Equinor Aktie Prognose 2023: Zukünftige Dividende und Kursziel

Equinor Aktie Prognose 2023: Zukünftige Dividende und Kursziel

Die Equinor Aktie (WKN: 675213, ISIN: NO0010096985) dürfte nur den wenigsten Anlegern ein Begriff, geschweige denn Teil des eigenen Depots sein. Seit dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts im Februar 2021 gehört der Ölkonzern jedoch zu eines der gefragtesten Anlagevehikeln unter den europäischen Energie Aktien. Ein vorteilhaft positioniertes Vertriebsnetz, globale Förderquellen und eine ansehnliche Dividende machen die Wertpapiere des norwegischen Staatskonzerns zu einem attraktiven defensiven Investment. Nicht zuletzt ein deutlich gestiegener Aktienkurs spricht für das Wertpapier aus dem hohen Norden. Doch wie steht es um die Zukunft der Equinor ASA? Lohnt sich ein Einstieg auf dem aktuellen Niveau oder droht dem Öl-Riesen durch E-Autos und Solar-Boom bald der Garaus? Wir wagen eine Equinor ASA Aktien Prognose für 2023.

Equinor Aktie: Kennziffern und Symbol

WKN: 675213, ISIN: NO0010096985, Ticker-Symbol: STOHF

Equinor Aktienkurs

Geschichte und Geschäftsmodell

Heutzutage stellt die Equinor ASA den größten norwegischen Ölkonzern dar und ist unlängst in das Erdgas Geschäft eingestiegen. Diese duale Positionierung ist bei Unternehmen mit dem Schwerpunkt auf Fossile Brennstoffe nicht ungewöhnlich, verleiht Equinor jedoch eine besondere Stellung auf dem Energiemarkt. Denn bei Equinor steht neben der Förderung von Gas auch der Transport im Fokus: Über kilometerlange Pipelines werden rund 43 Milliarden Kubikmeter Gas in den heimischen sowie europäischen Markt geleitet. Hier stehen die Mengen nicht nur Haushalten und Firmen, sondern auch modernen Energiegewinnungsanlagen zur Verfügung. Eine Wasserstoff-Allianz im norddeutschen Rostock stellt nur eines der vielen erneuerbare Energien Projekte dar.

Den Löwenanteil der Einnahmen erwirtschaften die Norweger jedoch mit der Exploration, dem Vertrieb sowie der Aufbereitung von Öl. Unterm Strich generiert das „Schwarze Gold“ 96 Prozent der Umsätze! Interessant: Auch in die Produktion von Methanol ist die Equinor ASA eingestiegen. Dies lässt bereits den eingeläuteten Transformationsprozess im Hause Equinor erkennen, denn das Alkoholsubstrat wird unter anderem als Beigabe in Biokraftstoffen verwendet. Doch hierzu später mehr.

Der Firmensitz der Equinor ASA liegt im beschaulichen Städtchen Stavanger, in dem (Stand 2022) lediglich rund 144.000 Bewohner leben. Wenn nicht in Stavanger sesshaft, dann doch häufig zu Besuch, dürfte der amtierende Chief Executive Officer (CEO) sowie ehemalige Chief Operating Officer (COO) Anders Opedal sein. Der 57-Jährige arbeitet bereits knapp die Hälfte seines Lebens (26 Jahre) bei Equinor und gilt mittlerweile als eine symbolträchtige Führungskraft. Vor seinem Antritt bei dem norwegischen Global Player sammelte Anders Opedal allerlei Erfahrungen bei den Ölgiganten Baker Hughes sowie Schlumberger.

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Anders Opedal, Equinor Hauptversammlung 2022 / Equinor

Was Anleger neben dem Geschäftsmodell und der personaltechnischen Expertise wissen sollten: Die Equinor ASA wurde bereits 1972 gegründet, damals jedoch unter der Bezeichnung Statoil. Der Name kommt nicht von ungefähr. Statoil steht für Den norske stats statsolieselskab (Staatliche Ölgesellschaft des norwegischen Staates) und weist auf die Bedeutung des Staates Norwegen hin. Der nämlich war und ist einer der größten Anteilseigner. Satte 68,7 Prozent der ausstehenden Statoil Aktien beziehungsweise Equinor ASA Aktien befinden sich in staatlicher Hand! Dies reduziert den Handel und somit die Volatilität. Leider gilt diese Absicherung sowohl Richtung Süden als auch Richtung Norden: Gigantische Kurssprünge sollten Besitzer der Equinor Aktie nicht erwarten.

