Gazprom Aktie: Dividende, Unternehmen, Entwicklung und Prognose 2021
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Gazprom Aktie: Dividende, Unternehmen, Entwicklung und Prognose 2021

Gazprom ist ein russischer Erdgaskonzern und gehört zu den größten Energieunternehmen weltweit. Mehr als 25 Prozent der weltweit gesicherten Vorkommen an Erdgas befinden sich in Gazprom-Besitz. Alleine in Russland fördert Gazprom mehr als 90 Prozent des Erdgases des Landes. Das Unternehmen ist weiterhin bekannt für seine enorme Pipeline-Infrastruktur mit einer Gesamtlänge von über 161.000 Kilometern. Die Gazprom Prognose ist unter anderem abhängig von der Debatte um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, die politisch umstritten ist. Die Gazprom Aktie (WKN: 903276 , ISIN: US3682872078) zeigt eine langfristig steigende, über kurzfristige Zeiträume aber auch volatile Entwicklung. Neben dem reinen Aktienkurs ist insbesondere die Dividende interessant, die eine attraktive Dividendenrendite verspricht.

Gazprom Aktie: Kennziffern und Symbole

WKN: 903276 , ISIN: US3682872078, Ticker-Symbole: deutsch: GAZ, international: OGZPY

Gazprom Aktie Kurs

Gazprom: ein russischer Erdgas-Riese im Überblick

Die PAO Gazprom mit Hauptsitz in der russischen Hauptstadt Moskau stellt das weltgrößte Erdgasförderunternehmen dar. Mit einer Marktkapitalisierung von 98 Milliarden US-Dollar (Stand: 2019) ist es eines der größten europäischen Unternehmen überhaupt. Zudem stellt die PAO Gazprom einen der größten Arbeitgeber der russischen Föderation dar (2019: 473.000 Mitarbeiter). Gazprom besitzt mehr als ein Viertel der weltweit gesicherten Erdgasvorkommen und fördert etwa 90 Prozent des russischen Gases.

Die russische Föderation besitzt 50 Prozent und eine Aktie am Konzern. Weiterhin hat der Staat die Mehrheit der Sitze im Gazprom-Aufsichtsrat. Gelistet ist die Gazprom-Aktie im RTS-Index.

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Produktion und wirtschaftliche Bedeutung

Da Gazprom das russische Erdgas-Pipelinenetz kontrolliert, handelt es sich de facto um ein Export-Monopol. Sämtliche anderen russischen Erdgas-Unternehmen sind auf das Gazprom-Netz angewiesen. Dies betrifft sowohl unabhängige Unternehmen als auch Gazprom-Beteiligungen. Im Jahr 2019 handelte es sich bei Gazprom eigenen Angaben zufolge um zirka 501,2 Milliarden Kubikmeter produzierten Gases. Insgesamt wurden 2019 etwa 679 Milliarden Kubikmeter Gas gefördert, unter Mitberücksichtigung des Gases anderer Erdgasproduzenten.

Im Jahr 2020 förderte Gazprom nach eigenen Angaben 453,5 Milliarden Kubikmeter an Erd- und Begleitgas. Weiterhin wurden 16,3 Milliarden Tonnen Gaskondensat gefördert. Hinzu kamen 42,6 Millionen Tonnen Erdöl.

Mit Stand zum Jahr 2020 befand sich Gazprom mit einem Umsatz von 122,6 Milliarden US-Dollar sowie einem Profit von 22,7 Milliarden US-Dollar auf Rang 32 der Forbes Global 2000 der weltgrößten Unternehmen.

Wie eine Studie aus dem Jahr 2019 offenlegte, zeigte Gazprom seit 1965 den weltweit dritthöchsten Ausstoß an CO2-Äquivalent mit 43,23 Milliarden Tonnen.

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Geschäftsbereiche und Produkte

Der wichtigste, nicht jedoch einzige Geschäftsbereich, ist die Produktion und Förderung von Erdgas. Weltweit ist Gazprom der größte Gasexporteur. Im Geschäftsbereich Erdgas existieren nur wenige andere Handels- und Fördergesellschaften. Alleine die russische Erdgasförderung durch Gazprom entspricht etwa einem Fünftel der weltweiten Erdgasförderung.

