Die Top 7 der Öl Aktien und Gas Aktien 2023: Fossile Ressourcen stillen (noch) den Energiehunger der Welt

Diese Gas- und Öl-Aktien profitieren vom „flüssigen Gold“?

arbeiter mit schutzhelm neben einer flamme auf der bohrinsel
Erdölgewinnung auf einer Bohrplattform / shutterstock

Öl- und Gas-Aktien profitieren von Engpässen an den Energiemärkten

Die explodierenden Energiepreise führten dazu, dass Öl- und Gasaktien 2022 bis zur Jahresmitte zu den Gewinnern an den Börsen gehörten. Zu den starken Preisanstiegen haben insbesondere der Einmarsch Russlands in die Ukraine und die darauffolgenden Sanktionen beigetragen, denn dadurch kam es zu einer Verknappung des Angebots an Energierohstoffen. Die Lage hat sich insgesamt etwas beruhigt, weil der Ausfall der russischen Energieträger teilweise kompensiert werden konnte. So schreitet der Ausbau erneuerbarer Energien weltweit voran und speziell in Deutschland ermöglichen die neuen LNG-Terminals nun auch Erdgaslieferungen aus anderen Ländern als Russland. Zusätzlich stärkten verlängerte Laufzeiten für drei deutsche Kernkraftwerke die Versorgungssicherheit im Winter 2022/23. 

Es gibt jedoch weitere Faktoren, welche die Preisrallye bei Öl und Gas sowie den dazugehörigen Aktien befeuert haben. So hatte beispielsweise der historische Einbruch des weltweiten Energieverbrauchs in den ersten Monaten der Covid-19-Krise im Jahr 2020 die Preise vieler Energierohstoffe auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten fallen lassen. Viele Öl- und Gas-Unternehmen hatten daraufhin ihre Investitionen und Kosten gesenkt und beispielsweise die Zahl der Bohrlöcher reduziert. Da es anschließend zu einer überraschend schnellen Erholung der Weltwirtschaft kam, konnte das Angebot nicht Schritt halten, so dass sich die Ölpreise bereits vor dem Ukraine-Krieg stark nach oben entwickelt hatten. In den kommenden Jahren dürften Engpässe bei fossilen Energieträgern auf der Tagesordnung bleiben, zumal ein Ende des Krieges in der Ukraine nicht abzusehen ist.

Öl und Gas – wichtige Rohstoffe für die Weltwirtschaft

Wozu brauchen wir Öl und Gas?

Öl und Gas sind seit Mitte der 1950er-Jahre die wichtigsten Energieträger weltweit. Sie werden zum Heizen, für die Mobilität und zur Stromerzeugung eingesetzt. Darüber hinaus ist Erdöl die Basis zur Herstellung fast aller chemischer Produkte wie Kunststoffe, Reinigungsmittel, Farben sowie Medikamente. Bei Öl und Gas handelt es sich um fossile Energieträger, die im Verlauf von mehreren Hundert Millionen Jahren unter hohem Druck und hoher Temperatur aus organischem Material entstanden sind.

erdöl tiefpumpe
Erdöl-Tiefpumpe / shutterstock

Wie lange reichen Öl und Gas?

Fossile Ressourcen sind nicht erneuerbar, das bedeutet, dass ihr Vorrat begrenzt ist und irgendwann zur Neige gehen wird. Auf dieser Erkenntnis basiert die Peak-Oil-Theory von Marion King Hubbert, einer Geologin des Shell-Konzerns, die im Jahr 1956 vorhersagte, dass die globale Rohölproduktion, etwa um die Jahrtausendwende ihren Höhepunkt erreichen sollte und anschließend in einer glockenförmigen Kurve zurückgehen würde. Tatsächlich haben technologische Revolutionen im Ölgeschäft die förderbaren Reserven seitdem erheblich erhöht und die Förderraten aus neuen und alten Bohrlöchern stiegen signifikant an. So ist es heute beispielsweise möglich, die Ausbeute der Lagerstätten mittels der Fracking-Methode zu erhöhen. Dabei wird Wasser mit hohem Druck in die Sedimente eingespritzt, wodurch deren Durchlässigkeit verbessert und die Förderung erleichtert wird. Hinzu kommen neu entdeckte Lagerstätten, die durch innovative Explorationsmethoden gefunden wurden und werden. Aktuelle Schätzungen deuten darauf hin, dass der Höhepunkt der Produktion von Öl und anderen fossilen Brennstoffe noch ein gutes Stück in der Zukunft liegt. Doch früher oder später wird zum Tragen kommen, dass die Öl- und Gasreserven endlich sind.