Gut zu wissen: Hintergründe zum Vertriebsmodell

Konzerne aus dem Sektor der Fossilen Brennstoffe, wie zum Beispiel Erdöl und Erdgas, unterteilen ihre Geschäftsfelder in die Bereiche Upstream, Midstream sowie Downstream.

  • Upstream: Quellenerschließung (Exploration) der Ressourcen sowie der eigentliche Förderprozess

  • Midstream: Transport und erste Weiterverarbeitung sowie Lagerung

  • Downstream: Finale Aufbereitung in Endprodukte, teilweise erste Vertriebsmaßnahmen

Die Equinor ASA beschäftigt sich mit sämtlichen Vertriebsmodellen, wobei der Downstream nur noch einen minimalen Beitrag zum Umsatz liefert. Die hauseigene Tankstellenflotte alias Equinor Statoil Fuel & Retail AS wurde 2010 in die Selbstständigkeit entlassen. Seitdem bildet der Tankstellenkonzern eine eigene Aktiengesellschaft mit geringer Marktkapitalisierung, auf Norwegisch auch Aksjeselskap (AS) genannt. Die Equinor Aktie trägt die Endung ASA, welche für größere Unternehmen mit einer demzufolge größeren Marktkapitalisierung steht.

Transformationsprozess eingeleitet

Es steht außer Frage, dass das Geschäft mit Öl & Gas alsbald zum Erliegen kommen dürfte. Allein der Boom der Elektromobilität wird die Nachfrage nach Erdöl massiv mindern. Der Absatzmarkt für Equinor & Co. wird jedoch keineswegs von jetzt auf gleich einbrechen. Im Gegenteil! Die Anstrengungen in der Energiewende lassen den Bedarf nach fossilen Brennstoffen Schätzungen zufolge zunächst massiv steigen. Denn in der Produktion von Solarmodulen etc. kommen nicht nur allerlei Metalle wie Silizium, Platin und Lithium, sondern auch enorme Mengen Öl zum Einsatz. So wird bis ins Jahr 2050 ein Anstieg auf bis zu 105 Millionen Barrel pro Tag erwartet, ehe die Nachfrage wieder sinkt. Zum Vergleich: Der aktuelle Bedarf liegt bei knapp 98 Millionen Barrel Öl pro Tag.

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Illustration der Erdöl-Gewinnung / Equinor

Und dennoch: Der Klimawandel erfordert ein Umdenken! Equinor ASA scheint den Wandel der Zeit erkannt und einen – durchaus kostspieligen – Transformationsprozess ausgerufen zu haben. So will das Management um Anders Opedal den Staatskonzern zu einem führenden Produzenten beziehungsweise Anbieter von Windkraft umbauen. In den vergangenen Jahren haben die Norweger bereits unzählige Projekte angestoßen und betreiben schon heute Windparks, die genügend Strom für 1 Million Haushalte generieren. Umso erstaunlicher wirkt es, dass das Geschäft mit Erneuerbaren Energien (Renewables) lediglich 1,5 Prozent des aktuellen Umsatzes ausmacht!

Bis 2030 möchte das Unternehmen eine Kapazität im Segment Wind von 16 GW erreichen. Dabei sollen 2/3 der Energie aus sogenannten Offshore Windparks generiert werden. Windfarmen auf hoher See sind bereits weitverbreitet und spielen bei der Auswahl von Windkraft Aktien eine große Rolle. Doch Equinor setzt nicht nur auf die ertragreiche Seeluft, sondern hat sich auf den Betrieb von Floating Windfarmen spezialisiert. Hierbei handelt es sich um schwimmende Plattformen, die deutlich flexibler und zudem kostengünstiger als fest verankerte Plattformen installiert werden können. Denn die bis zu 230 Meter großen (!) Anlagen lassen sich auch in tieferen Gewässern aufstellen, in denen noch stärkere Winde als in Küstennähe herrschen.

