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Die Top 7 der Rüstungsaktien 2026: Diese Wertpapiere profitieren vom neuen Wettrüsten
Sind Rüstungsaktien nach der Korrektur noch kaufenswert?
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Ajder Veliev
- | Letzte Aktualisierung am
Der völkerrechtlich umstrittene “Präventivangriff“ von Israel und den USA auf das Mullah-Regime des Iran und dessen Vergeltungs-Attacken auf verschiedene Staaten am Persischen Golf, sowie auf Israel und Zypern haben Anfang 2026 für neues Momentum bei Rüstungsaktien gesorgt. Dieser jüngste Kursschub hat vor allem US-Waffenhersteller beflügelt, nachdem im Vorjahr Donald Trump zu NATO und Europa auf Distanz gegangen war und damit eine längere Rallye bei europäischen Rüstungskonzernen bewirkt hatte. Die neue Realität ist, dass wir in unruhigen Zeiten leben und Rüstungsaktien davon profitieren. Viele Aktien der Verteidigungsindustrie haben in den letzten Jahren spektakuläre Kursgewinne aufs Parkett gelegt. So konnte beispielsweise die Rheinmetall-Aktie von Kursen unter 83 EUR Anfang 2022 bis zum Allzeithoch im Oktober 2025 knapp über 2.000 EUR steigen und sich somit mehr als verzwanzigfachen. Auch die Hensoldt-Aktie konnte im selben Zeitraum von ca. 11,60 EUR auf über 117 EUR klettern – und sich ebenfalls vervielfachen. Die aktuellen Rücksetzer wie bei Rheinmetall auf rund 1.200 EUR lösen alle die gleiche Frage aus – Ist das eine perfekte Kaufgelegenheit oder hat der Rüstungsboom seinen Höhepunkt überschritten?
In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Branche für militärische Ausrüstungsgüter und lassen dabei auch kritische Aspekte des „Geschäfts mit dem Krieg“ nicht unter den Tisch fallen.
Werden Rüstungsaktien zum Dauerläufer?
Der russische Einmarsch in die Ukraine hat dazu geführt, dass viele Staaten ihre Verteidigungspolitik überdenken. Die bis zum Ukraine-Krieg vehement abgelehnte Lieferung von Waffen in Kriegsgebiete und die Bereitstellung eines zusätzlichen 100-Milliarden-Euro-Pakets für Rüstungsausgaben seitens der deutschen Regierung zeugen von einem Paradigmenwechsel. Weitere westliche Länder stellen der Ukraine ebenfalls Waffen zur Verfügung. Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten bereits vor Kriegsbeginn Waffen in die Ukraine geliefert und ihre Aktivitäten in der Amtszeit Joe Bidens verstärkt.
Anfang 2023 gab es sehr kontroverse Debatten um Panzerlieferungen an die Ukraine. Dabei ging es vor allem um die von Kraus-Maffei-Wegmann, Rheinmetall sowie weiteren Partnerunternehmen im In- und Ausland gefertigten Leopard-Kampfpanzer. Nach längerem Zögern kam es letztendlich doch zu einer Lieferzusage nach Aussagen der deutschen Bundesregierung und einiger anderer europäischer Länder.
Der Kampfpanzer soll die Ukraine bei der Verteidigung, sowie bei der Rückeroberung der von Russland besetzten Gebiete unterstützen. Für die Lieferung der von der Ukraine gewünschten Taurus-Marschflugkörper erhielt der Hersteller MBDA, ein Gemeinschaftsunternehmen von Airbus, BAE Systems und Leonardo, bislang keine Freigabe seitens der Regierung.
Im Krieg in der Ukraine werden erstmals Drohnen als billige Massenwaffen und Künstliche Intelligenz zur automatisierten Zielerkennung, Analyse und Informationskriegsführung kombiniert eingesetzt.
