Biotech-Aktien und Pharma-Aktien: Wie Sie am besten in zwei innovative Branchen investieren
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Biotech-Aktien und Pharma-Aktien: Wie Sie am besten in zwei innovative Branchen investieren

Biotechnologie und Pharma gehören weltweit zu den innovativsten Branchen. Allein in Deutschland investieren diese beiden Industrien pro Jahr mehr als sieben Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. Die Innovationskraft und das Potenzial der beiden Branchen schlagen sich auch in einer positiven Wertentwicklung von Biotech-Aktien und Pharma-Aktien nieder. Aktuell wirkt hier vor allem die Corona-Pandemie als Treiber. Der globale Wettlauf um Impfstoffe und Medikamente gegen Covid-19 sorgt dafür, dass die Werte von Unternehmen, die sich dafür erfolgreich engagieren, einen Höhenflug erleben. Wir erklären, welche Biotech-Aktien und Pharma-Aktien aktuell besonders vielversprechend sind und wie Sie am besten in diese Wertpapiere investieren.

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Demografischer Wandel - Erfolgstreiber für Biotech und Pharma

Wenn von Biotech und Pharma die Rede ist, geht es aktuell fast ausschließlich um Corona. Als Gewinner präsentieren sich Unternehmen – und ihre Aktien – die in der Lage sind, sich bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten im Spitzenfeld zu positionieren. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass der Hype um Biotech und Pharma abebbt, wenn die Pandemie zu Ende geht. 

Der nachhaltige Treiber für beide Branchen liegt in der demografischen Entwicklung: Die Weltbevölkerung nimmt zu und wird dabei immer älter. Aktuell leben knapp acht Milliarden Menschen auf der Erde, mehr als eine Milliarde von ihnen ist über 60 Jahre alt. Bis 2050 wird sich ihre Anzahl mindestens verdoppelt haben – bei einer Gesamtbevölkerung von über neun Milliarden. 

Auch Pandemien wie Corona werden an diesem Trend nichts ändern. In der alternden Gesellschaft steigt auch der Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen kontinuierlich an, was unter anderem ein finanzieller Faktor ist: Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) schätzt, dass der Anteil der Gesundheitskosten am gesamten Bruttoinlandsprodukt von heute sechs Prozent auf 9,5 Prozent im Jahr 2050 wachsen wird.

Biotech-Medikamente für die alternde Gesellschaft

Neue, wirkungsvolle Medikamente werden vor diesem Hintergrund für viele Krankheiten benötigt. Beispielsweise hat rund ein Viertel der 65-Jährigen ein Herz-Kreislauf-Leiden, mit 85 muss jeder zweite mit einer solchen Erkrankung rechnen. Auch die Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen des Bewegungsapparates, Alzheimer und Krebs steigt mit dem Lebensalter an – daneben leisten auch Bewegungsmangel, Ernährungsfehler und Umweltbelastungen hierzu einen Beitrag.

Nachhaltige Lösungen hierfür sind überfällig – was sich aktuell und perspektivisch auch in der Kursentwicklung von Biotech-Aktien und Pharma-Aktien niederschlägt. Die Frage ist, welche Unternehmen von diesem Trend in besonders starkem Maße profitieren werden.

Biotech und Pharma - Schnittstellen und Unterschiede

Die allgemeine Schnittstelle zwischen Biotech und Pharma ist schnell benannt – beide Branchen stellen Medikamente her. Bis weit in die 1990er Jahre hinein war jedoch eine klare Abgrenzung zwischen ihnen möglich. Pharmaunternehmen entwickelten bis zu diesem Zeitpunkt ihre Produkte fast ausschließlich auf chemischer Basis. Bei der Entwicklung und Vermarktung neuer Substanzen spielte oft auch der Zufall eine Rolle. 

Ein Beispiel ist das Potenzmittel Viagra des Pharmakonzerns Pfizer, das seine Erstzulassung 1998 in den USA erhielt. Ursprünglich sollte der Wirkstoff Sildenafil zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit verwendet werden, entsprechende Studien erbrachten jedoch enttäuschende Resultate – allerdings war ein Teil der Probanden über die erektionssteigernde Nebenwirkung höchst erfreut und weigerten sich, das Medikament zurückzugeben.