Sind Öl- und Gasvorkommen Grund für Konflikte?

Länder, die viel Öl produzieren oder große Reserven besitzen, sind für andere, die von Energieimporten abhängig sind von großer strategischer Bedeutung. Entsprechend kommt es in diesen Regionen auch immer wieder zu militärischen Interventionen. Die Geschichte der Ölkonflikte begann mit der Entdeckung der ersten Erdölfelder im heutigen Iran und auf der Arabischen Halbinsel vor und nach dem ersten Weltkrieg. Damals teilten die Kolonialmächte ihre Einflusssphären untereinander auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg änderten sich die politischen Machtverhältnisse und britische sowie US-amerikanische Erdölkonzerne steckten ihre Claims ab. Die Wettbewerber aus Frankreich, den Niederlanden und Italien spielten eher Nebenrollen. Einigkeit bestand allerdings darin, dass die westlichen Industrienationen die Oberhand über die Ressourcen behalten sollten. Dies wiederum veranlasste den iranischen Ministerpräsidenten Mohammed Mossadegh zu Bestrebungen, die Erdölproduktion seines Landes zu verstaatlichen. 1953 erfolgte deshalb ein vom US-Auslandsgeheimdienst CIA initiierter Putsch. Dieser hatte zur Folge, dass Großbritannien die Kontrolle über das iranische Erdöl vorerst behalten konnte. Um den Einfluss der westlichen Politik zu verringern erfolgte 1960 die Gründung der OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries). Immer wieder gibt es seitdem Unruhen und Kriege im Nahen Osten, bei denen der Rohstoff Öl eine Haupt oder Nebenrolle spielt.

großes ölfass mit dem opec logo neben kleineren gestapelten ölfässern mit landesflaggen
OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries)

Mit dem Fracking sind die USA in den Jahren 2020 und 2021 zum Nettoölexporteur geworden, so dass sich die Interessenlage der US-Regierung gewandelt hat. In Europa hingegen besteht nach wie vor eine große Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Die durch die Ölförderung verursachte Umweltzerstörung hat viele Investoren veranlasst, im Rahmen der ESG-Einstufung (ESG kurz für „Ethics, Social & Governance) auf Öl- und Gasaktien zu verzichten. Auch beim aktuellen Krieg in der Ukraine stehen fossile Ressourcen im Fokus, nicht nur weil der russische Staat sich und damit seine Waffenproduktion Großteils über Energieexporte finanziert. Nun zielen das Embargo seitens der USA und Großbritanniens sowie der Verzicht auf die Inbetriebnahme der Gas-Pipeline Nordstream 2 darauf ab, die Geldzuflüsse für Russland zu stoppen. Bereits zuvor hatten Zwischenhändler, Transportdienstleister und Versicherungen aus Furcht vor Sanktionen das Geschäft mit russischen Energieträgern teilweise auf Eis gelegt. Darüber hinaus gibt es auch in Deutschland Forderungen, auch auf die nach wie vor stattfindenden Energielieferungen aus Russland zu verzichten. Der Umstieg auf andere Lieferanten ist allerdings mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Zudem sind viele Öl- und Gasexporteure in Ländern zuhause, die sich in der Vergangenheit gleichfalls als Konfliktherde erwiesen haben. Hinzu kommt, dass momentan unklar ist, wie ergiebig das in den USA praktizierte Fracking in den kommenden Jahren sein wird. Eine deutliche Entlastung auf den Energiemärkten könnte es allerdings geben, falls bisher sanktionierte Länder wie Iran oder Venezuela wieder Zugang zu den Weltmärkten erhalten würden. Ähnlich zu beurteilen wäre ein Frieden in der Ukraine. Womöglich könnten sich die westlichen Staaten entschließen, die Sanktionen gegen Russland dann schrittweise zu lockern, um Reparationszahlungen an die Ukraine sowie die Reform von Wirtschaft und Staatswesen zu finanzieren.