Grönland Konflikt vergrößert geopolitische Spannungen
Ein Faktor, den viele Anleger unterschätzen, ist die eskalierte Grönland-Debatte. Trumps wiederholte Drohungen mit militärischen Operationen zur „Übernahme“ Grönlands haben die Sicherheitslage im Nordatlantik und der Arktis plötzlich unter Spannung gesetzt. Durch Trumps stetig wechselnde Taktik, die EU von einem Deal zu überzeugen, entsteht breite Unsicherheit. Die Reaktionen sind heftig: Dänemark fordert permanente NATO-Präsenz, Großbritannien schnürt Verteidigungsgespräche zusammen, Kanada erwägt Truppenentsendungen.
Das ist genau der Moment, in dem europäische Verteidigungslösungen an Gewicht gewinnen und Abhängigkeiten von USA-Rüstungstechnik wie von selbst zu sinken beginnen. Ein neuer Konfliktschauplatz – und für europäische Rüstungskonzerne eine strukturelle Unterstützung ihrer Geschäftsmodelle. Auch eine jüngste Beruhigung Trumps, „Man wolle ein friedliches Abkommen schließen“, ist keine Garantie für ein Abschwellen des Konflikts.
Deutschland verdreifacht den Wehretat – Das größte Rüstungsbudget seit dem Kalten Krieg
Während Trump in Washington seine Militärbudgets hochfährt, antwortet Deutschland mit einer beispiellosen Kraftanstrengung. Der Bundestag hat im November 2025 grünes Licht gegeben: Die Militärausgaben 2026 steigen auf über 108 Milliarden Euro – ein neuerlicher Höchststand seit Gründung der Bundesrepublik. Das ist nicht einfach ein Budget-Anstieg, das ist eine Zeitenwende. Der reguläre Wehretat klettert auf 82,69 Milliarden Euro, zusätzlich fließen 25,51 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Bundeswehr.
Besonders relevant für Anleger: Fast 48 Milliarden Euro sind allein für militärische Beschaffungen vorgesehen – davon gehen 15 Milliarden Euro direkt in Munition, Drohnen und Luftverteidigungssysteme. Die Roadmap ist klar: 2029 peilt Deutschland sogar 152 Milliarden Euro an. Das ist eine dreifache Steigerung gegenüber 2023 – und ein direktes Bestellversprechen für Rheinmetall, Hensoldt, Renk und Co., die ihre Kapazitäten massiv ausbauen müssen, um die Nachfrage zu bedienen.
Neues Wehrdienstmodell tritt in Kraft
Der wesentliche Wandel in der deutschen Verteidigungspolitik ist die Einführung eines modernen Wehrdienstmodells nach schwedischem Vorbild. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnet dies als Schritt zu einer „Wehrdienstarmee“. Dieses Modell basiert auf Freiwilligkeit, sieht aber eine Bedarfswehrpflicht als Rückfalloption vor.
Ab 2026 sollen alle 18-jährigen Männer mit deutscher Staatsbürgerschaft einen Fragebogen zur Eignung erhalten, während Frauen sich freiwillig beteiligen können. Bereits ab dem 1. Januar 2026 beginnt die Wehrerfassung. Die verpflichtende Musterung startet zum 1. Juli 2027. Bis 2030 sollen auf diese Weise etwa 100.000 zusätzliche Rekruten gewonnen werden.
Rüstungsausgaben steigen stetig an
Einige Rüstungsaktien wie die des israelischen Rüstungs- und Cybersecurity-Unternehmens Elbit Systems, sowie auch die US-Werte Northrop Grumman, General Dynamics und Raytheon sowie die Titel der deutschen Rüstungsaktien Rheinmetall erreichten im Jahr 2024 oder kurz nach dem Jahreswechsel neue Allzeithochs. Der Boom des Sektors ist deutlich an den Kursentwicklungen erkennbar. Einige Experten warnen jedoch vor einer möglichen Blase.
Die globalen Verteidigungsausgaben steigen bereits seit 2014 stetig an, nachdem in den Jahren zuvor leichte Rückgänge zu verzeichnen waren. Als Ursache werden hier vor allem die Spannungen zwischen den USA und der Volksrepublik China – auch im Hinblick auf eine mögliche Annexion Taiwans durch China – genannt. Da in den nächsten Jahren global mit weiter steigenden Verteidigungsbudgets zu rechnen ist – eine neue Spirale des Wettrüstens deutet sich an – werden viele Anleger den Rüstungssektor im Auge behalten.
