlere Kursziel der Analysten von 91 EUR und somit ein Kursanstieg von 63 Prozent greifbar.

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BYD Aktie / Chart FinMent

Trotz der vielversprechenden Chartanalyse und der optimistischen Analystenschätzungen gilt es hier nicht zu verkennen, dass triftige Gründe für den Abverkauf der Aktie vorliegen die nach wie vor nicht unterschätzt werden sollten. Die Wahrscheinlichkeit für einen Trendbruch ist nach über 2 Jahren Aufwärtstrend und einem Kursanstieg von über 600 Prozent stark gestiegen. Die aktuellen wirtschaftspolitischen Schwierigkeiten die weltweit und auch in China bestehen, könnten hierfür der entscheidende Auslöser sein.

Im schlimmsten Fall könnte die BYD Aktie auch auf ihren mehrjährigen, durchschnittlichen Bewertungsstand von vor der Pandemie abrutschen. Dieser lag damals bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von etwa 1. Angesichts des aktuellen KUVs von 2,5 würde dies einen weiteren Kursverlust von fast 50 Prozent implizieren.

Aus diesem Grund ist es unabdinglich mit einem professionellen Handelsplan und einem adäquaten Risikomanagement eine Aktie wie BYD zu handeln. Es gilt die richtigen Einstiegssignale zu identifizieren und das Risiko zu minimieren ohne das Gewinnpotenzial dabei zu reduzieren.

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Hauptbildquelle: © BYD Company

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