Neben den Geschäftsbereichen Erdgas und Erdöl ist Gazprom in so unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern wie Stromwirtschaft, Medien sowie Bankwesen tätig. Gazprom sieht sich daher oft einer Kritik seiner Unternehmenspolitik ausgesetzt. Kritiker fordern häufig, die Gazprom-Unternehmensführung solle sich auf die Energiebranche konzentrieren. Der Kritikpunkt bezieht sich insbesondere auf das Risiko der Unüberschaubarkeit sowie der Korruption. Die Aktivitäten gelten als stark politisch beeinflusst. Wie aus einer Bankanalyse aus dem Jahr 2018 hervorgeht, profitieren in erster Linie die Bauunternehmer von den Investitionen in Projekte wie Nord Stream 2, Turkish Stream oder Kraft Sibiriens.

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Ziele und Strategie

Gazprom verfolgt eigenen Angaben zufolge in erster Linie den Grundsatz, die Erdgasmengen zu fördern, die der Nachfrage entsprechen. Die wichtigsten strategischen Förderregionen sind langfristig Ostsibirien, der ferne Osten, die Halbinsel Jamal sowie der russische Kontinentalschelf (flacher, küstennaher Meeresboden).

Der Konzern achtet bei seiner Strategie zur Erschließung von Lagerstätten auf seine Wirtschaftseffizienz. Dabei wird der zeitgleiche Ausbau der Förderkapazitäten berücksichtigt. Ebenso ist die Effizienz bedingt durch die Optionen für Transport, Speicherung sowie komplexe Verarbeitung von Erdgas. Das strategische Ziel der Etablierung als Spitzenreiter unter den Energieunternehmen soll auch durch Diversifikation der Absatzmärkte sowie Investitionen in Energiesicherheit und nachhaltige Entwicklung realisiert werden.

Die Gazprom-Führung strebt an, den Konzern zum global führenden Energie-Unternehmen auszubauen. Dabei bleibt das Geschäft nicht auf Russland oder den Export des Erdgases aus Russland reduziert. Über die Export-Gesellschaft Gazprom-Export will der Konzern die Auslands-Aktivitäten intensivieren. Dazu gehört auch der Vertrieb von Energie direkt an Endverbraucher. Über die vergangenen Jahre hat Gazprom über das Erdgas-Geschäft wichtige Beteiligungen im Bereich Öl (Sibneft) sowie Strom erworben.

Unternehmensstruktur und Tochtergesellschaften der PAO Gazprom

Die PAO Gazprom hält 61 hundertprozentige Tochtergesellschaften. An 45 weiteren Firmen hält Gazprom die Mehrheit der Anteile. Insgesamt ist Gazprom an 69 Unternehmen beteiligt. Dazu gehört unter anderem die Horizon Investment Company. Zu den wichtigsten Tochtergesellschaften der PAO Gazprom gehören Gazprom Germania, die Nord Stream AG, South Stream, Gascade, Gazprom Neft (ehemals Sibneft), WINGAS, Gascade, Gazprombank, Gazprom Space Systems, Gazpromavia, Armrosgazprom, NIGAZ und Gazprom Export.

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Stellenwert der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2

Im Hinblick auf die Gazprom Aktie ist bei der Prognose auch das Projekt Nord Stream 2 im Fokus. Die seit Jahren umstrittene Ostsee-Pipeline vom russischen Wyborg bis Lubmin (bei Greifswald) ist Gegenstand heftiger politischer Meinungsverschiedenheiten. Diese trugen auch dazu bei, dass das Bauvorhaben immer wieder verzögert wurde. Deutliche Kritik kommt von der US-Regierung. Diese wirft vor allem Europa vor, sich mit Nord Stream 2 zu sehr von Russland abhängig zu machen. In einer deutsch-US-amerikanischen Vereinbarung sind Sanktionen gegen Russland vorgesehen, für den Fall, dass die Erdgas-Pipeline als geopolitische Waffe zum Einsatz kommen sollte. Auch die Sanktionen haben Auswirkungen auf die Gazprom Aktie und ihre Prognose.