Mit dem Wieder-Aufflammen des Nahost-Konflikts im Oktober 2023 und den anschließenden Huthi-Angriffen im Roten Meer sowie dem verschärften Konflikt zwischen Iran und Israel haben etliche Wertpapiere aus dem Rüstungs-Sektor erneut Fahrt aufgenommen. Hinzu kommt, dass in den genannten Konflikten Waffen und Munition in großen Mengen verbraucht werden, sodass immer wieder Ersatzbeschaffungen notwendig sind, um die Kampfbereitschaft zu erhalten.
Rüstungsgüter sind ein bedeutender Posten in den meisten Staatshaushalten, und ein einziger Raketenabschuss kann etliche Hunderttausend Dollar kosten. Rüstungsunternehmen können sich angesichts der instabilen geopolitischen Lage auch weiterhin auf eine anhaltend gute Nachfrage und volle Auftragsbücher einstellen. Die inzwischen wieder beendete Waffenruhe in Nahost, sowie eine Fortführung der Friedensverhandlungen zwischen Trump und Putin lassen hier und dort immer wieder Hoffnungen auf ein Ende der Kampfhandlungen aufkeimen. Trotzdem bleibt klar, dass vor allem die europäischen Nationen ihre Verteidigungsausgaben steigern müssen, um den Frieden langfristig zu sichern.
800 Milliarden Euro für europäische Aufrüstung
Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach der Bundestagswahl 2025 wiederholt auf die notwendige Aufrüstung Europas hingewiesen. Merz erklärte, Deutschland und Europa müssten „so schnell wie möglich“ auch sicherheitspolitisch unabhängiger von den USA werden. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen legte dazu einen Plan vor, bei dem die EU-Mitgliedsstaaten, mit einer Erhöhung von 1,5 Prozent ihres BIP für Rüstungsausgaben bis zu 800 Milliarden EUR in den nächsten fünf Jahren investiert werden könnten. Der Deutsche Bundestag hat mit dem neuen 500-Milliarden-Sondervermögen hierzu eine wichtige Voraussetzung erfüllt. Außerdem plädierte Merz für Gespräche mit den europäischen Atommächten Großbritannien und Frankreich über nukleare Teilhabe oder zumindest nukleare Sicherheit. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht steht ebenfalls zur Diskussion.
Um die Wehrhaftigkeit zu verbessern, wird auf europäischer Ebene über gemeinsame Truppenteile und standardisierte Waffensysteme nachgedacht. Da liegt es auf der Hand, europäische multinationale Rüstungskonzerne zu formieren. Für Börsianer heißt das, dass gerade die kleineren Waffenhersteller mit Hauptsitz in Europa ideale Übernahmekandidaten sein könnten.
Gewissensfrage „Mit Rüstungsaktien Geld verdienen“ – Darf man das?
Viele Privatanleger wollen sich nicht an Krieg und menschlichem Leid bereichern und verzichten auf Investitionen in Aktien des Rüstungssektors, obwohl diese gute Renditen versprechen. Oft möchten sie sich generell nicht mit diesem „schmutzigen Geschäft“ befassen und nur mit gutem Gewissen investieren. Das ist durchaus verständlich und jeder Anleger muss diese Entscheidung genau wie bei den Themen Alkohol, Tabak oder Öl für sich selbst treffen. Zahlreiche Fonds und ETFs orientieren sich am Nachhaltigkeitsbedürfnis der Anleger und verzichten deshalb auf Waffen-Aktien. Andere Investoren sehen in ausreichender Rüstung einen Beitrag zur „Verteidigung der Freiheit und des Weltfriedens“.
Da die Rüstungsbranche verständlicherweise sehr intransparent ist, fällt auch die qualitative Einschätzung vieler Geschäftsmodelle sehr schwer. Manche Kritiker sind darüber hinaus der Meinung, dass die meisten Kriege überhaupt nur wegen ökonomischer Interessen angezettelt werden. Insbesondere bei Rüstungsexporten ist stets zu hinterfragen, wer die hergestellten oder verkauften Waffen eines Tages in die Hände bekommen könnte.