Biotech - wissenschafts- und evidenzbasierte Produktentwicklung

Biotech-Unternehmen stellen Medikamente dagegen mit Hilfe von Biotechnologien her, wofür biologische Materialien wie Bakterien, Hefen oder Zellbestandteile zum Einsatz kommen. Solchen Technologien zur Medikamenten- oder Impfstoffentwicklung liegt eine wissenschafts- und evidenzbasierte Vorgehensweise zugrunde – der Wirkmechanismus einzelner Substanzen wird zielgerichtet und in komplexer Form erforscht. 

Nach der Jahrtausendwende begann die Pharmaindustrie, sich auf diesen Wandel einzustellen. Zum einen sicherten sie sich durch Zukäufe von Biotech-Unternehmen den Zugriff auf solche neuen Technologien. Zum anderen strukturierten sie ihre eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in diese Richtung um. Unter anderem hierdurch haben Pharmakonzerne wie Novartis, Pfizer, Roche und Sanofi ihre heutige Position als weltweit größte Arzneimittelhersteller erreicht. 

Durch diese Entwicklung wird es jedoch zunehmend schwieriger, zwischen den beiden Branchen klare Grenzen abzustecken. Eine sinnvolle Unterscheidung kann am besten in folgender Form getroffen werden: Unternehmen, die Medikamente auf chemischer oder biologischer Grundlage produzieren, sind der klassischen Pharmaindustrie zuzurechnen. Zur Biotech-Branche gehören Firmen, die biotechnologisch, jedoch nicht im klassischen Sinne pharmazeutisch tätig sind.

Neben der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen engagieren sie sich auch in anderen Bereichen, zu denen Gentechnik, die Entwicklung von Biokatalysatoren und die Entwicklung neuer Technologien für die Landwirtschaft erzählen.

Biotech-Aktien versus Pharma-Aktien

Biotech-Aktien stammen von Unternehmen, die auf der Basis von Biotechnologien, die Forschung und Entwicklung zur Therapie von chronischen und tödlichen Erkrankungen wie Krebs, HIV, Diabetes, Herz- und Kreislaufleiden, immunologischen und neurologischen Krankheiten sowie viralen Infektionen betreiben. Ein Beispiel dafür ist BioNTech – das Unternehmen wurde erst durch die Entwicklung seines Corona-Impfstoffs einer breiten Öffentlichkeit bekannt, ist jedoch bereits seit 2008 auf dem Markt aktiv. 

Die Vision von BioNTech besteht darin, die Krebsmedizin durch individualisierte Therapien auf gentechnischer Basis zu revolutionieren – aktuell sind bei BioNTech etwa 20 Medikamente in der Pipeline. Andere Biotech-Firmen engagieren sich in der Stammzellforschung oder für die Regeneration von Geweben.

Derzeit ist die Biotech-Branche dabei, sich im medizinischen Bereich neue Geschäftsfelder und Marktpotenziale zu erschließen. Hierzu gehören beispielsweise seltene Krankheiten – die sogenannten „Orphan Deseases“ – für die sich die großen Pharmakonzerne aus Rentabilitätsgründen nicht oder nur sehr wenig interessierten, da sie ihre Forschungsgelder vor allem für die Entwicklung von Medikamenten für häufige und damit lukrative Erkrankungen lenken.

Forschungsergebnisse aus der Genom-Entschlüsselung dürften gerade im Hinblick auf Medikamente und Therapien für die „Orphan Deseases“ in den kommenden Jahren für einen gewaltigen Innovationsschub und nach Ansicht von Experten auch für zweistellige Umsatzzuwächse in der Branche sorgen. 

Auch die Zahl der Übernahmen von Biotech-Unternehmen hat aktuell wieder deutlich zugenommen. Die wichtigste Zielgruppe der Branche ist die wachsende – und alternde – Mittelschicht, die über genügend finanzielle Mittel für Gesundheitsausgaben und zumindest in den wesentlichen Industrieländern meist auch über einen entsprechenden Krankenversicherungsschutz verfügt. 

