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250.000 Euro anlegen & investieren: Ratgeber (2026)
Erfahren Sie, wie Sie erfolgreich 250.000 Euro investieren können. Dieser Leitfaden bietet Ihnen praktische Tipps und Strategien für ein nachhaltiges Investment.
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Adrian Schmid
- | Letzte Aktualisierung am
Sie haben 250.000 Euro gespart und fragen sich, wie Sie diesen Geldbetrag am besten anlegen? Eine Viertelmillion auf dem Konto klingt nach finanzieller Sicherheit. Doch ohne die richtige Anlagestrategie verliert dieses Vermögen Jahr für Jahr an Kaufkraft. Bei einer Inflationsrate von zwei Prozent schrumpft der reale Wert um 5.000 Euro jährlich. Ein schleichender Wertverlust, den viele unterschätzen. Nach zehn Jahren wären Ihre 250.000 Euro nur noch rund 205.000 Euro wert, ohne dass Sie einen Cent ausgegeben haben.
Welche Renditen sind realistisch? Wie verteilen Sie Ihr Kapital sinnvoll? Und reicht das Geld für den Ruhestand? Darum geht es hier. Außerdem: warum die Einlagensicherung bei dieser Summe ein Problem werden kann.
Warum Investieren heute Pflicht ist
Wer in Deutschland Geld auf dem Girokonto liegen lässt, verliert jedes Jahr Kaufkraft. Die Europäische Zentralbank strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Selbst wenn Tagesgeldkonten aktuell 2,5 bis 3 Prozent Zinsen bieten, bleibt nach Abzug der Inflation und Steuern kaum etwas übrig. Oft sogar nichts.
Rechnen wir es durch. Bei 250.000 Euro und 2,5 Prozent Tagesgeldzins bekommen Sie 6.250 Euro brutto. Nach Abgeltungssteuer bleiben etwa 4.865 Euro. Gleichzeitig verlieren Ihre 250.000 Euro bei zwei Prozent Inflation aber 5.000 Euro an Kaufkraft. Unter dem Strich stehen Sie schlechter da als zu Jahresbeginn.
Dazu kommt, dass die Zinsen für kurzfristige Anlagen bereits wieder sinken. Die EZB hat den Leitzins mehrfach gesenkt, die Banken folgen. In einem Jahr könnte Ihr Tagesgeld nur noch 1,5 Prozent bringen.
Wer sein Vermögen langfristig erhalten oder vermehren möchte, kommt für den Vermögensaufbau an einer Investition in Wertpapiere nicht vorbei. An der Börse lässt sich die drohende Rentenlücke schließen. Nicht garantiert, aber mit deutlich besseren Chancen als auf dem Sparkonto.
Wie 250.000 Euro anlegen? Erst diese 3 Fragen klären
Es gibt keine Universalstrategie für diesen Anlagebetrag. Welche Geldanlage zu Ihnen passt, hängt von drei Dingen ab.
Welches Anlageziel verfolgen Sie?
Jemand mit 35 und einem langen Anlagehorizont braucht ein komplett anderes Portfolio als jemand mit 58, der in sieben Jahren in Rente gehen will. Der eine kann Schwankungen aussitzen und voll auf Aktien-ETFs setzen. Der andere braucht mehr Stabilität und sollte einen größeren Teil in Festgeld und Anleihen halten. Ohne klares Ziel wählen die meisten Anleger irgendeinen Mix und wundern sich später, warum die Rendite nicht stimmt oder sie nachts wach liegen.
Ihr persönliches Risikoprofil
Nicht jeder Anleger verträgt die gleichen Schwankungen, und das ist völlig in Ordnung. Ein breit gestreutes Aktienportfolio kann in einem Jahr 30 Prozent verlieren, sich aber in den Folgejahren wieder erholen. Wer bei solchen Schwankungen nervös wird und verkauft, steht am Ende mit Verlust da.
Wer sich mit Schwankungen schwertut, mischt einen höheren Anteil Festgeld und Anleihen bei und kommt damit auf 2 bis 4 Prozent Rendite pro Jahr.