Hinzu kommt, dass etliche Rüstungsunternehmen sogenannte Dual-Use-Güter herstellen. Dabei handelt es sich um Produkte, die sowohl im zivilen als auch militärischen Bereich einsetzbar sind. Dies erschwert beispielsweise die Beurteilung nach ESG-Kriterien (kurz für „Environmental, Social and Governance“).
Diese sogenannten Nachhaltigkeitskriterien entziehen sich jedoch einer objektiven Bewertung, da sie vom Standpunkt des Betrachters und den Rahmenbedingungen abhängen. Die russische Invasion in der Ukraine macht offensichtlich, dass Länder in politischer Hinsicht nur dann eine starke Verhandlungsposition haben, wenn sie sich auf eine glaubwürdige Verteidigung stützen können.
Das Gleichgewicht der Abschreckung, das als Garant zur Verhinderung kriegerischer Auseinandersetzungen im Kalten Krieg galt, könnte damit wieder aktuell werden. Das daraus resultierende Revival der Rüstungsaktien führt bereits dazu, dass zahlreiche Investoren und Kreditgeber damit begonnen haben, ihre ESG-Kriterien in puncto Waffengeschäfte neu zu justieren.
In eigener Sache: Wir sind selbst nicht in Rüstungsunternehmen investiert. Produkte und Erzeugnisse der Rüstungsindustrie können offensiv, wie auch defensiv zur Verteidigung oder Abschreckung genutzt werden.
In Rüstungsaktien investieren: Das sollten Sie beachten.
Die starken Kursgewinne der letzten Jahre stellen aus historischer Sicht eher eine Ausnahme dar. Denn die besonderen Rahmenbedingungen der Branche führen dazu, dass die Aktienkurse der Verteidigungsaktien langfristig betrachtet zumeist eher langsam und stetig steigen – zumindest verglichen mit den dynamischeren Technologieaktien.
Die Verhandlungen mit staatlichen Behörden sind wegen Vergaberichtlinien und Prüfprozessen oft langwierig, da Rüstungsgüter strengen Exportbeschränkungen unterliegen. Ein Vorteil ist, dass sich Rüstungsaktien in Krisenzeiten als relativ stabil erweisen und dabei oft auch eine hohe Dividendenrendite aufweisen. Bei den aktuellen Lieferungen von Rüstungsgütern in die Ukraine ist anzumerken, dass diese oft aus Armeebeständen erfolgen. Die Herstellerunternehmen profitieren jedoch von der Instandsetzung, Ersatzbeschaffungen, Reparaturen und Wartungsleistungen.
Zahlreiche Unternehmen wie etwa die Flugzeughersteller Airbus und Boeing, die Turbinenhersteller MTU Aero Engines und Rolls-Royce oder der LKW-Produzent MAN sind sowohl in der Verteidigungsindustrie als auch im zivilen Bereich tätig. Viele Firmen wie Siemens, Palantir oder Jenoptik fungieren als wichtige Zulieferer, ohne deren Technologien viele Verteidigungs- oder Waffensysteme nicht auskommen würden. Da Kriege auch im Internet ausgetragen werden, können sich Anleger alternativ auch Cybersecurity-Aktien oder Cybersecurity-ETFs ins Depot legen.
Die besten Rüstungs-ETFs 2026
Für Anleger, die von den guten Aussichten des Sektors profitieren möchten, ohne sich einzelne Rüstungswerte heraussuchen zu müssen, sind Rüstungs-ETFs ideal. Die Streuung auf verschiedene Unternehmen der Branche verringert die Risiken von ungünstigen Entwicklungen bei Einzelwerten.
Lange war der am 1. Mai 2006 aufgelegte iShares US Aerospace & Defense ETF (US4642887602) international der einzige Rüstungs-ETF. Dieser ist jedoch ausschließlich in den USA handelbar, für den Handel an deutschen und anderen europäischen Börsen gibt es noch keine Zulassung. Für deutsche Anleger oder Anlegerinnen kann es dennoch aufschlussreich sein, einen Blick auf die wichtigsten Positionen des ETFs, GE Aerospace, Raytheon und Boeing zu werfen. Der ausschüttende Rüstungs-ETF investiert ausschließlich in US-Aktien. Im Jahr 2025 betrug der Wertzuwachs ca. 37 Prozent. Auch der Start ins Jahr 2025 kann sich sehen lassen.