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Installation der "Hywind Tampen blade" / Equinor

Die Förderung von Windkraft nimmt bei jeder Equinor ASA Aktie Prognose 2025 und darüber hinaus einen entscheidenden Faktor ein. Denn sobald sich die Ausgaben für die Offshore Anlagen amortisiert haben, stehen dem Konzern enorme Gewinnmargen in Aussicht. Apropos Aussicht: Neben den Windparks, die nicht nur in Nord- und Ostsee, sondern auch im Pazifik, im Atlantik und sogar in ostasiatischen Gewässern „stehen“, sollten auch Wasserstoffprojekte die Kronen sprudeln lassen. Die Equinor ASA Aktie als Wasserstoff Aktie zu bezeichnen, wäre übertrieben, doch erste Projekte wie zum Beispiel eine Kooperation mit der RWE AG untermauern die Bemühungen des Konzerns, neue Energiequellen zu erschließen.

Milliardenmarkt oder Risikofaktor?

Wasserstoff bietet ein enormes Potenzial und gilt mittlerweile als ein Schlüsselelement der globalen Energiewende. Die Produktion von Wasserstoff ist jedoch mit hohen Kosten verbunden, da die Trennung der Wasserstoff- und Sauerstoffatome (Elektrolyse) enorme Mengen Energie benötigt. Insbesondere Grüner Wasserstoff gilt als kostspielig, da hier für die Produktion lediglich Energie aus nachhaltigen Quellen zum Einsatz kommt.

Equinor hat sich deshalb dazu entschlossen, auf das sogenannte Carbon Capture Verfahren zurückzugreifen. So werden zwar fossile Brennstoffe für die Elektrolyse verwendet, doch die freigesetzten CO2-Gase gelangen nicht wieder in die Umwelt (Grauer Wasserstoff), sondern werden eingelagert. Der so entstandene Blaue Wasserstoff ist deutlich günstiger in der Herstellung als Grüner Wasserstoff und könnte zumindest als Übergangslösung einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Klimaneutralität leisten.

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Illustration von der Co2 Einlagerung / Equinor

Derweil betreibt Equinor ein Dekarbonisierungsprojekt in Rostock, in Zusammenarbeit mit der VNG. Das von Equinor gelieferte Erdgas wird für die Elektrolyse genutzt und der reine Wasserstoff weiter in entsprechende Anlagen geleitet. Das „eingefangene“ CO2 hingegen tritt den Rückweg an. Das Ziel sind Carbon Capture Storage Anlagen in der Nordsee. Equinor nutzt in der Tiefsee unter anderem einstige Erdöl & Erdgas Vorkommen, um dort mit Hilfe von Spezialchemie den Kohlenstoff zu binden und zwischen gigantischen Schieferplatten einzulagern.

Sind Carbon Capture Storage Systeme also die Klimaretter von morgen? Leider nein! Die Einlagerung klimaschädlicher Verbrennungsgase mag einen Beitrag dazu leisten, weniger CO2 auszustoßen, doch auf Dauer kann diese Technik nicht die Lösung sein. Denn: Sollten bei der Lagerung der gebundenen Gase Probleme auftauchen, ist durchaus mit einem Austritt aus den Speicherstätten zu rechnen. So stellen zum Beispiel Erd- beziehungsweise Seebeben, aber auch terroristische Anschläge Gefahren dar. Die Dekarbonisierungspläne der Equinor ASA bergen neben Chancen also auch Risiken! Die Auswirkungen einer unkontrollierten CO2-Freisetzung auf den Aktienkurs sind kaum abzuschätzen.

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Standort "Northern Lights" für die Co2 Einlagerung / Equinor

Risikofaktor Ressourcensteuer?

Ein weiteres mögliches Risiko, welches bei der Kaufentscheidung der Equinor ASA Aktie eine Rolle spielen könnte, ist die Möglichkeit einer zusätzlichen Steuer. Ende September 2022 ließ die norwegische Regierung bereits einen Gesetzesentwurf veröffentlichen, demzufolge die heimischen Lachszüchter alsbald eine Sondersteuer auf ihre Erträge zahlen sollen. Unterm Strich müssten dann Konzerne wie Mowi und Salmar 40 Prozent ihrer Gewinne abtreten.