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Nord Stream 2 als Beitrag zur Unabhängigkeit

Nord Stream 2 verläuft etwa parallel zur älteren Pipeline Nord Stream 1 und ist von Russland mit dem gleichen Ziel gebaut worden: es geht um Unabhängigkeit vom lange wichtigsten Transitland Ukraine. Bei Erdgas-Lieferungen nach Europa spielte die Ukraine als Transitland eine wichtige Rolle. Die russische Regierung hat zudem immer wieder moniert, dass die Ukraine die marode gewordenen eigenen Erdgas-Leitungen vernachlässige und nicht saniere.

Die Ukraine ist ihrerseits als relativ finanzschwache Region angewiesen auf die Einnahmen aus den Transitgebühren für die Durchleitung des Erdgases. Die Ukraine fürchtet im Hinblick auf Nord Stream 2 um diese Einnahmen. Daher setzt sie auch auf Deutschland als Unterstützung, um weiterhin Transitland zu bleiben.

Der gegenwärtige Vertrag über den Transit russischen Erdgases nach Europa läuft noch bis 2024. Die Ukraine hofft auf eine Verlängerung des Vertrages unter deutscher Vermittlung. Der russische Präsident Putin betonte seinerseits, dass ein möglicher weitere Gastransit über die Ukraine in erster Linie von der Nachfrage auf dem europäischen Energiemarkt abhänge. Russland und Gazprom seien zudem nicht für den Finanzhaushalt der Ukraine zuständig.

Fertigstellung der Pipeline

Die langwierige Fertigstellung der Nord Stream 2 war stets im Blick der Marktbeobachter, wenn es um eine Gazprom Aktie Prognose ging. Nach Angaben Gazproms ist Nord Stream 2 nach zahlreichen Verzögerungen inzwischen fertiggestellt worden. Bereits Anfang September ist das letzte Rohr verlegt worden. Im Anschluss mussten nur noch einzelne Leitungskomponenten miteinander verbunden werden. Damit ist mit einer Verzögerung von über anderthalb Jahren der Durchbruch gelungen.

Der Bau ist insbesondere durch Widerstand seitens der USA verzögert worden. Diese verhängten Sanktionen gegen den Bau der Pipeline und drohten weitere an. Ursprünglich war angedacht, dass der Bau der Ostsee-Pipeline bis Ende 2019 beendet sein sollte. 2018 nahm Gazprom die Bauarbeiten auf.

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Inbetriebnahme von Nord Stream 2

Die Inbetriebnahme der Leitung spielt ebenso eine wichtige Rolle für die Gazprom Aktie und ihre Prognose. Die Inbetriebnahme ist noch von einer Zertifizierung durch deutsche Behörden abhängig. Beobachter erwarten, dass Gazprom noch im Oktober das erste Erdgas durch die Pipeline pumpen könnte. Dazu soll der Leitungsstrang genutzt werden, dessen Verlegung schon im Juni abgeschlossen war. Künftig sollen bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich durch die Pipeline nach Deutschland fließen. Der Betreiber rechnet damit, dass damit 26 Millionen Haushalte versorgt werden können.

Die Bundesnetzagentur prüft bis zu einer Frist zum 8. Januar die Anwendung so genannten Entflechtungsregeln der EU. Die EU-Energierichtlinie sieht vor, dass Pipeline-Besitzer und Zulieferer nicht identisch sein dürfen. Diese Regel trifft auf Nord Stream 2 zu, wie das Oberlandesgericht Düsseldorf bereits im August feststellte. Zu beachten ist, dass der Einfluss der deutschen Regulierungsbehörde gering ist: selbst bei verweigerter Zulassung hätte Gazprom eine nur moderate Strafzahlung zu befürchten. Beobachter gehen davon aus, dass Gazprom diese in Kauf nehmen würde.