Das britische Marktforschungsinstitut Evaluate Pharma hat im Übrigen festgestellt, dass bereits knapp zwei Drittel aller neu zugelassenen Medikamente auf biotechnischen Forschungsergebnissen und Innovationen beruhen. Firmen wie Amgen, Biogen, Celgene oder Amgen sind in den letzten Jahren sowohl im Hinblick auf ihre Umsätze als auch ihren Börsenwert stark gewachsen.

Biotech-Unternehmen - volatile Gewinne, hohe Entwicklungskosten

Auf die Kurse von Biotech-Aktien und Pharma-Aktien wirken sich allerdings weitere Faktoren aus. Die klassischen Pharmakonzerne sind große, global agierende und seit langem etablierte Unternehmen. Dies schlägt sich in der Regel auch in einer relativ stabilenkonstanten der GewinneGewinnsteigerungen und in lukrativen Dividenden für Pharma-Aktien nieder.

Anders sieht es bei Biotech-Aktien aus: Biotech-Firmen müssen mit sehr volatilen Gewinnen rechnen – viele von ihnen arbeiten über Jahre mit Verlust, bis es ihnen gelingt, einen hochprofitablen Wirkstoff herzustellen. In solchen Fällen kann ihr geschäftlicher Erfolg die Gewinne von Pharmaunternehmen sogar unterscheiden.

Firmen wie BioNTech und Moderna haben mit ihren Biotech-Aktien erst durch Corona den Durchbruch in der Börsenwelt geschafft. Hinzu kommen einige weitere Aspekte, die für die Wertentwicklung von Biotech-Aktien von Bedeutung sind: Im Vergleich zu Pharmaunternehmen haben Biotech-Firmen für die Entwicklung neuer Produkte aufgrund der Forschungsintensität in der Regel deutlich höhere Kosten – halten allerdings auch ihre Patente länger (5 Jahre in der Pharma-Branche, 12 Jahre im Bereich Biotech). 

Bei vielen dieser Unternehmen handelt es sich um Startups oder kleine Firmen, die für ihre Geschäftstätigkeit und ihre Forschung dringend auf Investoren angewiesen sind. Für Biotech-Aktien werden zumindest in der ersten Phase nach dem Börsengang daher noch keine Dividenden ausgeschüttet. Für Anleger sind sie bei guter Auswahl trotzdem Investitionen in eine Zukunftsbranche. 

Zu den derzeit spannendsten Werten gehören aus unserer Sicht aktuell die Werte von BioNTech, der Schweizer BB Biotech AG sowie der amerikanischen Firmen Amgen, Moderna und AbbVie. Auch die Biotech-Aktien von CureVac zeigen eine vielversprechende Entwicklung, die sich verstärken dürfte, sobald das Unternehmen die EU-Zulassung für seinen Covid-19-Impfstoff erhalten hat.

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Biotechnologie in Deutschland

Die Zahl der sogenannten dezidierten Biotech-Unternehmen ist in Deutschland in den letzten 15 Jahren kontinuierlich angestiegen. Die Branche konzentriert sich derzeit stark in einigen wenigen Bundesländern: Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin. 

Im Jahr 2018 waren 679 Firmen in diesem Arbeitsfeld aktiv, ihre Umsätze lagen bei über 44 Milliarden Euro – im Folgejahr waren es bereits knapp 49 Milliarden Euro. Außerdem gab es 141 Unternehmen, die Biotechnologie mit anderen Geschäftsmodellen kombinierten. 

Börsennotiert ist bisher nur ein sehr geringer Teil der deutschen Biotech-Firmen, im Jahr 2019 hatten lediglich 23 von ihnen Biotech-Aktien auf den Markt gebracht. Im Vergleich zu privaten Biotech-Unternehmen sind ihre Forschungs- und Entwicklungsausgaben deutlich höher – 2019 wendeten die 23 börsennotierten Firmen dafür 819 Millionen Euro auf. Die anderen 646 Unternehmen gaben für Forschung und Entwicklung 973 Millionen Euro aus.