Seit dem Jahr 2023 gibt es nun auch in Europa handelbare Rüstungs-ETFs. Der niederländische VanEck Defense ETF (IE000YYE6WK5) investiert ausschließlich in Unternehmen, die mindestens 50 Prozent ihrer Einnahmen im Bereich Militär- oder Verteidigung erzielen. Umstrittene Waffen wie beispielsweise Streumunition oder Phosphor-Bomben werden ausdrücklich ausgeklammert. Im Portfolio des ca. 7,8 Milliarden Euro schweren ETFs befinden sich Aktien wie RTX, Thales und Leonardo. Der ETF konnte im Jahr 2025 über 49 Prozent zulegen.
Der mit knapp 2,7 Milliarden Euro Fondsvolumen deutlich kleinere Future of Defense ETF (IE000OJ5TQP4) von HANetf investiert in börsennotierte Unternehmen, die ihren Sitz in NATO-Ländern haben und mehr als die Hälfte ihrer Umsätze im Verteidigungssektor, einschließlich Cyberabwehr bzw. Cyber Sicherheit, erzielen. Die vier größten Positionen sind Cisco Systems, Safran, RTX und Crowdstrike. Der Wertzuwachs des ETFs lag im Jahr 2025 bei über37 Prozent.
| Rüstungs-ETFs | ISIN | Börse |
|---|---|---|
| iShares US Aerospace & Defense ETF | US4642887602 | CBOE BZX ehemals BATS |
| Vaneck Defense ETF | IE000YYE6WK5 | XETRA |
| Future of Defense ETF | IE000OJ5TQP4 | London Stock Exchange (LSE |
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Welche Rüstungsaktien kaufen?
Aktienempfehlungen: Die Top Seven Rüstungsaktien 2026
Bei unserer Auswahl der besten Rüstungsaktien haben wir darauf geachtet, dass diese eine stabile langfristige Wertentwicklung und gute fundamentale Kennzahlen aufweisen. Dabei ist auffällig, dass die Gewinnentwicklung bei vielen Firmen im Jahr 2020 und/oder 2021 ins Stocken geriet – wohl deshalb, weil viele Staaten Corona-bedingt andere Prioritäten gesetzt hatten.
Im Jahr 2022 und den Folgejahren gab es dann – bedingt durch den Ukraine-Krieg – teilweise deutliche Gewinnsprünge. Die Umsatz- und Gewinnprognosen für die kommenden Jahre sehen weiterhin durchweg positiv aus, zumal ein Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine nicht abzusehen ist und die Verteidigungshaushalte gerade erst erhöht wurden. Die Entwicklungen im Nahen Osten könnten für weitere Kursdynamik sorgen.
Bei den ausgewählten Aktien handelt es sich um Wertpapiere von Firmen aus verschiedenen NATO-Ländern, die angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen aus fundamentaler Sicht sehr gut aufgestellt sind. Beim Vergleich der Unternehmen fallen die gute Entwicklung der fundamentalen Kennzahlen und die positive Kursperformance bei den deutschen Rüstungsherstellern Rheinmetall und Hensoldt auf. Vor allem die Rheinmetall-Aktie legte seit Jahresbeginn deutlich an Wert zu. Armin Papperger, CEO von Rheinmetall, betonte bereits im Mai 2024 den US-Konzernen noch mehr Paroli zu bieten und sprach sich öffentlich für eine reformierte Form der Wehrpflicht aus.