Wer ausgewogen investiert, nimmt 50 Prozent Aktien ins Portfolio und erreicht 4 bis 5 Prozent.
Und wer langfristig denkt und Schwankungen aushält, geht auf 75 Prozent Aktien oder mehr und kann 5 bis 7 Prozent erwarten. Je höher der Aktienanteil, desto höher die Renditechancen.
Der richtige Zeithorizont
Zeit ist der wichtigste Faktor beim Investieren. Wer in fünf Jahren ein Haus kaufen will, sollte kein Geld in ETFs stecken.Die Börse kann kurzfristig brutal schwanken, und negative News verstärken den Drang, vorschnell zu verkaufen. Wer dagegen 15 oder 20 Jahre Zeit hat, kann Krisen aussitzen und profitiert langfristig von höheren Renditen.
Der MSCI World hat in der Vergangenheit auf 15-Jahres-Sicht keinen Verlust gemacht. Selbst wer im Herbst 2007 eingestiegen ist, kurz vor dem schlimmsten Börsencrash seit 1929, lag 2023 deutlich im Plus. Das Durchhalten war allerdings nicht einfach. Zwischendurch stand das Depot 50 Prozent im Minus.
Trotzdem gilt auch hier, dass sich das nicht wiederholen muss. Japan-Anleger warten seit 1989 auf neue Höchststände. Mit einem breit gestreuten Welt-ETF statt einzelnen Ländern wäre das nicht passiert.
250.000 Euro anlegen Zinsen im Überblick
Die meisten Anleger schauen nur auf den Brutto-Zinssatz. Was nach Steuern und Inflation übrig bleibt, sieht oft ganz anders aus.
Tagesgeld und Festgeld (2026)
Aktuell bieten die besten Tagesgeldkonten in Deutschland bis zu 3,33 Prozent Zinsen. Der Durchschnitt liegt bei etwa 2,75 Prozent. Bei Festgeld mit einem Jahr Laufzeit bekommen Sie bis zu 2,70 Prozent.
| Anlageform | Zinssatz | Brutto-Ertrag pro Jahr |
|---|---|---|
| Tagesgeld (Durchschnitt) | 2,5 Prozent | 6.250 Euro |
| Tagesgeld (Top-Anbieter) | 3,33 Prozent | 8.325 Euro |
| Festgeld 1 Jahr | 2,70 Prozent | 6.775 Euro |
| Festgeld 3 Jahre | 2,74 Prozent | 6.850 Euro |
Ob diese Zinsen so bleiben, ist fraglich. Die EZB hat den Leitzins mehrfach gesenkt und die Banken ziehen nach. Wer heute ein Tagesgeldkonto mit 3,33 Prozent eröffnet, bekommt in sechs Monaten womöglich nur noch 2,5 Prozent.
Bei Festgeld sichern Sie sich den Zinssatz für die gesamte Laufzeit. Deshalb kann sich eine sogenannte Festgeld-Leiter lohnen. Sie verteilen Ihr Geld auf verschiedene Laufzeiten, zum Beispiel ein Drittel auf ein Jahr, ein Drittel auf zwei Jahre und ein Drittel auf drei Jahre. So bleiben Sie flexibel und profitieren trotzdem von höheren Zinsen bei längeren Laufzeiten.
Was nach Steuern und Inflation wirklich übrig bleibt
Auf Kapitalerträge zahlen Sie in Deutschland 25 Prozent Abgeltungssteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, insgesamt 26,375 Prozent. Dazu kommt eventuell Kirchensteuer. Der Sparerpauschbetrag liegt bei 1.000 Euro pro Person, bei Ehepaaren 2.000 Euro. Erträge bis zu dieser Grenze bleiben steuerfrei. Den Freibetrag sollten Sie bei Ihrer Bank einrichten, sonst führt sie automatisch Steuern ab.
| Prozente | Brutto | Nach Steuern | Real (nach 2 Prozent Inflation) |
|---|---|---|---|
| Tagesgeld 2,5 Prozent | 6.250 Euro | 4.865 Euro | ca. -135 Euro |
| Tagesgeld 3,33 Prozent | 8.325 Euro | 6.391 Euro | ca. 1.391 Euro |
| Festgeld 2,71 Prozent | 6.775 Euro | 5.254 Euro | ca. 254 Euro |
Beim durchschnittlichen Tagesgeld mit 2,5 Prozent verlieren Sie trotz Zinsen real Geld. Ihre 250.000 Euro sind am Jahresende weniger wert als vorher. Selbst beim besten Tagesgeld-Angebot bleiben real nur gut 1.300 Euro übrig. Das sind 0,5 Prozent auf eine Viertelmillion.