Fossile Brennstoffe und Fischzucht haben auf den ersten Blick wenig gemein. Doch der Schein trügt, denn bei beiden Gütern handelt es sich um natürliche Ressourcen. Und die Nutzung ebendieser Ressourcen möchte Oslo alsbald stärker regulieren! So hat man den Kreis der möglichen Zahler bereits auf die heimischen Wasserkraftwerke erweitert. Allzu unwahrscheinlich ist eine Sondersteuer für Ölkonzerne also nicht. Gegen diese Maßnahme spricht zumindest die Tatsache, dass der Staat Norwegen als größter Aktionär zu den Leidtragenden gehören würde. Schließlich dürften sowohl der Aktienkurs als auch die Equinor Dividende im Falle einer „Ressourcensteuer“ bröckeln.

Kennzahlen in der Übersicht

Ungeachtet des kräftigen Kursanstiegs von gut 30 Prozent im Börsenjahr 2022 ist die Equinor Aktie mit einem KGV von 4 vergleichsweise günstig bewertet. Für das laufende Jahr rechnen Analysten mit einem KGV von 5,2, doch selbst auf Basis dieser Schätzung darf die Equinor Aktie als ein Value Wert bezeichnet werden. Selbiges gilt für das KUV, welches mit 0,65 daherkommt. Lediglich das KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) liegt mit 2,2 über dem branchenüblichen Durchschnitt, was jedoch weniger auf eine Überbewertung als eine Honorierung der global verteilten und somit breit diversifizierten Raffinieren verstanden werden kann. Des Weiteren stimmt die Verschuldung positiv – denn die fällt mit einer Quote von 0,19 negativ aus. Soll heißen: Equinor weist keinerlei laufende Verbindlichkeiten auf und die Eigenkapitalquote liegt über der von Investoren angestrebten 30-Prozent-Grenze.

Neben der finanziellen Stabilität (die Equinor ASA Aktie bringt es gemäß Piotroski-F-Score auf 8 von 9 möglichen Punkten) interessieren auch Umsatz und Gewinn. Auf die letzten fünf Jahre bezogen fällt ein kontinuierliches Umsatzwachstum von durchschnittlich 14,2 Prozent auf, das Gewinnwachstum pro Aktie (EPS) konnte in diesem Zeitraum sogar um 32 Prozent gesteigert werden. Pro Jahr! Der Anstieg mag auch einem breit angelegten Equinor Aktien Rückkaufprogramm geschuldet sein, doch auch ohne der „Verknappung“ von einst 3.3 Milliarden Aktien auf zuletzt 3,1 Milliarden Aktien ist ein deutliches Gewinnwachstum zu erkennen.

Zu guter Letzt punkten die Norweger mit einer ansehnlichen Nettomarge von knapp 16 Prozent sowie einem üppigen Free-Cash-Flow. Mit frei verfügbaren Mitteln von 27,7 Millionen Euro sowie den konstituierten Gewinnen dürfte die Equinor Aktie Dividende von zuletzt 1,6 Euro pro Aktie über die nächsten Jahre gesichert sein.

Equinor Aktie Dividende

Derweil weist die Equinor Aktie eine recht üppige Dividende aus. Bezogen auf den aktuellen Kurs (23 Euro) ergibt sich eine Dividendenrendite von 7,89 Prozent (1,6 Euro). Deutsche Anleger sollten jedoch die Quellensteuer beachten: Satte 25 Prozent werden von den norwegischen Finanzbehörden einbehalten. Zumindest 10 Prozent davon werden deutschen Anlegern aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens gutgeschrieben, die verbleibenden 15 Prozent können sich Investoren über das Standardformular des Finanzamts zurückholen. Doch Vorsicht: Der Aufwand für die Rückerstattung sollte ungeachtet der vergleichsweise unproblematischen Behördenkommunikation nicht unterschätzt werden.

Wer die latente Quellensteuer-Thematik in Kauf nimmt, darf mit der Equinor Aktie Dividende ein solides passives Einkommen generieren, denn entgegen dem Usus für nordeuropäische Unternehmen schüttet die Equinor ASA nicht einmal, sondern viermal im Jahr aus. Und: Im abgelaufenen Jahr erhielten Aktionäre zwei Sondervergütungen, die zuletzt mit einem Bonus von 0,49 Euro die reguläre Ausschüttung deutlich überstiegen.