Umweltprobleme bei der Verbrennung von Öl und Gas

Gerade das oben genannte Fracking steht im Verdacht, Böden dauerhaft zu kontaminieren. Auch die Ausweitung der Förderung auf bisher unberührte Gebiete kann Umweltschäden verursachen, von denen die Natur sich – wenn überhaupt – nur in sehr langen Zeiträumen erholen kann. In diesem Zusammenhang sind insbesondere Tiefsee-Bohrungen zu nennen, da sich die dortigen Ökosysteme wegen niedrigen Stoffwechselraten, langsamen Wachstumsraten und späterer Reifewesentlich langsamer als in Flachwassergebieten entwickeln. Tiefseelebensräume beherbergen zudem häufig sehr seltene Tier- und Pflanzenarten, die durch schädliche Umwelteinflüsse in ihrer Existenz bedroht werden.

Emissionen aus der Erdölindustrie treten in jeder Stufe der Erdöl-Wertschöpfungskette auf, von der Förderung bis zum Verbrauch. In der Extraktionsphase werden durch das Entlüften und Abfackeln unter anderem Methan, Kohlendioxid, Stickoxide und Aerosole freigesetzt.  Bei der Verbrennung entstehen weitere Schadstoffe, die Mensch und Umwelt beeinträchtigen.

Insbesondere wegen der Klimaschädlichkeit als Folge des emittierten Kohlendioxids werden Öl- und Gasaktien hinsichtlich der ESG-Kriterien kritisch gesehen. Es gibt zwar Bemühungen, verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen, jedoch reichen diese gegenwärtig noch bei Weitem nicht aus, um fossile Energieträger vollständig zu ersetzen und Klimaneutralität zu erreichen.

darstellung der esg kriterien
ESG (Environment-Social-Governance) Grafik / shutterstock

In Öl- und Gas-Aktien investieren: Das sollten Sie beachten.

Öl und Gas liegen meist zusammen in den Sedimenten vor und werden daher oft gemeinsam gefördert. Viele Unternehmen haben daher beide Rohstoffe im Sortiment. Die Aktienkurse der Öl- und Gasfirmen korrelieren naturgemäß stark mit den Preisentwicklungen der Rohstoffe. In unserem Fokus stehen Konzerne, die die komplette Wertschöpfungskette von der Förderung bis zum Vertrieb an die Endverbraucher abdecken. Viele von diesen „Big Oil“ Konzernen kommen auf einen sehr hohen Börsenwert und sind finanzstark genug, um auch in Krisenzeiten flexibel agieren zu können. Darüber hinaus gibt es natürlich auch etliche Firmen, die sich auf einzelne Aspekte wie die Förderung, den Transport oder die Weiterverarbeitung spezialisiert haben. Viele große Öl- und Gas-Konzerne haben die Zeichen der Zeit erkannt und diversifizieren ihr Geschäft in Richtung erneuerbarer Energien. Da die Wachstumspotenziale meist beschränkt und die Preisschwankungen groß sind, zahlen viele Unternehmen eine attraktive Dividende.

person tankt ein auto an einer royal dutch shell tankstelle anzeige
Shell Recharge E-Mobilität / Shell plc

Die besten Öl- und Gas-Aktien-ETFs

Die Vielzahl der Einflussfaktoren auf den Öl- und Gasmarkt ist für Privatinvestoren kaum zu überblicken. Bei Einzelaktien kann es zu starken Kursschwankungen kommen. Ein Beispiel ist der Kursrutsch der BP-Aktie im April des Jahres 2010 infolge eines Unfalls auf der Ölbohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Anleger, die vom Öl- und Gas-Sektor überzeugt sind, aber die Risiken von Einzelinvestments meiden möchten, sind gut beraten, in einen Exchange Trade Fund (ETF) zu setzen, der in Öl- und Gas-Aktien investiert.