Beim Blick in die Zukunft könnten die Firmen aus Großbritannien und Frankreich dennoch die Nase vorn haben, da der Verteidigungssektor in diesen Ländern einen höheren Stellenwert genießt. US-Aktien wie Northrop Grumman, Lockheed Martin und General Dynamics hatten zu Jahresbeginn 2025 etwas an Schwung verloren, offenbar weil der neue US-Präsident Donald Trump mehr Verantwortung an die Europäer abgeben will und diese wiederum eher bei ihren heimischen Herstellern einkaufen. Die Wertpapiere der US-amerikanischen Hersteller rückten aber zuletzt aufgrund der US-Interventionen und Militäreinsätze in Venezuela und im Iran wieder in den Fokus.
7. Kongsberg-Aktie
Wir beginnen auf Platz 7 mit der Kongsberg-Aktie. Das Unternehmen hat seinen Sitz in der gleichnamigen Stadt im Südosten Norwegens und ist der größte Rüstungshersteller des Landes. Der Konzern hat sich auf hochentwickelte Waffensysteme spezialisiert, darunter die Naval Strike Missile und die Joint Strike Missile für Seezielbekämpfung sowie die weitverbreitete Protector-Waffenstation für Militärfahrzeuge. Kongsberg hat mit Protector gerade ein kostengünstiges, mobiles Drohnenabwehrsystem für die Ukraine vorgestellt, das auch für andere Partnerländer interessant sein könnte. Entwickelt werden außerdem militärische Kommunikations- und Kontrollsysteme, sowie Unterwasserverteidigungstechnologien.
Die aktuelle Nachrichtenlage ist sehr positiv, zum einen gibt es einen neuen Großauftrag aus Belgien und zum anderen wird für die Marinesparte ein Börsengang angedacht. Umsatz und Gewinn stiegen seit Beginn des Ukraine-Krieges stets im zweistelligen Bereich. Das Kursplus der Aktie an der Osloer Börse lag im Jahr 2025 bei rund 2 Prozent und auch die Entwicklung im Jahr 2025 ist weiterhin positiv. Die seltenen Ausrutscher nach unten drängen sich geradezu als Kaufgelegenheiten auf.
6. Lockheed-Martin-Aktie
Es folgt auf Platz 6 die Lockheed-Martin-Aktie. Das Unternehmen mit Sitz in Bethesda, Maryland, ist zusammen mit Kooperationspartnern unter anderem Hersteller des bekannten Kampfflugzeugs F-16 und des Luftabwehrsystems Patriot. Darüber hinaus gehören Satellitentechnologie und Cybersecurity zum Portfolio. Das Gewinnwachstum stagnierte zuletzt etwas, für das laufende Jahr darf aber ein neues Rekordergebnis erwartet werden. Bei den Dividenden ist seit vielen Jahren eine stetige Steigerung zu beobachten.
Neben langfristig angelegten Partnerschaften mit den NATO-Staaten gibt es vielversprechende Kooperationen im asiatisch-pazifischen Raum. Milliardenschwere Bestellungen – vor allem aus Europa – für den neuen Kampfjet F-35 treiben laut aktuellen Meldungen derzeit das Geschäft an. Der Auftragsbestand steuert laut Analysten auf einen neuen Bestwert zu.
Die Kursentwicklung war im Jahr 2025 zwar leicht negativ, aber unmittelbar nach dem Jahreswechsel setzte das Wertpapier zu einer Rallye mit neuen Allzeithochs an. Annäherungen an die gleitenden Durchschnitte könnten Einstiegsgelegenheiten bieten.
5. Thales-Aktie
Auf Rang Nummer 5 ist die Aktie des französischen Rüstungskonzerns Thales (aktuelle Marktkapitalisierung 49 Milliarden EUR) zu finden. Der in Paris ansässige Rüstungskonzern bietet Geräte, Systeme und Dienstleistungen zum Einsatz in der Luft, auf See und auf dem Boden. Dazu zählen beispielsweise Regel- und Steuersysteme, Kommunikationssicherheitssysteme wie auch der Schutz von Infrastruktureinrichtungen und sensibler Daten (Kryptologie, Netzwerk-Security-Management). Die Überlegungen zu einer Satelliten-Allianz mit Leonardo und Airbus zur Stärkung der europäischen Raumfahrt zeigen, dass Verteidigung über die nationalen Grenzen in Europa bis in den Weltraum hinausgeht.