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Biotech-Aktien - aktuell ein günstiger Zeitpunkt für den Einstieg

Trotz des starken Branchenwachstums haben die Kurse der meisten Biotech-Aktien in den fünf Jahren vor der Corona-Pandemie nur in geringem Umfang zugelegt. Der NASDAQ Biotechnologie-Index spiegelt diese Entwicklung wider. 2015 erreiche er mit 4.160 Punkten einen langjährigen Höchstwert, den er erst Mitte 2020 überschritt – aktuell (Status: 12. April 2021) notiert er bei 4.604 Zählern.

Viele Pharma-Aktien wiesen im Vergleich zu Biotech-Aktien in den letzten Jahren eine deutlich bessere Entwicklung auf. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sind Biotech-Aktien jedoch auch heute ein günstiges Investment. Auch die Stars der Branche weisen trotz guter Wachstumschancen oft nur ein KGV zwischen 12 und 16 auf. Das KGV beschreibt die Beziehung zwischen dem erwarteten Gewinn einer Aktie und ihrem aktuellen Kurs. Hiermit wird gleichzeitig eine Aussage über die Bewertung dieser Aktie gegenüber ihren Mitbewerbern getroffen.

Ein KGV von 12 bedeutet, dass der Kurs den tatsächlichen Gewinn der Aktie um diesen Faktor übersteigt und das Papier folglich mit dem zwölffachen Jahresgewinn bewertet wird. Ein Beispiel zum Vergleich: Der Börsenkurs der Biotech-Aktien von BioNTech ist inzwischen höher als der Kurs der Pharma-Aktien von AstraZeneca. Das KGV der AstraZeneca Pharma-Aktien liegt jedoch etwas unter 30, bei BionTech bei etwas mehr als 6. Allerdings können sich solche Relationen zwischen Pharma-Aktien und Biotech-Aktien derzeit auch schnell verändern, da ihre Aktienkurse bis auf weiteres stark durch die Entwicklung von Corona-Impfstoffen getrieben werden. Nach wie vor gilt jedoch, dass der Zeitpunkt für den Einstieg in Biotech-Aktien derzeit günstig ist.

Biotech-Aktien und Pharma-Aktien - Gewinner der Corona-Pandemie

Biotech-Aktien und auch Pharma-Aktien profitieren derzeit vor allem von der Corona-Krise. Durch Covid-19 rücken beide Branchen wieder deutlich stärker in den Fokus der Investoren. Sehr wahrscheinlich ist die Pandemie auch dabei, im Hinblick auf die öffentlichen Gesundheitsausgaben eine Trendwende einzuleiten. Seit der Jahrtausendwende haben viele Länder ihre Aufwendungen für das Gesundheitswesen zum Teil stark zurückgefahren. Nach dem Beginn der Covid-19-Pandemie wurde offensichtlich, dass die Kapazitäten zur Bewältigung der Krise nicht zuletzt davon abhingen, wie umfangreich die Sparprogramme der Regierungen und Krankenkassen waren. Nicht zuletzt durch das immense Interesse der Medien und der Gesellschaft an dieser Problematik ist die Politik nunmehr gezwungen, sich finanziell wieder deutlich stärker für den Gesundheitssektor zu engagieren.

Dieser Trend setzt sich auch in der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der Pharmaunternehmen und insbesondere der Biotech-Branche fort. Biotech-Unternehmen profitieren derzeit vor allem von öffentlichen und privaten Kapitalzuflüssen, die der Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen zugutekommen sollen. Zudem befinden sich inzwischen die ersten Impfstoffe auf dem Markt, mit denen Firmen wie BioNTech und Moderna natürlich auch erste Umsätze generieren.

Sind Biotech-Aktien ein Hype?

Gegenüber Pharma-Aktien stehen Biotech-Aktien an der Börse derzeit stark im Fokus. Einige Firmen und ihre Wertpapiere haben sich in den letzten zwölf Monaten als Outperformer profiliert. Seit dem Beginn der Covid-19-Forschung haben einige Biotech-Aktien bereits um 1.000 Prozent an Wert gewonnen.