Der Invesco European Oil & Gas Sector UCITS ETF (IE00B5MTWH09) fokussiert sich auf den europäischen Energiesektor. Der Kurszuwachs in 2022 fällt mit rund 30 Prozent etwas stärker aus als im Vorjahr  und in den ersten sechs Wochen des neuen Jahres 2023 verstärkte sich diese Entwicklung noch einmal. Die Marktkapitalisierung des ausschüttenden ETFs beträgt 10 Millllionen EUR.

Der SPDR S&P US Energy Select Sector UCITS ETF (IE00BWBXM492) hat seinen Fokus auf Gas- und Öl-Aktien aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Am stärksten vertreten sind die Wertpapiere von Exxon Mobile, Chevron und Schlumberger. Der Kurszuwachs in 2022 lag bei fast 74 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 587 Millionen EUR. Der ETF ist thesaurierend, das bedeutet, dass Dividendenerträge reinvestiert werden.

Der iShares Oil & Gas Exploration & Production UCITS ETF (IE00B6R51Z18) ist geografisch breiter aufgestellt und investiert weltweit in den Energiesektor, wobei Öl- und Gasaktien aus den USA dominieren. Gewichtigste Positionen sind EOG Resources, Conoco Phillips und CDN Natural Resources. Im Jahr 2022 legte der Kurswert des ETFs um über 48 Prozent zu. Die Marktkapitalisierung des ebenfalls thesaurierenden ETFs liegt aktuell bei 366 Millionen EUR.

Öl- und Gas-Aktien-ETFsISINBörse
iShares STOXX Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF (DE)IE00B5MTWH09XETRA
SPDR S&P US Energy Select Sector UCITS ETFIE00BWBXM492XETRA
iShares Oil & Gas Exploration & Production UCITS ETFIE00B6R51Z18XETRA

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Welche Öl- und Gas-Aktien kaufen?

Aktienempfehlungen: Die Top Seven Öl- und Gas-Aktien

Bei unserer Auswahl der besten Öl- und Gas-Aktien setzen wir ausschließlich auf Wertpapiere aus den USA, Kanada und Westeuropa. Es sollte erwähnt werden, dass einige der kapitalstärksten Unternehmen wegen länderspezifischen Risiken derzeit nicht in die engere Auswahl kommen:

  • Die russischen Unternehmen Gazprom, Lukoil und Rosneft, aufgrund der von der internationalen Gemeinschaft verhängten Sanktionen. So ist es in westlichen Ländern praktisch unmöglich, Gazprom-Aktien oder andere russische Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen, da der Handel ausgesetzt ist.

  • Die chinesischen Öl- und Gaskonzerne PetroChina und Sinopec. Aktien aus dem Reich der Mitte stehen wegen der angespannten Beziehungen zu den USA seit Jahren unter Druck.

  • Saudi Aramco: mit 1,9 Billionen USD Marktkapitalisierung das weltweit größte Unternehmen der Branche. Die Aktien werden seit dem Börsengang im Dezember 2019 an der Börse in Riad gehandelt. Der saudische Staat ist mit 98 Prozent nach wie vor Mehrheitseigner.

Weitere Kriterien für unsere Aktienauswahl sind eine stabile langfristige Wertentwicklung und gute fundamentale Kennzahlen.

Charttechnisch haben wir im Zuge des Corona-Crashs im Frühjahr 2020 einen deutlichen Abverkauf bei vielen Gas- und Öl-Aktien und eine anschließende starke Erholung gesehen. Ab Februar 2022, nach ach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine kam es zu enormen Preissprüngen Die militärisch-politische Gemengelage wird für den weiteren Verlauf der Energiepreise kurzfristig tonangebend sein. Mittelfristig sollte aber auch die Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien nicht aus dem Auge gelassen werden.