Die Thales-Aktie konnte im Verlauf des Jahres 2025 rund 66 Prozent an Wert zulegen und ging nach einer positiven Kurslücke (Gap Up) zur Mitte des ersten Halbjahres in eine Seitwärtsbewegung über. Auch bei dieser Rüstungs-Aktie war aber bereits nach dem 24. Februar 2022 eine starke Kursbewegung nach oben unübersehbar.
Thales präsentierte für 2025 ein Gewinnplus von rund 14 Prozent. Die Dividende soll bei 3,90 EUR liegen und damit im Vorjahresvergleich um 0,20 EUR steigen. Dank der grundsätzlich positiven Entwicklung dürfte es immer wieder gute Ansätze für Long-Einstiege geben. Analysten zeigten zuletzt auf, dass die Bewertung im Branchenverglich moderat ist.
4. Elbit-Systems-Aktie
Platz Nummer 4 nimmt Elbit Systems ein. Das Unternehmen aus Haifa ist einer der größten israelischen Rüstungskonzerne. Der Konzern fertigt Fahrzeuge, Waffen und Kommunikationssysteme sowie Spionagesoftware für Land-, See und Luftstreitkräfte. Als Verkaufsargument gilt, dass die Produkte von der israelischen Armee bei Einsätzen in Gaza und im Westjordanland seit vielen Jahren kampferprobt wurden. Ein Alleinstellungsmerkmal könnte die abhörsichere Funktechnik, die zusammen mit Partnern für ausgewählte NATO- und EU-Staaten entwickelt wird, darstellen.
Mit Fertigungsstätten in Israel, den USA, Europa, Brasilien und Australien ist das Unternehmen auch international gut aufgestellt. Die Nachrichtenlage offenbart frische Abschlüsse mit den Regierungen Israels, der USA und mehrerer europäischer Länder.
Für das Jahr 2025 liegen die Prognosen für das Gewinnwachstum bei 18 Prozent. Erstmal gab es im letzten Jahr eine Dividende, die dieses Jahr durchaus etwas höher ausfallen könnte. Die Kursteigerung im Jahresverlauf 2025 lag bei rund 124 Prozent. Es folgten weitere starke Anstiege im ersten Quartal 2026, sodass das Wertpapier charttechnisch recht überkauft wirkt. Bei stärkeren Rücksetzern könnte die Elbit-Aktie aber auf jeden Fall wieder interessant werden.
3. Rheinmetall Aktie
Wir setzen die Reihe der besten Rüstungsfirmen 2025 auf dem dritten Platz fort, mit der Rheinmetall-Aktie, einem Big Player in der Rüstungsindustrie. Das Unternehmen, mit Sitz in Düsseldorf, ist führend in der Herstellung von Fahrzeugen, Waffensystemen, Munition und Elektronik. Rheinmetall ist bekannt für seine innovativen Verteidigungstechnologien und spielt eine zentrale Rolle bei der Modernisierung globaler Streitkräfte. Mit dem Verkauf der Automotive-Sparte und der Übernahme des Marinetechnik-Spezialisten Naval Vessels Lürssen verstärkt sich der Fokus auf das boomende Rüstungsgeschäft – eine strategische Fortentwicklung, die an der Börse gut ankam.
Im Jahr 2025 erlebte die Rheinmetall-Aktie eine starke Entwicklung und konnte um beachtliche 149 Prozent zulegen. Sobald das Wertpapier wieder oberhalb der gleitenden Durchschnitte liegt und damit das Ende der laufenden Korrektur einläutet, könnte die Rheinmetall-Aktie wieder näher angeschaut werden.
Mit einer stabilen Marktkapitalisierung von rund 72 Milliarden EUR und einer stetig steigenden Dividendenzahlung hat Rheinmetall beste Zukunftsaussichten.
2. Leonardo-Aktie
Unsere Nummer 2 ist die Leonardo-Aktie. Das Unternehmen hat seinen Sitz in der italienischen Hauptstadt. Fertigungsstandorte befinden sich im Heimatland, aber auch in Deutschland, Frankreich, Polen, dem Vereinigten Königreich und den USA.