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250.000 Euro investieren: Welche Anlage passt?
Mit 250.000 Euro stehen Ihnen praktisch alle Anlageklassen offen. Tagesgeld, Wertpapiere wie ETFs und Anleihen, Immobilien, Gold. Jede hat Vor- und Nachteile, keine ist perfekt. Die beste Anlage für 250.000 Euro hängt von Ihrem Ziel, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab.
250.000 Euro anlegen in Tagesgeld
Tagesgeld bringt kaum Rendite, erfüllt aber eine wichtige Funktion. Drei bis sechs Monatsausgaben gehören auf ein Tagesgeldkonto als Notgroschen. Nicht wegen der Zinsen, sondern weil Sie im Ernstfall sofort an Ihr Geld kommen. Waschmaschine kaputt, Auto liegen geblieben, plötzlicher Jobverlust. In solchen Situationen wollen Sie nicht Ihre ETFs verkaufen müssen, vielleicht gerade dann, wenn die Kurse im Keller sind.
Wer mehr als 100.000 Euro kurzfristig parken möchte, kann Geldmarkt-ETFs als Alternative nutzen. Die Rendite liegt nah am Tagesgeld, aber als Sondervermögen greift keine Einlagensicherungs-Grenze. Alles darüber hinaus sollte renditestärker angelegt werden. Warum, haben wir im Zinsen-Abschnitt vorgerechnet.
250.000 Euro in ETFs und Aktien anlegen
Ein Welt-ETF wie der MSCI World oder FTSE All-World investiert Ihr Geld in hunderte oder tausende Unternehmen gleichzeitig. Apple, NVIDIA, Toyota und viele weitere Konzerne aus verschiedenen Ländern und Branchen. Geht ein einzelnes Unternehmen pleite, fällt es im Gesamtportfolio kaum ins Gewicht. Diese breite Streuung macht ETFs so widerstandsfähig.
Die historische Performance spricht für sich. An der Börse erzielen breit gestreute Aktien-ETFs langfristig 6 bis 8 Prozent Rendite pro Jahr, bei Kosten von nur 0,1 bis 0,3 Prozent. Zum Vergleich: Ein aktiv gemanagter Fonds kostet oft 1,5 bis 2 Prozent jährlich und schlägt seinen Vergleichsindex trotzdem selten. Laut der SPIVA-Studie bleiben über 70 Prozent der aktiven Fondsmanager langfristig hinter ihrem Index zurück.
Schwankungen gehören dazu. 2022 verlor der MSCI World zwischenzeitlich über 20 Prozent. Wer damals verkauft hat, hat Verluste gemacht. Wer gehalten hat, war zwei Jahre später wieder im Plus. Denn die stärksten Börsentage folgen oft direkt auf die schwächsten. Wer nicht investiert ist, profitiert davon nicht.
Immer häufiger fällt in der politischen Diskussion auch das Stichwort Aktienrente. Der Staat selbst setzt mittlerweile auf Aktien, um die Rentenlücke zu schließen. Für Privatanleger gilt das erst recht. Wer gerade erst anfängt und Aktien kaufen lernen möchte, findet in einem Welt-ETF den einfachsten Einstieg. Auch ein ETF-Sparplan ab 25 Euro monatlich ist eine Möglichkeit, sich schrittweise an die Börse heranzutasten.
Anleihen als Beimischung
Anleihen sind Schuldscheine von Staaten oder Unternehmen. Sie kaufen quasi einen Kredit und erhalten dafür regelmäßig Zinsen. Deutsche Staatsanleihen gelten als besonders sicher, bringen aber ähnlich wie Festgeld nur 2 bis 3 Prozent. Unternehmensanleihen zahlen mehr, tragen dafür ein höheres Ausfallrisiko.