7. Shell-Aktie (ex Royal Dutch Shell)

Wir beginnen auf Platz 7 mit Shell, dem mit einer Marktkapitalisierung von 201 Milliarden EUR größten Energieunternehmen Europas. Shell ist an Explorations- und Förderprojekten von Erdöl und Erdgas in rund 70 Ländern beteiligt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in London verzichtet inzwischen auf Grund des starken politischen Drucks auf Öl- und Gasimporte aus Russland. Auch die dortigen Tankstellen wurden geschlossen. Der Konzern will bis 2050 komplett CO2-frei wirtschaften, verkauft daher Beteiligungen an Raffinerien und investiert beispielsweise kräftig in Anlagen für die Produktion von Wasserstoff und Biokraftstoffen.

Nachdem im Jahr 2020 Corona-bedingt ein Verlust zu verzeichnen war konnte im Folgejahr 2021 bei einem zweistelligen Umsatzzuwachs bereits wieder ein Ergebnis über dem Vorkrisenniveau erzielt werden. Dieses wurde 2022 mit einem neuen Rekordgewinn noch einmal übertroffen. Die Dividendenrendite schwankte zuletzt im Bereich von etwa vier Prozent. Größte Anteilseigner sind institutionelle Anleger wie SAFE Investment Co. Ltd. und der Vanguard Wellington Fund. Im Jahr 2022 legte die Shell Aktie rund 37 Prozent zu. Das Wertpapier befindet sich derzeit in einer übergeordneten Seitwärtsrange. Rücksetzer könnten bei einer weiter ansteigenden Nachfrage nach Energierohstoffen Long-Einstiege ermöglichen. Der Konzern hat erst kürzlich ein neues Aktienrückkaufprogramm angekündigt, das die Kursentwicklung positiv beeinflussen könnte.

shell aktienchart und dessen verlauf
Shell Aktien Chart 2020 - 2023 / FinMent

6. Suncor-Aktie

Auf Platz 6 folgt Suncor Energy mit Sitz im kanadischen Calgary, ein integrierter Energiekonzern mit einer derzeitigen Marktkapitalisierung von fast rund 40 43 Milliarden EUR. Das Unternehmen ist in den Bereichen Öl, Gas und erneuerbare Energien tätig. Suncor baut im Athabasca-Becken in North Alberta Ölsand ab und produziert in eigenen Raffinerien Diesel und Schwerölprodukte. Der Vertrieb erfolgt unter anderem über ein Netz von 1500 Tankstellen in Kanada. Seit über 20 Jahren erfolgen auch Investitionen in Windkraftprojekte. Dazu betreibt Suncor Energy seit dem Jahr 2006 Kanadas größte Ethanolanlage und gehört damit zu den bedeutendsten Produzenten regenerativer Kraftstoffe.

2020 gab es – wie bei vielen anderen Energieunternehmen – einen Verlust zu verzeichnen. 2021 lag der Gewinn dann bei einem gleichzeitigen Rekordumsatz bereits über dem Vor-Corona-Jahr und für 2022 wird noch einmal eine Steigerung erwartet. Aufgrund der guten Kassenlage konnte ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm gestartet werden. Die Anleger erfreuen sich zudem an regelmäßigen Dividendenzahlungen. Hauptaktionäre sind Fidelity (Canada) Asset Management ULC, Dodge & Cox und Public Investment Fund. Die Suncor Aktie verzeichnete 2022 einen Kursanstieg von rund 24 Prozent. Beim derzeitigen Rücksetzer könnten sich interessante langfristige Einstiegschancen bieten.

suncor energy aktienchart und dessen verlauf
Suncar Energy Aktien Chart 2020 - 2023 / FinMent

5. EOG Resources-Aktie

Auf Rang 5 sehen wir EOG Resources aus Houston in Texas. Das Unternehmen verfügt über eine Marktkapitalisierung von etwa 73 Milliarden EUR und fördert Öl und Gas. Regionaler Schwerpunkt der Aktivitäten ist neben den Vereinigten Staaten von Amerika Trinidad und Tobago. Das Unternehmen ist überzeugt, dass fossile Ressourcen auf Dauer eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung spielen werden und beschäftigt sich daher mit Technologien zur Speicherung von Kohlendioxid.