Gegenüber Pharma-Aktien stehen Biotech-Aktien derzeit stark im Fokus. Jedoch profitieren auch klassische Pharma- und Life-Science-Unternehmen von diesem Trend. Zum einen bringen auch Pharmaunternehmen Covid-19-Impfstoffe auf den Markt, zum anderen wirken sich hier Kooperationen zwischen Vertretern beider Branchen aus. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit zwischen BioNTech und dem Pharmakonzern Pfizer. Im Januar 2021 haben auch CureVac und Bayer eine Kooperationsvereinbarung getroffen, um den CureVac-Impfstoff weiterzuentwickeln und zu vermarkten. Für die Performance von Bioteck-Aktien und Pharmaaktien spielt derzeit eine wesentliche Rolle, wie weit die Entwicklung der Covid-19-Impfstoffe der jeweiligen Unternehmen bereits fortgeschritten ist.

Erster Biotech-Hype um die Jahrtausendwende

Einen ersten Biotech-Hype gab es bereits um die Jahrtausendwende. Biotech-Aktien wurden seinerzeit am sogenannten Neuen Markt gehandelt, mit dem Platzen der Dotcom-Blase war jedoch auch ihr zeitweiliger Höhenflug beendet. Nach dem Ausbruch der Schweinegrippe im Jahr 2009 hatten die Pharma-Aktien von GlaxoSmithKline, Novartis, Baxter und Sanofi Konjunktur, nachdem diese Unternehmen gegen die neue Grippe-Variante zulassungsfähige Impfstoffe entwickelt hatten. Mit der aktuellen Situation sind beide Ereignisse jedoch nur bedingt vergleichbar. 

Die ersten relevanten Biotech-Firmen besetzten vorerst eine Nische, die nur geringe wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz besaß, die Schweinegrippe-Pandemie wurde als eine zwar schwerwiegende, aber zeitlich begrenzte Krise angesehen. Heute agieren beide Branchen in einem grundlegend anderen Umfeld. Biotech-Unternehmen sind spätestens seit Corona auch im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit eine feste Größe. Bedarf an neuen Covid-19-Impfstoffen und -Medikamenten wird angesichts der Virusmutationen und der Wahrscheinlichkeit von regelmäßigen Impfkampagnen auch in absehbarer Zukunft geben. Zudem lässt sich der Erfolg von Biotech-Aktien nicht auf den Einfluss von Corona reduzieren. Die Branche repräsentiert heute einen Zukunftstrend, dessen Bedeutung für die Medizin, aber auch in anderen Bereichen perspektivisch weiter steigen wird.

Biotech-Aktien und Pharma-Aktien - Chancen und Risiken für Investoren

Auf den ersten Blick erscheinen Investitionen in Biotech-Aktien und Pharma-Aktien als eine äußerst sinnvolle Anlageentscheidung. Beide Branchen boomen und aus der aktuellen Perspektive ist zu erwarten, dass sie es auch in Zukunft tun. Allerdings sind auch mit diesen Werten – wie bei jedem anderen Investment – Risiken verbunden. 

Zu Korrekturen und Trendveränderungen kann es für einzelne Werte ebenso wie für ganze Marktsegmente kommen. Auf gutes Risikomanagement sollten Anleger bei Biotech-Aktien und Pharma-Aktien daher auf keinen Fall verzichten. Aus der Beschäftigung mit Biotech-Aktien und Pharma-Aktien ergeben sich für Privatanleger hypothetische Chancen ebenso wie garantierte Vorteile, die eine Grundlage für die Entwicklung einer fundierten und erfolgreichen Investment-Strategie bilden.

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Biotech-Aktien und Pharma-Aktien - hypothetische Chancen und garantierte Vorteile

Enthusiastische Anleger spekulieren derzeit bei Biotech-Aktien und Pharma-Aktien auf einen neuen Megatrend. Als Indikator dafür wird oft die aktuelle Impfstoff-Rally herangezogen. Einige von ihnen möchten so früh wie möglich daran partizipieren und erwerben die aktuell populären Werte beider Branchen. Wir empfehlen eine etwas tiefere Auseinandersetzung – Corona ist bei weitem nicht die einzige Triebkraft für Biotech und Pharma. 