Für das laufende Jahr gehen Analysten von einer leichten Kürzung aus, doch durch den jüngsten Kursrutsch dürfte sich an der Dividendenrendite wenig ändern. Lässt man die zuletzt gezahlten Sonderdividenden außen vor, fällt zudem eine sehr vernünftige Ausschüttungsquote aus: Rund 20,4 Prozent des Gewinns werden für die Aktionärsvergütung aufgebracht. Ein durchaus angemessener Wert, der auf eine Fortführung der Dividendenpolitik hoffen lässt.

News: Equinor Quartalszahlen

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Der Vorstand bei der Equinor Hauptversammlung 2022 / Equinor

Die im Oktober 2022 vermeldeten Quartalszahlen sorgten für keine großen Überraschungen und wurden größtenteils positiv aufgenommen. So ging die ex Statoil Aktie am Tag der Bekanntgabe mit einem Plus von einem Prozent aus dem Handel. In den folgenden Tagen konnte der Wert nochmals zulegen, um über 5 Prozent.

Im Detail erzielte Equinor im dritten Quartal 2022 ein Betriebsergebnis von knapp 22,5 Milliarden Euro (EPS: 2,67 Euro), ausgehend von einem Umsatz von über 40 Milliarden Euro. Abzüglich sämtlicher Betriebsausgaben und Steuern verblieben 8,7 Milliarden Euro, was zu einer für Ölkonzerne durchaus hohe Nettomarge von über 21 Prozent führte. Grund genug für den Konzern, die Zahlung einer Sonderdividende (Ex-Tag: 9. Januar 2023) anzukündigen.

Die nächsten Equinor Quartalszahlen werden Anfang Februar veröffentlicht. Analysten gehen von einem Ertrag pro Aktie von knapp 1,7 Euro aus, was einem deutlichen Rückgang entspräche. Die Chancen, dass Equinor die Erwartungen schlägt, stehen in Anbetracht der anhaltenden Nachfrage nach dem Kassenschlager der Norweger, Erdöl, durchaus gut.

Equinor ASA Aktie Chart

Der Langfristchart der Equinor Aktie (ex Statoil Aktie) offenbart den stark zyklischen Charakter des Unternehmens. Auf rasanten Rallyes von teils über 500 Prozent wie zwischen 2002 und 2008 folgen regelmäßig Kurseinbrüche, die den Wert innerhalb weniger Monate nahezu halbierten. So geschehen etwa Anfang 2008 zum Beginn der Finanzkrise. Langzeitinvestoren, die dem Staatskonzern die Treue gehalten haben, freuen sich dennoch über eine solide Rendite von über 300 Prozent, bezogen auf den Ausgabepreis von umgerechnet knapp 8 Euro im Januar 2003. Hinzu kommen die zahlreichen Dividenden, die die Einstiegskosten bereits mehr als kompensieren.

In den letzten sechs Monaten ist im Equinor Aktienchart ein deutlicher Abverkauf zu erkennen. Von ihrem Allzeithoch im August bei rund 44 Euro hat die Equinor ASA Aktie 30 Prozent an Wert eingebüßt. Auf Jahressicht notiert der Schein mit einem Kursgewinn von rund 21 Prozent jedoch nach wie vor im Positiven. Angesichts des ersichtlichen Rückgangs mag ein Einstieg lukrativ wirken, doch sowohl der kurzfristige als auch mittelfristige Abwärtstrend sind nach wie vor intakt. Aktiv agierende Anleger sollten die Unterstützung bei 305 NOK (28,59 EUR) beachten. Fällt der Wert unter diesen Bereich, droht ein ungebremster Abverkauf auf bis zu 289 NOK (27,09 EUR). Prallt die Equinor Aktie an der aktuellen Unterstützung ab, ergibt sich ein Upside-Potenzial auf bis zu 340 NOK (31,87 EUR).