Nach dem Verlustjahr 2020 wieder schwarze Zahlen gemeldet werden und für 2022 wird noch einmal ein Plus von 60 Prozent erwartet. Die für 2022 erwartete Dividendenrendite für beträgt 6,8 Prozent. Die institutionellen Anleger mit den meisten EOG-Resources-Aktien im Portfolio sind RBC Global Asset Management, Inc., Dodge & Cox und 1832 Asset Management LP.. Mit einem Kursplus von rund 34 Prozent profitierte das Unternehmen 2022 von den gestiegenen Preisen im Energiesektor. Nach einem Rücksetzer kurz vor dem Jahreswechsel notiert das Wertpapier derzeit in einer neutralen Seitwärtsbewegung, könnte aber für Long Trades bald wieder attraktiv werden.

EOG Resources aktienchart und dessen verlauf
EOG Resources Aktien Chart 2020 - 2023 / FinMent

4. Equinor-Aktie

Platz 4: Equinor. Die Norweger gehören mit einer Marktkapitalisierung von knapp 96 Milliarden EUR zu den führenden europäischen Unternehmen im Öl- und Gas-Geschäft. Ein geografischer Schwerpunkt ist der norwegische Kontinentalschelf. Der Konzern beschäftigt sich aber auch mit Technologien zur Speicherung von Kohlendioxidemissionen, mit erneuerbaren Energien wie Wasser– und Windkraft sowie mit der Kernfusion. Zuletzt wurde aufgrund des Ukraine-Kriegs der Stopp der eigenen Aktivitäten in Russland eingeleitet. Unter anderem verkündete man den Ausstieg aus einem Joint Venture mit dem russischen Konzern Rosneft. Darüber hinaus will man zusätzliches Erdgas Richtung Mitteleuropa liefern. Die Behörden haben bereits die notwendige Erhöhung der Fördermengen genehmigt.

Dank erneuten Rekordzahlen bei Umsatz und Gewinn in 2022 sind die schwächeren Jahre bis 2020 längst vergessen. Die Dividendenrendite 2022 liegt bei 7,6 Prozent. Das Unternehmen mit Sitz in Stavanger wurde 1972 als Staatskonzern gegründet und noch immer befinden sich rund 69 Prozent der Unternehmensanteile in staatlicher Hand. Der Kurswert der Equinor-Aktie stieg 2022 um rund 41 Prozent an. Nach dem jüngsten Rücksetzer stabilisiert sich die Aktie derzeit und könnte  mit dem nächsten Kursschub wieder nach oben laufen.

equinor aktienchart und dessen verlauf
Equinor ASA Aktien Chart 2020 - 2023 / FinMent

3. ConocoPhillips -Aktie

Auf Platz 3 finden wir ConocoPhillips aus Houston in Texas, den drittgrößten Öl- und Gaskonzern in den USA mit einem aktuellen Börsenwert von rund 131 Milliarden USD. Seit der Aufspaltung im Jahr 2012 beschäftigt sich das Unternehmen ausschließlich mit dem Upstream-Geschäft, das heißt mit der Exploration neuer Ölquellen und der Förderung des Rohstoffs in etlichen Ländern der Welt. 18 Raffinerien und das Netz von weltweit über 20.000 Tankstellen – in Deutschland und in Österreich unter der Marke „JET“ – gingen bei der Aufspaltung an die Phillips 66 Company.

Auch bei ConocoPhilipps lagen die Zahlen im Jahr 2021 bereits deutlich über dem Niveau vor der Pandemie. Für 2022 konnten mit einer Umsatzsteigerung von 145 Prozent und einem Gewinnplus von 144 Prozent neue Rekordmarken gemeldet werden. Die Dividendenrendite beträgt für das Jahr 2022 auf dem aktuellen Kursniveau rund1,6 Prozent. Rund 63 Prozent der ConnocoPhillips-Aktien befinden sich im Streubesitz. Größte Einzelaktionäre sind institutionelle Investoren wie SSgA Funds Management, BlackRock Fund Advisors und Capital Research & Management Co. C. 2022 legte die ConocoPhillips-Aktie fast 61 Prozent zu. Momentan ist das Wertpapier charttechnisch abgerutscht, so dass für Long-Einstiege Stärkesignale abgewartet werden sollten.