Wenn Sie sich intensiver mit Biotech-Aktien und Pharma-Aktien und vor allem mit aktuellen Branchenentwicklungen befassen, können Sie bei Neuzulassungen von Impfstoffen und Medikamenten, aber auch bahnbrechenden Innovationen in anderen Bereichen oder Unternehmensübernahmen informiert und zielgerichtet in einen der nächsten Tenbagger investieren. Ein solches Investment ist zunächst als hypothetische Chance zu betrachten – aber dabei sollten Sie auch die realen und garantierten Vorteile im Blick behalten. 

Durch Ihre Branchenkenntnisse erwerben Sie das Instrumentarium, um aktuelle und künftige Entwicklungen besser einzuschätzen – dieses Wissen fließt natürlich auch in Ihre Investmententscheidungen ein. Sie erweitern Ihren Investmenthorizont um eine weitere Branche und lernen auch den Zusammenhang von Biotech und Pharma mit anderen Wirtschaftssektoren kennen.

Biotech-Aktien und Pharma-Aktien - hypothetische Risiken und ein Lösungsansatz

Ebenso wie die Chancen eines Investments in Biotech-Aktien und Pharma-Aktien sind auch die damit verbundenen Risiken zunächst einmal hypothetisch. Wenn Sie beabsichtigen, Biotech-Aktien und Pharma-Aktien zu kaufen, sind Sie vor allem mit den folgenden Risiken konfrontiert:

Falsche Glaubenssätze ändern

Für den Umgang mit solchen Risiken haben Sie mehrere Möglichkeiten – um sie zu nutzen, müssen Sie allerdings Ihre inneren Glaubenssätze überdenken, schlechte Lösungen revidieren und persönliche Handlungsalternativen entwickeln. 

Die erste Frage in diesem Kontext: Was machen die meisten Privatanleger im Glauben, das Richtige zu tun, obwohl es unvorteilhaft für sie ist? Sie wollen zu den Ersten gehören, die in aktuell erfolgreiche und propagierte Biotech-Aktien und Pharma-Aktien investieren, um den vermeintlichen Megatrend in vollen Zügen auszukosten. Dabei denken sie beispielsweise nicht daran, dass viele Biotech-Unternehmen als Zulieferer für die Industrie und das Gesundheitswesen auf dem Markt aktiv sind und bereits über einen stabilen Kundenstamm verfügen. Ihre Anlageentscheidungen beruhen nicht auf Markt- und Branchenkenntnissen, sondern auf Medieninhalten, die sich in ihren Köpfen festgefressen haben. Bestätigt werden sie darin, wenn Größen wie Bill Gates und Dietmar Hopp mit ihren Stiftungen Investitionen in Biotech-Firmen tätigen. Ebenso tragen die politischen Entwicklungen der letzten Monate dazu bei, dass Biotech von vielen Privatanlegern völlig unkritisch als Zukunftstrend bewertet wird. Schließlich geht auch die Politik derzeit davon aus, dass Biotechnologie und insbesondere die Impfstoffhersteller umfassend gefördert werden müssen.

Informierte Anlageentscheidungen sind ein Muss

Letztendlich gilt: Probleme und Risiken treten vor allem deshalb auf, weil Menschen denken, es richtig zu machen, jedoch keine informierte Entscheidung treffen. Als ein Beispiel: Viele der Biotech-Impfstoffhersteller haben noch nie ein Produkt bis zur Marktreife (Phase 4) gebracht und seinen Vertrieb realisiert. Das Risiko voreiliger Investitionen in sogenannte Hot Stocks ist folglich derzeit sehr akut. Die Wahrscheinlichkeit ist ausgesprochen hoch, dass die Kurse solcher Biotech-Aktien zusammenbrechen, sobald die Gewinner der Impfstoff-Rally feststehen und mit ihren Produkten den Markt beherrschen. 

Problematisch ist auch, dass es zu den Covid-19-Impfstoffen naturgemäß bisher keine Langzeitstudien gibt. Was passiert bei Nebenwirkungen? Die Folgen einer solchen Situation bekommen gerade die Pharma-Aktien von AstraZeneca zu spüren? Unzureichende Informationen können zumindest potenziell zu hohen Verlusten führen, weil eine Risikokalkulation auf dieser Grundlage nicht vorgenommen werden kann.