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Equinor Aktie Chart 2020 bis 2023 / FinMent

Equinor Aktie Prognose

Den Equinor Aktienkurs sieht der Großteil der Analysten auf einem stabilen Niveau und rät zum Halten der Anteile. Die Befürchtung, dass bei sinkenden Preisen für Erdöl und Erdgas die Einnahmen des Staatskonzerns deutlich sinken, stimmt die Experten pessimistisch. Kaufargumente sind in den kurzfristig orientierten Prognosen demnach spärlich vertreten. In ihrer Equinor Aktie Prognose raten drei Analysten sogar zum Verkauf, wohingegen die Konkurrenz wie Shell, BP und TotalEnergies mit keinem einzigen Verkaufen-Rating belegt sind. Immerhin zeigen sich einige Häuser wie etwa Bernstein Research auch positiv und betonen unter anderem die aussichtsreichen Einnahmequellen durch voranschreitende Windkraft-Projekte. Viele Effekte, die erst in manch einer Equinor Aktie Prognose 2025 einbezogen werden, könnten sich bereits früher im Zahlenwerk bemerkbar machen.

Equinor Aktie Prognose Übersicht

  • Anzahl der Analysten: 25
    • Positiv: 5 (4 x Kaufen, 1 x Aufstocken)
    • Neutral: 15 (15 x Halten)
    • Negativ: 5 (2x Reduzieren, 3x Verkaufen)
    • Ohne Meinung: 1
 
  • Durchschnittliches Kursziel: 36,04 Euro
  • Höchstes Kursziel: 45,43 Euro
  • Niedrigstes Kursziel: 23,89 Euro

Equinor Aktie: Basisdaten

Fazit

Die Equinor ASA Aktie gehört aus fundamentaler Sicht zu den Top Energie Aktien. So überzeugen das sehr günstige KGV sowie KUV. Vor allem aber: Ungeachtet des stark zyklischen Geschäfts mit fossilen Brennstoffen gelingt es dem Management, ein stetiges Umsatzwachstum zu erzielen. Selbiges gilt für den Gewinn! Der enorme Anstieg bei Erdöl und Erdgas bescherte dem Unternehmen zuletzt deutliche Sondergewinne, die allerdings im Aktienkurs bereits wieder ausgepreist zu sein scheinen.

Neben einem erneuten Preisanstieg bei Öl und Gas könnte die Fokussierung auf Erneuerbare Energien alsbald für neue Kursfantasie sorgen. Die Bestrebungen der ehemaligen Statoil, in die nachhaltige Nutzung von Windenergie einzusteigen, sind enorm! Allerdings: Der Bereich Renewables generiert nur einen Bruchteil des Umsatzes. Anleger sollten vor allem auf weitere Kooperationen blicken und unter Umständen tiefer in die Materie eintauchen, um den technologischen Stand des Ölriesen in diesem Bereich beurteilen zu können.

Achten sollten Anleger auch auf die Gefahr einer anfallenden Ressourcensteuer. Zumindest in der geläufigen Equinor Aktie Prognose 2023 spielt dieses Thema offensichtlich eine große Rolle und erklärt die Skepsis der Analysten. Angesichts der staatlichen Unterstützung dürfte das Risiko einer Sondersteuer für die ehemalige Statoil Aktie jedoch begrenzt sein. Weitaus größere Auswirkungen auf den Aktienkurs könnten die Bestrebungen zur Dekarbonisierung haben. Die Speicherung von CO2 im Meeresboden birgt durchaus Chancen, allerdings auch einige Risiken.

Unterm Strich ergibt sich auf dem aktuellen Niveau ein attraktiver Einstiegszeitpunkt. Interessierte Investoren sollten jedoch charttechnische Signale abwarten. Alternativ lohnt sich ein Sparplan. Apropos lohnen: Angesichts der satten und höchstwahrscheinlich stabilen Equinor Dividende lohnt sich die ehemalige Statoil Aktie insbesondere für Anleger, die ein passives Einkommen schätzen.

Richtig in Energie Aktien wie Equinor investieren: So geht’s …

Bildquelle(n): Equinor, shutterstock

Equinor Aktie: Stammdaten

  • Ticker-Symbol: STOHF
  • WKN: 675213
  • ISIN: NO0010096985
  • Anzahl der Aktien: 3,26 Mrd.
  • Streubesitz: 30,1%

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