Dank Kooperationen mit Rheinmetall und Hensoldt sind die Italiener gut aufgestellt und auch bei der angedachten Kooperation mit Thales und Airbus im Satellitengeschäft wollen die Italiener dabei sein. Unter anderem dank eines Großauftrags der britischen Regierung über 23 mittelschwere Kampfhubschrauber in Höhe von einer Milliarde GBP sind die Auftragsbücher prall gefüllt.
Man zeigt sich grundsätzlich offen für Zusammenschlüsse im europäischen Rahmen, was an der Börse Übernahmephantasien wecken könnte. Mit 30 Prozent ist der italienische Staat der größte Anteilseigner. Dessen notorisch klamme Haushaltslage könnte den Weg für einen Zusammenschluss mit einem anderen großen Marktteilnehmer frei machen.
Für 2025 erwartet das Unternehmen wie im Vorjahr einen neuen Rekordgewinn. Allerdings ist die Dividendenrendite der Leonardo-Aktie – wie bei vielen anderen Rüstungs-Aktien – recht überschaubar. Das Kursplus des letzten Jahres von rund 89 Prozent zeugt ebenfalls davon, dass der Ukraine-Krieg und die dadurch entstandenen Bedrohungslage Europas ordentlich Geld in die Kasse spülen. Zu Jahresbeginn 2026 setzte sich der längerfristige Aufwärtstrend der Aktie – im Gegensatz zu anderen europäischen Rüstungswerten – fort, denn das Unternehmen meldete starke Geschäftszahlen. Rücksetzer stellen auch bei der Leonardo-Aktie klare Kaufgelegenheiten dar.
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1. RTX-Aktie (ehemals Raytheon-Aktie)
Die RTX Corporation firmierte bis Juni 2023 als Raytheon Technologies. Raytheon (wörtlich „Strahl Gottes“) steht inzwischen für den Geschäftsbereich Verteidigungssysteme, Flugkörper und Luftverteidigung. Daneben gibt es die Collins Aerospace für Luftfahrtsysteme und -komponenten sowie den Triebwerkshersteller Pratt & Whitney.
Der Konzern mit Sitz in Arlington, Virginia, hat ein neues System zur Drohnenabwehr erfolgreich mit dem US-Heer getestet. Es bekämpft Drohnenschwärme ohne klassische Raketen, sondern mit elektronischer Störung oder Hochleistungs-Mikrowellen. Da das System wiederverwendbar ist, sinken die Einsatzkosten deutlich und Kollateralschäden werden reduziert. Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Angriffsdrohnen könnte darin ein enormes Potenzial stecken.
Die Gewinnsteigerung in 2025 von 40 Prozent erlaubt auch eine weitere Anhebung der Dividende. Zur positiven Entwicklung hat beigetragen, dass die größten finanziellen Belastungen aus den Triebwerksproblemen bei P&W für den Airbus A320neo inzwischen verdaut sind.
Der Kurswert der RTX-Aktie legte 2025 um 57 Prozent zu und präsentierte sich zumindest bis Anfang März 2026 in einem stabilen Aufwärtstrend. Die ist Aktie als Top-Pick im Rüstungssektor einzustufen.
Rüstungsaktien-Liste: Sieben Top-Picks aus dem Verteidigungssektor
In der folgenden Rüstungsaktien-Tabelle finden Sie sieben Werte mit hervorragenden strategischen Positionierungen.
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| Rüstungs-Aktien | ISIN | Börse |
|---|---|---|
| RTX | US75513E1010 | NYSE |
| Leonardo S.p.a. | IT0003856405 | Borsa Italiana |
| Rheinmetall | DE0007030009 | XETRA |
| Elbit Systems | IL0010811243 | NYSE |
| Thales | FR0000121329 | Euronext |
| Lockheed Martin | US5398301094 | NYSE |
| Kongsberg | NO0003043309 | Frankfurt |
Quellenangaben:
www.bmvg.de/de/themen/ruestung
www.bloomberg.com/quote/DFNG:LN
www.statista.com
Bildquelle(n): KMW, Hensoldt, Lockheed Martin, Airbus, MTU, Statista, FinMent
Inhalte: FinMent
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