Wenn Ihre Investments in echte Wachstumsaktien mit nachhaltigen Renditen fließen und Ihr Kapitalrisiko dabei überschaubar bleiben soll, lohnt es sich für Sie, sich mit der Welt der Biotech- und Pharma-Aktien auseinanderzusetzen und beide Branchen so umfassend wie möglich kennenzulernen. Auf diese Weise finden Sie die wahren Gewinner, die in ihrem Depot langfristig für gute und nachhaltige Renditen sorgen. Information und Branchenkenntnis sind für die hypothetischen Risiken von Investments in Biotech-Aktien und Pharma-Aktien somit der wesentliche Lösungsansatz.

Die besten Biotech-Aktien

Für Investments in Biotech-Aktien und Pharma-Aktien mit nachhaltigen Renditen und überschaubaren Risiken müssen Sie natürlich auch die Entwicklung der einzelnen Werte kennen. Hier stellen wir Ihnen einige der wichtigsten und besten Biotech-Aktien und Pharma-Aktien vor.

Amgen

Das US-amerikanische Unternehmen Amgen (Applied Molecular Genetics)(ISIN: US0311621009 – Symbol: AMGN – Währung: USD) ist das größte Biotech-Unternehmen der Welt und der unangefochtene Marktführer in der Branche. Seine Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 145 Milliarden US-Dollar, börsennotiert ist es an der NASDAQ. Die Forschungsschwerpunkte von Amgen sind Krebs, Blut- und Knochenkrankheiten, Leber- und Nierenkrankheiten, Neurologie und Zelltherapien. Mit seinem Geschäftsmodell deckt es die gesamte Wertschöpfung von der Identifikation wirksamer Substanzen bis zur Herstellung und Vermarktung des fertigen Produktes ab. Mit den Präparaten Epogen (1989) und Neupogen (1991) hat Amgen die beiden weltweit ersten biotechnologischen Krebsmedikamente auf den Markt gebracht. 

Heute verfügt das Unternehmen über ein sehr breit aufgestelltes Produktportfolio. Heute arbeitet Amgen unter anderem an einer Covid-19-Antikörpertherapie. In den letzten drei Jahren konnte Amgen den Gewinn seiner Aktien pro Jahr um rund neun Prozent steigern, die Dividendenrendite liegt aktuell bei 2,8 Prozent. Falls geeignete Kandidaten vorhanden sind, wird das Unternehmen perspektivisch sehr wahrscheinlich noch mehr als eine Übernahme in die Wege leiten. Die Biotech-Aktien von Amgen eignen sich gut als Basis-Investment für Einsteiger sowie als langfristig orientiertes Investment für konservative Investoren.

AbbVie

Das US-amerikanische Biotech-Unternehmen AbbVie (ISIN: US00287Y1091 – Symbol: ABBV – Währung: USD) wurde im Jahr 2013 gegründet. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Onkologie, Immunologie, Neurologie und Virologie. Derzeit hat AbbVie eine Vielzahl von neuen Medikamenten und Therapien in der Pipeline. Aktuell engagiert sich das Unternehmen auch in der Impfstoffentwicklung gegen Covid-19. Die AbbVie-Aktie hat sich seit 2018 kontinuierlich positiv entwickelt.

BB Biotech

Die Schweizer BB Biotech AG (ISIN: CH0038389992 – Symbol: BBZA – Währung: CHF) ist eine der weltweit größten Beteiligungsgesellschaften, die ausschließlich in Biotech- und Pharma-Unternehmen investiert. Seit Anfang 2020 weist der Kurs der BB Biotech Aktien ein kontinuierlich wachsendes Momentum auf. Sie eignen sich gut als Basis-Investment in die Branche. Anleger können bei diesem Wert mit attraktiven Dividenden rechnen.

BioNTech

Das in Mainz ansässige Biotech-Unternehmen BioNTech (ISIN: US09075V1026 – Symbol: BNTX – Währung: USD) ist aufgrund der erfolgreichen Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs derzeit der deutsche Star der Branche. Gegründet wurde BioNTech bereits 2008. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von personalisierten Immuntherapien zur Behandlung von Krebs und anderen schweren Krankheiten spezialisiert. Seine Börsennotierung erfolgte Ende 2019. Der Aktienkurs von BioNTech entwickelte sich von Anfang an sehr vielversprechend. Der ausschlaggebende Faktor dafür ist bisher allerdings vor allem die Gewinnerposition des Unternehmens in der Impfstoff-Rally.