Ein Anleihen-ETF bündelt hunderte Anleihen in einem Produkt und streut das Risiko automatisch. Im Portfolio dienen Anleihen als Stabilisator, denn sie schwanken deutlich weniger als Aktien.
Mit 250.000 Euro in Immobilien investieren
Eine Eigentumswohnung zur Vermietung gehört zu den beliebtesten Anlageformen in Deutschland. Die Mietrendite beträgt in guten Lagen oft 4 bis 5 Prozent brutto. Allerdings unterschätzen viele die laufenden Kosten. Instandhaltung, Leerstand, Mietausfälle und Verwaltungsaufwand reduzieren die Rendite spürbar. Netto bleiben häufig nur 2,9 bis 3,3 Prozent übrig.
Dazu kommt das Klumpenrisiko. Ihr gesamtes Kapital steckt in einem einzigen Objekt an einem einzigen Standort. Fällt der lokale Immobilienmarkt oder zieht ein schwieriger Mieter ein, trifft es Ihr gesamtes Investment.
Wer Immobilien im Portfolio haben möchte, ohne selbst zu vermieten, kann auf Immobilien-ETFs ausweichen. Die bieten Zugang zum Markt ohne Verwaltungsaufwand und Mieterärger.
Portfolio-Rebalancing nicht vergessen
Wenn Sie Ihr Geld auf mehrere Anlageklassen verteilen, verschiebt sich das Verhältnis mit der Zeit. Steigen Aktien stark, macht der Aktienanteil plötzlich 70 statt 60 Prozent Ihres Portfolios aus. Das erhöht Ihr Risiko, ohne dass Sie es aktiv entschieden haben.
Das lässt sich durch Rebalancing korrigieren. Einmal im Jahr prüfen Sie Ihre Aufteilung und stellen die ursprüngliche Gewichtung wieder her. Am günstigsten geht das über neue Einzahlungen in den untergewichteten Teil. So vermeiden Sie unnötige Verkäufe und sparen Steuern. Langfristig kann regelmäßiges Rebalancing sogar einen kleinen Rendite-Bonus bringen.
Einlagensicherung bei 250.000 Euro
Die gesetzliche Einlagensicherung in der EU schützt maximal 100.000 Euro pro Bank und Person. Bei einer Viertelmillion liegen Sie deutlich darüber. Geht Ihre Bank pleite, sind nur 100.000 Euro garantiert. Der Rest steht auf dem Spiel.
Verteilen Sie Ihr Tages- und Festgeld deshalb auf mindestens drei verschiedene Banken. So bleiben alle Einlagen unter der Sicherungsgrenze. Mehr dazu in unserem Ratgeber 100.000 Euro anlegen.
Gut zu wissen: ETFs und Fonds sind sogenanntes Sondervermögen. Sie gehören rechtlich Ihnen und nicht der Bank. Selbst bei einer Bankenpleite bleibt Ihr ETF-Depot geschützt, unabhängig von der Einlagensicherung. Marktpreisschwankungen tragen Sie als Anleger weiterhin selbst. Trotzdem ist das einer der größten Vorteile gegenüber klassischen Bankeinlagen, wird aber selten erwähnt.
Reichen 250.000 Euro als Rente?
Kann man mit 250.000 Euro in Rente gehen? Nicht als alleinige Altersvorsorge. Aber als Baustein für den Kapitalerhalt reicht diese Summe weiter, als die meisten erwarten – und kann Ihren Lebensstandard im Alter absichern.
Die 4-Prozent-Regel erklärt
Die 4-Prozent-Regel stammt aus der sogenannten Trinity-Studie aus den USA. Sie entnehmen im ersten Jahr 4 Prozent Ihres Kapitals und passen diesen Betrag jährlich an die Inflation an. Bei einem breit gestreuten Portfolio mit 50 bis 75 Prozent Aktienanteil reicht das Geld mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens 30 Jahre.