conocophillips aktienchart und dessen verlauf
ConocoPhillips Aktien Chart 2020 - 2023 / FinMent

2. Occidental-Petroleum-Aktie

Unsere Nummer 2 ist Occidental Petroleum mit Sitz in Houston, ein Unternehmen, das ebenfalls auf die Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas spezialisiert ist. Daneben hat Occidental Petroleum aber auch Tochterfirmen, die sich auf die Fertigung von Basischemikalien konzentrieren. Die Förderstätten liegen im texanischen Permian Basin, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, im Oman und in Kolumbien. Der aktuelle Börsenwert liegt bei 56 Milliarden USD.

Nach zwei schwachen Jahren wurde 2021 wieder ein Umsatzwachstum und ein Gewinn gemeldet. Nach derzeitigen Schätzungen soll für 2022 ein sattes Gewinnplus von rund 700 Prozent erwirtschaftet worden sein. Die Dividendenrendite für das Jahr 2022e beträgt allerdings nur magere 0,9 Prozent. Die größten Aktionäre sind Berkshire Hathaway von Warren Buffet, Dodge & Cox und The Vanguard Group,. Im vergangenen Jahr hat Buffets Investmentvehikel seine Anteile auf rund 21 Prozent aufgestockt. Der Star-Investor Carl Icahn hingegen hat seine Aktien komplett abgestoßen. Es kursierten auch Gerüchte über eine vollständige Übernahme von Occidental Petroleum durch Berkshire Hathaway. Neben den Veränderungen in der Aktionärsstruktur sorgte vor allem der Krieg in der Ukraine für den Kursanstieg von circa 117 Prozent im Jahr 2022. Nach dem jüngsten Rücksetzer hat sich die Aktie wieder in der Seitwärtsrange stabilisiert und ist auf jeden Fall ein Kandidat für die Watchlist.

occidential petroleum aktienchart und dessen verlauf
Occidential Petroleum Aktien Chart 2020 - 2023 / FinMent

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1. Chevron-Aktie

Die Spitzenposition auf Platz 1 erhält die Chevron-Aktie. Das Unternehmen ist nach Exxon Mobile in puncto Marktkapitalisierung mit 308 Milliarden EUR das zweitgrößte US-Unternehmen der Branche und weltweit in über 180 Ländern aktiv. Hauptsitz ist in San Ramon in Kalifornien. Ende Februar 2022 verkündete man die Übernahme der Renewable Energy Group, einem führenden Hersteller von erneuerbaren Kraftstoffen.

Auch bei Chevron gab es Verluste im Jahr 2020 und eine Rückkehr in die Gewinnzone im Folgejahr. 2022 wurde dann ein Umsatzplus von 51 Prozent sowie eine Gewinnsteigerung von 125 Prozent erzielt.. Größter Anteilseigner ist SSgA Funds Management. Die Kurssteigerung von rund 50 Prozent im Jahr 2022 ist auch hier auf die Verknappung fossiler Energieträger nach den Sanktionen gegen Russland zurückzuführen.. Sobald die Öl- und Gaspreise wieder anziehen dürfte das Wertpapier seine seit der letzten Januarwoche andauernde Schwächephase überwinden und wieder zu den Kaufkandidaten gehören.

chevron aktienchart und dessen verlauf
Chevron Aktien Chart 2020 - 2023 / FinMent

Öl- und Gas-Aktien-Liste: Sieben Top-Picks aus der Sektor Öl und Gas

In der folgenden Öl- und Gas-Aktien-Tabelle finden Sie sieben Werte mit hervorragender strategischer Positionierung.

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Öl- und Gas-AktienISINBörse
Shell plcGB00BP6MXD84Euronext Amsterdam
Suncor EnergyCA8672241079NYSE
EOG ResourcesUS26875P1012NYSE
EquinorNO0010096985Oslo Stock Exchange
ConocoPhillipsUS20825C1045NYSE
Occidential PetroleumUS6745991058NYSE
ChevronUS1667641005NYSE

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Bildquelle(n): shutterstock, shell, statista

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