Die Gazprom Aktie und ihre Dividende

Die Dividende der Gazprom wird alljährlich auf der Jahreshauptversammlung beschlossen und bezieht sich als Gewinnbeteiligung auf das abgelaufene Geschäftsjahr. Auf der Hauptversammlung schlägt der Vorstand die Höhe der Dividende vor. Die Anteilseigner stimmen der Dividende im Rahmen dieser Hauptversammlung mittels einfacher Mehrheit zu. Die Zahlung der Dividende erfolgt typischerweise im Anschluss an die Hauptversammlung am nächsten Börsentag. Jeder Aktionär, der zu diesem Zeitpunkt Wertpapiere an Gazprom hält, bekommt die beschlossene Stückdividende pro Aktie. Bezogen auf den jeweiligen Kurs der Gazprom-Aktie berechnet sich die Dividendenrendite.

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Die Dividende stellt eine Gewinnbeteiligung am Ergebnis der Gazprom dar. Daher richtet sich die beschlossene Dividende nach der jeweiligen Geschäftsentwicklung. Typischerweise erfolgt die Ausschüttung in Form einer Bardividende nach Abzug fälliger Steuern am Börsentag nach der Hauptversammlung. Die Anteile werden an den Finanzmärkten bereits als Ex-Dividende gehandelt. Dies bedeutet, dass sich im Aktienkurs bereits der Dividendenabschlag als entsprechender Kursabstieg bemerkbar macht.

Dividendenorientierte Anleger berücksichtigen die Dividendenrendite verschiedener Aktien. Zur Berechnung der Dividendenrendite wird die Dividende durch den jeweiligen Aktienkurs geteilt (und anschließend mit 100 multipliziert).

Für das Geschäftsjahr 2020 ist die Gazprom Dividende am 14. Juli 2021 beschlossen worden. Entsprechend erhielten alle Aktionäre, die an diesem Tag Gazprom Wertpapiere im Depot hatten eine entsprechende Gewinnausschüttung. Die Auszahlung lag bei 12,55 russischen Rubel (RUB) pro Gazprom Aktie. Im Jahr 2019 lag die Gazprom Dividende noch deutlich höher bei 15,24 Rubel. Dies hing mit dem höheren Gewinn des Jahres 2019 zusammen.

Besonderheiten der Gazprom-Dividenden für deutsche Anleger: ADRs

In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden so genannte ADRs gehandelt. Diese verbriefen jeweils zwei reguläre Gazprom-Aktien. Aus diesem Grund erhalten Aktionäre aus diesen Ländern eine Brutto-Dividende, die dem doppelten der beschlossenen Dividende entspricht. Im Juli 2021 wurden entsprechend 25,10 Rubel Stückdividende gezahlt.

Die Gazprom Aktie und ihre Dividende gelten als attraktiv und damit als guter Titel für dividendenorientierte Anleger. Trotz rückläufiger Gewinne handelte es sich für das Geschäftsjahr 2020 um eine Dividendenrendite von 5,91 Prozent. Für das kommende Geschäftsjahr erwarten Beobachter deutlich steigende Gewinne. Manche Analysten gehen davon aus, dass eine zweistellige Dividendenrendite möglich ist.

Gazprom AG Aktie: Basisdaten

Rasante Entwicklung der Gazprom Aktie bis Oktober 2021

Nach einem bemerkenswerten Aufwärtstrend seit Ende 2020 markierte der 06. Oktober mit einem Aktienkurs von 9,44 Euro ein Langzeithoch der Gazprom-Aktie. In den vergangenen 52 Wochen lag das Kurstief bei 3,22 Euro (02.11.2020).

Die Kurs-Rallye hängt unter anderem mit dem enormen Anstieg der Gaspreise zusammen. Während diese einige Verbraucher verunsichert, treibt sie das Geschäft des weltgrößten Erdgasförderunternehmens an. Der Vorstand zieht in Erwägung, die Exportpreis-Prognose weiter anzuheben. Der durchschnittliche Exportpreis für Erdgas für 2022 wird Berichten zufolge bei mindestens 330 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter liegen. Die bisherige Prognose ging von nur 270 US-Dollar pro 1000 Kubikmetern aus. Trotz des enormen Kursanstiegs handelt es sich noch immer um ein moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 5. Demnach ist die Aktie noch immer recht günstig bewertet.

Bildquelle(n): Gazprom, shutterstock

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