Konkret bei 250.000 Euro:
Jährliche Entnahme. 10.000 Euro (4 Prozent)
Monatliche Entnahme. 833 Euro brutto
Für deutsche Anleger ist die 4-Prozent-Regel allerdings etwas zu optimistisch. Die Trinity-Studie rechnet ohne Steuern. In Deutschland fallen auf Kapitalerträge aber 26,375 Prozent Abgeltungssteuer an, was die tatsächliche Entnahme spürbar reduziert. Dazu kommt die steigende Lebenserwartung. Wer heute mit 60 in Frührente geht, braucht möglicherweise 35 oder 40 Jahre Kapital statt 30. Und die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung steigen im Alter oft deutlich. Konservativer und realistischer ist deshalb eine Entnahmerate von 3 bis 3,5 Prozent.
Das Renditereihenfolge-Risiko
Die meisten Entnahmerechner ignorieren einen wichtigen Faktor. Es macht einen Unterschied, wann ein Crash kommt. Fällt der Markt in den ersten Jahren Ihrer Entnahme stark, trifft es Ihr Portfolio härter als derselbe Einbruch zehn Jahre später. Denn frühe Verluste und laufende Entnahmen zusammen reduzieren genau das Kapital, das sich anschließend erholen müsste.
Dieses Risiko lässt sich aber gezielt abfedern. Wer in den ersten Entnahmejahren einen Liquiditätspuffer von zwei bis drei Jahresausgaben auf dem Tagesgeldkonto hält, muss bei fallenden Kursen keine ETF-Anteile billig verkaufen. Das Portfolio bekommt Zeit zur Erholung. Gleichzeitig hilft eine flexible Entnahmestrategie. In guten Börsenjahren entnehmen Sie etwas mehr, in schlechten etwas weniger. Mit diesem Ansatz ist eine Rente durch Aktien gut umsetzbar.
Ewige Rente vs. Kapitalverzehr
Soll Ihr Kapital dauerhaft erhalten bleiben, oder kann es schrittweise aufgebraucht werden?
Bei der ewigen Rente entnehmen Sie ausschließlich die Erträge. Das Kapital selbst rühren Sie nicht an. Konkret bei 250.000 Euro und 4 Prozent Rendite wären das 10.000 Euro pro Jahr. Das Vermögen bleibt erhalten, lässt sich vererben und arbeitet weiter für Sie. Allerdings schwanken die Erträge mit der Börse. In schwachen Jahren fällt die Entnahme geringer aus.
Beim Kapitalverzehr gehen Sie einen anderen Weg. Sie entnehmen mehr, als Ihr Portfolio erwirtschaftet, und greifen damit an die Substanz. Monatlich steht Ihnen dadurch mehr Geld zur Verfügung. Dafür wird der Topf mit der Zeit kleiner und ist irgendwann leer.
Welcher Weg der richtige ist, hängt von Ihrer Situation ab. Viele Ruheständler kombinieren beide Ansätze. Zunächst leben sie von den Erträgen. Wenn später die Ausgaben steigen, greifen sie zusätzlich auf das Kapital zu.
Wie lange reichen 250.000 Euro im Ruhestand?
Zwei Dinge entscheiden darüber, wie lange Ihr Kapital hält. Die monatliche Entnahme und die Rendite Ihres Portfolios. Folgende Tabelle zeigt die Unterschiede auf einen Blick.
| Entnahme pro Monat | Ohne Rendite | Mit 3 Prozent Rendite | Mit 5 Prozent Rendite |
|---|---|---|---|
| 833 Euro (4-Prozent-Regel) | 25 Jahre | 36 Jahre | 50+ Jahre |
| 1.000 Euro | 20,8 Jahre | 27 Jahre | 39 Jahre |
| 1.500 Euro | 13,9 Jahre | 16 Jahre | 20 Jahre |
| 2.000 Euro | 10,4 Jahre | 11,5 Jahre | 13 Jahre |
Als Zusatzrente neben der gesetzlichen Rente können 250.000 Euro die Rentenlücke deutlich verkleinern. Wer allerdings vollständig von Kapitalerträgen leben möchte, braucht deutlich mehr. Die 25er-Regel gibt dafür einen Anhaltspunkt. Danach benötigen Sie das 25-fache Ihrer jährlichen Ausgaben als Kapital. Bei 40.000 Euro Jahresausgaben wären das 1 Million Euro. Eine Rente durch Börse ist mit 250.000 Euro also ein solider Baustein, aber nicht die ganze Lösung.