Moderna

Das US-amerikanische Biotech-Unternehmen Moderna (ISIN: US60770K1079 – Symbol: MRNA – Währung: USD) ist seit 2011 auf dem Markt aktiv. Es hat sich von Anfang an auf die Erforschung und Anwendung der gentechnisch fundierten mRNA-Methode spezialisiert, die folgerichtig auch bei der Entwicklung des Covid-19-Impfsstoffs von Moderna zum Einsatz kam. Seit Anfang 2020 ist der Kurs der Moderna-Aktie stark angestiegen – als Kurstreiber wirken hier die Pandemie sowie die erfolgreiche Entwicklung eines Impfstoffs, der in den USA und der EU inzwischen zugelassen ist.

Biotech-Aktien und Pharma-Aktien kaufen

Nach einer umfassenden Branchen- und Unternehmensanalyse steht irgendwann eine Entscheidung an, ob und in welche Biotech-Aktien und Pharma-Aktien Sie investieren wollen. Wir meinen, dass nichts gegen ein Investment in diese beiden Branchen spricht – bei richtiger Auswahl der Investments partizipieren Sie damit an der Entwicklung eines renditestarken und zukunftsfähigen Marktsegments.

Bei Ihrer Kaufentscheidung und bei der Depotverwaltung für Biotech-Aktien und Pharma-Aktien gibt Ihnen der FinMent Marktalgorithmus wertvolle Hilfestellung – dabei handelt es sich um ein digitales Tool, das unter anderem die beiden Branchen permanent im Blick behält. Er liefert Ihnen zu konkreten Biotech-Aktien und Pharma-Aktien jeweils die folgenden Informationen:

  1. Fundamentaldaten und Geschäftsmodell des Anbieters
  2. Trendrichtung und Trendqualität der Aktie
  3. Empfehlungen zum Einstiegszeitpunkt
  4. Absicherung der Position
  5. Empfehlungen zum Ausstiegszeitpunkt
  6. Empfehlungen zur optimalen Positionsgrößte
  7. Unterstützung beim Finden des richtigen Depots.

Biotech- und Pharma-ETFs

An der Kursentwicklung von Biotech-Aktien und Pharma-Aktien partizipieren können Anleger nicht nur durch den direkten Aktienerwerb, sondern auch mit ETFs. Auf dem Markt finden sich hierfür diverse spezialisierte Angebote. Die stärkste Performance zeigt hier derzeit der iShares Core MSCI World UCITS. Auch in vielen allgemeinen ETFs sind Biotech-Aktien und Pharma-Aktien enthalten.

Fazit

Insbesondere Biotech-Aktien sind hochvolatil und daher als hochspekulatives Investment einzustufen. Die meisten Unternehmen in der Branche spezialisieren sich auf lediglich ein bis zwei Krankheitsgruppen, für die sie Medikamente und Therapien entwickeln. Wenn es ihnen gelingt, ein markt- und zulassungsreifes Produkt zu entwickeln, besitzen ihre Aktien ein für Anleger sehr lukratives Vervielfachungspotenzial. Bei Abbruch von ursprünglich vielversprechenden Projekten drohen dagegen extreme Kurseinbrüche. Auch weil es sich dabei überwiegend um kleine Unternehmen (Small Caps) handelt, sind die Kurse ihrer Aktien noch stärker skalierbar als bei vielen Softwareunternehmen.

Für die Beobachtung der Branchen und des Marktes sowie einzelner Biotech-Aktien und Pharma-Aktien ist FinMent Ihr professioneller Partner. Als erster zertifizierter Anbieter in diesem Arbeitsfeld sorgen wir für den unkomplizierten Zugang unserer Kunden zu praxisorientiertem Börsenwissen. Der FinMent Marktalgorithmus sorgt dafür, dass Sie für Ihre Biotech- und Pharma-Investments die besten Werte finden und eine nachhaltige Anlagestrategie entwickeln.

Titelbild: shutterstock

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