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Fazit: Vermögensaufbau erfolgreich gestalten
Die Frage ist nicht, ob Sie investieren, sondern wie. Nach Steuern und Inflation bleibt vom Tagesgeld fast nichts übrig. Das zeigt die Beispielrechnung oben. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, kommt an der Börse nicht vorbei. Und als Zusatzrente können 250.000 Euro die Rentenlücke spürbar verkleinern, auch wenn sie eine gesetzliche Rente nicht ersetzen.
Nur bringt Wissen allein kein Geld aufs Depot. Die meisten Leser werden diesen Artikel schließen, sich vornehmen nächste Woche loszulegen und dann passiert erstmal nichts. Irgendwann landet das Geld auf zwei Tagesgeldkonten, weil es sich wenigstens nach einem ersten Schritt anfühlt.
Dabei macht die Strategie den Unterschied. Ein breit gestreuter ETF lieferte in der Vergangenheit über lange Zeiträume etwa 6 bis 8 Prozent pro Jahr. Wenn Sie es dabei belassen möchten, fahren Sie damit bereits besser als mit jedem Sparkonto. Wenn Sie darüber hinaus lernen wollen, Trends zu erkennen und mit klaren Ein- und Ausstiegsregeln zu handeln, können Sie Ihr Kapital gezielter einsetzen und Risiken aktiv begrenzen.
Sie haben gesehen: Auf dem Girokonto verlieren 250.000 € in 10 Jahren über 44.000 € Kaufkraft. Selbst Top-Tagesgeld bringt nach Steuern und Inflation nur 0,56 % real. Die Frage ist nicht mehr ob — sondern wie Sie Ihr Kapital schützen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Drei bis sechs Monatsausgaben als Notgroschen auf ein Tagesgeldkonto. Den größten Teil in einen breit gestreuten Welt-ETF. Ergänzend Anleihen und Gold zur Stabilisierung. Die genaue Aufteilung hängt von Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab. Wichtig ist ein klares System statt Bauchgefühl.
Eine einzelne beste Anlage gibt es nicht. Tagesgeld bietet Sicherheit, verliert aber nach Steuern und Inflation an Wert. Aktien-ETFs bringen langfristig die höchsten Renditen, schwanken dafür stärker. Mit einer klaren Börsenstrategie lassen sich darüber hinaus gezielt Chancen nutzen. Die beste Anlagestrategie kombiniert mehrere Anlageklassen und passt die Gewichtung an Ihre Situation an.
Auf einem Tagesgeldkonto mit 2,5 Prozent erhalten Sie 6.250 Euro brutto pro Jahr. Nach Abgeltungssteuer und Inflation bleibt davon fast nichts. In einem Aktien-ETF sind langfristig 15.000 bis 20.000 Euro pro Jahr realistisch, bei 6 bis 8 Prozent durchschnittlicher Performance. Aktives Trading kann die Rendite noch weiter erhöhen. Garantiert ist an der Börse allerdings nichts.
Bei 1.000 Euro monatlicher Entnahme ohne Rendite reicht das Kapital knapp 21 Jahre. Wer weiter investiert bleibt und 3 Prozent erzielt, kommt auf etwa 27 Jahre. Als alleinige Altersvorsorge reichen 250.000 Euro nicht. Als Ergänzung zur gesetzlichen Rente verkleinern sie die Rentenlücke aber spürbar.
Tagesgeld und Festgeld bei Banken mit EU-Einlagensicherung gehören zu den sichersten Anlageformen. Dazu kommen deutsche Staatsanleihen. Allerdings bringen alle drei nach Abzug von Steuern und Inflation kaum noch Rendite. Wer sein Vermögen nicht nur sichern, sondern auch vermehren will, braucht einen Aktienanteil im Portfolio. Die Mischung macht den Unterschied.
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